Wanderland Appenzell, April 2018, 4|4: Kronberg


Publiziert von Felix Pro , 11. Mai 2018 um 09:56. Text und Fotos von den Tourengängern

Region: Welt » Schweiz » Appenzell
Tour Datum: 8 April 2018
Wandern Schwierigkeit: T3 - anspruchsvolles Bergwandern
Wegpunkte:
Geo-Tags: CH-AI   Alpstein   CH-AR 
Zeitbedarf: 5:15
Aufstieg: 1010 m
Abstieg: 960 m
Strecke:Urnäsch, Hinteregg - Feld - Ober Feld - Chräg - P. 942 - P. 1105 - P. 1218 (Zimmermanns Lauftegg) - Herrendürren - P. 1239 - P. 1393 (Dürrenspitzli) - (P. 1555) - Ober Petersalp, P. 1568 - P. 1460 (Grossbetten) - P. 1546 - P. 1496 (Nusshalde[nsattel]) - P. 1557 - P. 1606 - Kronberg - P. 1573 - St. Jakob - P. 1434 (Gross Chenner) - Scheidegg, Berggasthaus - P. 1280 - P. 1186 - (Vorderes Tieflöchli) - Hubers-Löchli - P. 1004 - Kalchofen - P. 902 - P. 890 - Wees - P. 872 - Scheidweg > Jakobsbad, Restaurant Talstation Kronbergbahn, Haltestelle
Zufahrt zum Ankunftspunkt:cff logo Jakobsbad - Gossau - Olten - Langenthal - cff logo Huttwil
Kartennummer:1114 - Nesslau, 1115 - Säntis, 1095 - Gais

Nach wiederum ausgezeichneten Frühstück bei Lise (welche uns auch wertvolle Tipps zur beabsichtigten Tour mit auf den Weg gibt), laufen wir in der angenehmen Morgenfrische, bei bereits klarem Himmel und Sonnenschein, in Urnäsch, Hinteregg, los.

 

An Feld (Sportanlagen) und Ober Feld vorbei steigen wir ein erstes Mal steiler an nach Chräg; danach geht es beschaulich weiter über offenes Landwirtschaftsgelände, später, ab P. 942, im Wald, hoch auf die anmutige Lichtung mit schönem, alten, Anwesen auf P. 1105, auf Oberhaumösli.

 

Nach kurzem Halt setzen wir ähnlich moderat über (leicht feuchte) Wiesen den Anstieg fort bis zu den teils eben neu errichteten Alpgebäuden auf P. 1218; über die Zimmermanns-Lauftegg wandern wir am sanften Rücken entlang flach, gelegentlich sogar geringfügig an Höhe verlierend, weiter zu den Hütten auf Herrendürren. Jumbo beschliesst hier während unserer Rast, seines starken Infektes wegen, umzukehren - wir werden uns auf dem Gipfel wieder treffen …

 

Wir beide entscheiden uns hier, nicht den doch noch reichlich Schnee aufweisenden Kessel von Grossbalmen für den Zustieg zum Kronberg zu benutzen, sondern den Umweg über den vermutlich mit weniger Schnee ausgestatteten Grat zur Hoch Petersalp zu machen.

Zuerst jedoch weist bereits die Waldpassage nach P. 1239 teilweise mehr Schnee auf als vermutet, schliesslich warten sowohl ein Steilhang wie auch die abschliessende Traverse zu P. 1393 beim Dürrenspitzli mit beachtlichen Mengen des Weiss', hier eben noch im lange im Schatten liegenden Gelände, auf.

 

Noch wenig Schneeauflage ist beim nachfolgenden, noch schattigen, Aufstieg bis zum Waldgürtel auszumachen, danach jedoch - nach markanter Richtungsänderung - ist kaum mehr Schnee auf dem WW festzustellen. Zwar steil, doch in Erwartung der oberhalb des lichten Waldes scheinenden Sonne, legen wir diese Passage zurück und treten auf beinahe apere, sonnenbeschienene Flächen hinaus. Über P. 1555, Nördliche Hoch Petersalp, gewinnen wir die famose längere Gratrückenwanderung, welche mit teilweise eindrücklichen Schneewechten gegen die sehr steil nach Hölzli nordostseitig abfallende Flanke aufwartet.

 

Nicht jede der Graterhebungen nehmen wir mit, folgen meist dem WW mit Sicht zum Spitzli, Stockberg und dem Massiv des Alpsteins, bevor wir uns auf der schön gelegenen (noch verwaisten) Hoch Petersalp, P. 1568, zum Znüni niederlassen.

