Piz Lagrev Skigipfel (3109m)


Publiziert von Schneemann , 23. April 2018 um 03:22.

Region: Welt » Schweiz » Graubünden » Oberengadin
Tour Datum:21 April 2018
Ski Schwierigkeit: ZS-
Wegpunkte:
Geo-Tags: CH-GR 
Zeitbedarf: 3:00
Aufstieg: 1000 m
Abstieg: 1000 m

Lange geplant, endlich hats geklappt: der Piz Lagrev! Die Skitourenguides überschlagen sich in Superlativen wie "zum Schwärmen", "Genussgipfel ohne Flachstrecken", "eine der schönsten Touren die wir kennen" oder "ein Pulvertraum". Trotz der imposanten Höhe von >3100m, kommt man dank dem hohen Start vom Julierpass recht schnell hinauf. Obwohl man oft von Pulverhängen am Lagrev im April liest, dank der windgeschützten Muldenlage, war doch eher durchgefrorener Hartschnee dominierend. Einzig kurz unterm Gipfelgrat gabs einzelne Stellen mit leichtem Pulver. Ende April darf man halt nicht zuuu anspruchsvoll mehr sein ;) Die Meisten begnügen sich mit dem Ski/Wintergipfel; will man wirklich den höchsten Punkt erreichen, muss man noch eine recht lange, ausgesetzte Gratwanderung anhängen. Leider war ich im fiebrigen Zustand unterwegs und hatte daher konditionell ziemlich zu knabbern...

Tour:
Direkt am Startpunkt, einer winzigen Holzbrücke über den keinen Bach "Ova dal Vallun", befindet sich ein grösserer Parkplatz, wo glücklicherweise noch viel frei war. Von Bivio kommend liegt dieser nur kurz hinter der Passhöhe, am Ende einer längeren Geraden. Man kann direkt vom Parkplatz starten, überquert den Bach und steurt das Couloir rechts vom Piz Polaschin an. Ich hatte beim Start noch meine Lieblingsstimme meiner Lieblingsperson vom Vortag im Kopf, was die Tour gleich doppelt schön machte ;)

Nach diesem Startabschnitt steuert man auch schon auf die Schlüsselstelle zu, einen Steilhang mit von Felsen abgegrenztem Durchschlupf. Bei guter Spur nicht übermässig schwierig, aber ein paar Meter sind ziemlich steil querend (vermutlich ca.35-40 Grad). Beim heutigen hart gefrorenen Schnee mit wenig Gripp fühlte sich das teils heikel an - zumindest gibt's ein paar Meter mit darunter liegenden Felsen, die kein Abrutschen vertragen.

Nach diesem steilen Durchschlupf wird die Tour sehr genussvoll. Man steigt auf zum zugeschneiten Lej Lagrev, von wo man einen grandiosen Blick zum Schlusshang hat. Was ein genialer Skiberg! Den gut sichtbaren See kann man sowohl links als auch rechts umgehen. Ich wählte beim Aufstieg die rechte Seite und bei der Abfahrt dann die direktere linke Seite. Hier war ich schliesslich in der prallen Sonne, was aber dank der Höhe dennoch nicht allzu heiss war....

Der Gipfelhang ist Skigenuss pur. Er hat eine perfekte Seilheit für die Abfahrt, ist aber wohl kaum irgendwo über 30 Grad und somit nicht wirklich lawinengefährded. Einzig die letzten Meter auf den Ostgrat sind dann wieder ausgesprochen steil. Der Schnee war hier zum Glück schon weicher, weshalb diese Stelle nicht allzu problematisch wurde. Bei der Abfahrt sollte man beim Einstieg vom Ostgrat auch aufpassen - es ist kurzzeitig  steil und es ragten schon ein paar erste Felsen aus dem Schnee; Stürze sollten also vermieden werden. Dem Ostgrat folgt man dann noch unschwierig einige Meter auf den Skigipfel. Dank der Höhe hat man ein fantastisches Panorma!

Gipfel-Alternativen:
Die Winterbergsteiger folgen dem langen, ausgesetzten Grat zum höchsten Punkt. Für mich war das eher nichts, da doch sehr ausgesetzt. Ich hab allterdings noch den "West"gipfel angehängt, wo eine kleine Messstation steht.

Schwierigkeit:
Man findet verschiedene Angaben zur Tour; meistens zwischen WS und ZS. Die eigentliche Schlüsselstelle ist schon recht früh ein steiler Durchschlupf durch die Felsen. Steil wird es dann noch beim Aufstieg auf den Grat. Ich neige wegen der unteren Stelle auf ein eher hoch gegriffenes ZS-. Der Grat auf den "Sommer"Gipfel sieht für mich schwieriger aus...


Fazit:
Für manche ist der Piz Lagrev so eine Art Königstour am Julierpass. Auf jeden Fall ist es ein grandioser Skiberg in beachtlicher Höhe, wie gemacht fürs Tourengehen. Allerdings merkt man die Beliebtheit auch daran, dass die breiten Hänge recht verspurt waren - es ist also wohl recht viel los üblicherweise. Heute war sogar eine Tourengeherin mit 3 Hunden auf dem Gipfel (im Winter auf einem 3000er?) - Respekt vor den Vierbeinern. Ich fand die Tour sehr anstregend. Bei der Abfahrt ging mir völlig die Kraft aus, was wohl aber daran liegt, dass ich Fieber hatte - was mir erst  richtig klar wurde als ich den Rest des Wochenends im Bett verbracht hab ;)


PS: Die GPS-Route hat leider ein paar Aussetzer.

Tourengänger: Schneemann


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