Piz Surparé (3078m) - kontrastloser Bruchharsch


Publiziert von Schneemann , 15. April 2018 um 20:46.

Region: Welt » Schweiz » Graubünden » Oberhalbstein
Tour Datum:15 April 2018
Ski Schwierigkeit: WS+
Wegpunkte:
Geo-Tags: CH-GR 
Zeitbedarf: 3:30
Aufstieg: 1300 m
Abstieg: 1300 m

Eigentlich war für heute strahlender Sonnenschein in Bivio vorhergesagt. Anscheinend hat der Sahara-Staub aber unerwartet für eine dichte Wolkenbildung gesorgt. Die Folge waren absolut kein Kontrast (alles weiss) und deutlich kältere Temperaturen (Harter Schnee und Bruchharsch). Diese bescheidenen Verhältnisse haben die Tour mE recht anspruchsvoll gemacht, vor allem der eisige und harte Schlusshang war nicht ohne. So oft gelegt wie auf dieser ca. 1000 Höhenemeter Bruchharsch-Abfart hat's mich auch noch selten ;) Dennoch ein eindrucksvolle Tour mit steilem Finale auf einen 3000er - nächstes mal aber gerne mit weicherem Schnee und mehr Genuss...

Mein Eindruck:
Der Piz Surpare ist von Bivio sehr gut erreichbar und eigentlich ohne Flachstücke zu besteigen. Obwohl er die magische 3000er-Marke überschreitet, scheint er deutlich weniger frequentiert als die ähnliche Tour auf den benachbarten Piz Scalotta. Vlt. liegt es daran, dass die Tour ein paar Schlüsselstellen hat und somit etwas anspruchsvoller ist: es gibt ordentlich steile Stellen am Schlusshang, mindestens eine kurz ausgesetzte Stelle in der Querung unterm Grat und eine leichte Kletterei auf den Gipfel.

Tour:
Start früh morgens in Bivio beim "Zauberteppich" Lift am Ortseingang. Aufstieg unter den Felswänden von Crap Radons in tollem Gelände und mit guter Steilheit, so dass man schnell viele Höhenmeter überwindet.

Erreicht man die sehr flache Hochebene bei Crap Radons teilen sich die Tourengeher auf den Piz Scalotta und den Piz Surpare - letzterer erhält wohl üblicherweise aber viel weniger Besuch. Zum Surpare folgt man  der Aufstiegsrichtung weiter und steuert ein Couloir an.

Beim Ausstieg aus dem kurzen Couloir steht man schon unter einem Vorgipfel des langen Grats zum Surpare. Diesen Vorgipfel umrundet man und quert dann recht lange unterm Gipfelgrat des Surpares mit Blick auf den Stallerberg in Richtung Avers. Man fühlt sich hier weit abseits der Zivilisation. Dabei steuert man gut erkennbar einen Hang an, der zum Gipfel des Suprare führt. Die Querung hat zumindest ganz zu Beginn eine leicht ausgesetzte Stelle, die beim eisigen Schnee heute morgen leicht unangenehm war. Ausserdem gabs einen eher frischen Lawinenzug zu queren - es können hier also offensichtlich Nassschneelawinen abgehn.

Schliesslich durchsteigt man den Hang hinauf zum Gipfelgrat, wobei der gegen oben ziemlich aufsteilt und etwas eng wird. Zumindest bei den heutigen Bedingungen die Schlüsselstelle der Tour - es braucht hier bei ein paar Spitzkehren doch etwas Sicherheit. Zum Gipfel gehts dann vom Grat wieder steil empor - die letzten Meter zu Fuss vom Skidepot.

Die Abfahrt war äusserst eklig und nur was für Skimasochisten. Sahara-Staub-Wolken haben jeglichen Kontrast gefiltert. Weder die Steilheit noch die Beschaffenheit des Schnees war zu erkennen - eine Art Blindflug. Zudem war's im obersten Teil sehr hart gefroren und ein einziges Durchschütteln im steilen Gelände. Wenig später ging es dann in Bruchharsch über, der fast bis ins Tal reichte. Zu fahren ist das kaum, mich hat's jedenfalls mehrfach auf den Hintern gesetzt...

Fazit:
Ein naher 3000er von Bivio, der dennoch den Eindruck vermittelt sehr abgeschieden zu sein und eher wenig besucht wird. Aussicht und Länge der Abfahrt sprechen da für sich. Die äusseren Bedingungen waren heute leider eher bescheiden und die Tour war mehr Kampf als Genuss. Landschaftlich reizvoll, aber auch mit kleineren Schwierigkeiten versehen und mE eher nichts für Tage mit höherer Lawinengefahr.


Tourengänger: Schneemann


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