 

Nach aussichtsreicher Rast - winterlich anmutender Säntis vis-à-vis - machen wir uns auf den Weiterweg; dieser gestaltet sich bis zum Eintritt in den Wald unproblematisch, erheischt bald einmal auch auf den erst noch nur moderat abwärts leitenden Passagen auf teilweise hartgefrorenem Schnee einige Vorsicht. Danach, wie der WW (ungefähr entlang der Gemeindegrenze Urnäsch-Hundwil) nun steil abwärts, bald im offenen Gelände, verläuft, ist dieser nicht mehr auszumachen, und der Hang schliesslich von unerwartet viel Schnee bedeckt - mehrmals sinken wir knietief darin ein. Es ist derart ein doch sehr anstrengendes Gehen bis zur noch gut eingeschneiten Alp Grossbetten.

 

Der anschliessende Wiederaufstieg gestaltet sich ähnlich, immerhin ist der Schnee hier (bei nordwestlicher Hangausrichtung) doch etwas trittfester, da weniger der Sonne ausgesetzt. Wir folgen dabei meist einigen wenigen Spuren, welche sich an der Gratkante orientieren - zeitweise doch sehr steil, und etwas kräftezehrend, erreichen wir so P. 1546.

 

Über die noch mit reichlich Schnee bedeckte Krete (welche gegen Norden doch steil abfällt) schreiten wir ostwärts weiter zum Nusshaldensattel; ab hier präsentiert sich die Schneehöhe je nach Ausrichtung des wieder ansteilenden Hanges unterschiedlich: während einzelne Krokusse sowie ein alter, malerischer, Kantonsgrenzstein (AI-AR) ersichtlich werden, zeigt der Wanderwegweiser beinahe nur seine verschiedenen Richtungstafeln.

 

Etwas flacher setzen wir unsere Wanderung fort zu P. 1557, queren unter P. 1575 hindurch zum wieder steileren Anstieg hinauf zu P. 1606, Kronberg Südgipfel - von hier aus ist nun die Gipfelschlussetappe, Bergstation und -restaurant aus der Nähe zu erkennen.

 

Abwechslungsweise wieder über Schneeflächen oder, wie am steilen Gipfelhang, welchen wir weglos meistern, über apere Flächen, erreichen wir das flache Plateau des Kronbergs, wo bereits Jumbo auf uns wartet. Länger und gemütlich verweilen wir hier, verpflegen uns, und erfreuen uns des Ausblicks zum gegenüber aufragenden Massiv des Alpsteins.

 

Während unserer Rast, wie auch auf unserer Tourfortsetzung, sind wir nun von viel „Zivilisation“ umgeben: Bahn und Restaurant bringen viele Wanderer hoch resp. ziehen sie an - so dass wir auf dem erst nur flach abfallenden Gratrücken auf meist schneebedecktem Trassee mit vielen andern unterwegs sind.

Ab P. 1573, Kronberg Ostgipfel, verläuft der WW in etwas steilerem Gelände, die Steilheit nimmt oberhalb der Kapelle St. Jakob noch etwas zu (hier benutzen wir den Saumweg); eindrücklich wirken hier die vom Wind verfrachteten Schneemassen.

 

Nach wenigen flachen Metern bis Gross Chenner folgt noch einmal eine etwas steilere Rampe hinunter zum Flachstück zum sehr gut besuchten Berggasthaus Scheidegg; auch wir mischen uns unters zahlreiche Publikum und geniessen auf der sonnigen Terrasse den gefreuten Bergtag.

Nach der Einkehr zweigt bald einmal ein WW von der Gratfortsetzung ab; diesem folgen wir nun in der Nordflanke hinunter nach P. 1280 und P. 1186 - spätestens hier wandern wir nun wieder auf aperen (Weide)-Flächen.

 

An (Vorderes Tieflöchli) vorbei erreichen wir den Hof auf Hubers-Löchli; beinahe schnurgerade und mit nur wenig Gefälle verläuft nun das Strässchen meist über offenes Gelände zu P. 1004 und zum Eintritt in den Wald.

Kurz danach wechseln wir vom WW (und Strässchen) auf einen westlich davon verlaufenden Waldweg; lauschig leitet uns dieser hinunter zum Kalchofen bei einer hübschen Passage des Zuflusses zum Wissbach unmittelbar vor deren Vereinigung bei P. 902.

 

Ausgangs Walds marschieren wir auf der Strasse via P. 890 nach Wees, folgen hier einer Spur über die Wiese bis zu einer Unterführung der Bahnlinie, und erreichen schliesslich (Jumbo und ich mit einem Abstecher via P. 872 zum Restaurant auf Scheidweg) das Restaurant Talstation Kronbergbahn sowie die Haltestelle Jakobsbad - der vierte Tag im Appenzeller Wanderland, ein langer, doch beglückender, Wandertag, findet hier (vor der längeren Bahnfahrt zurück nach Hause) sein Ende.

 

▲ 3 ½ h + ¾ h Pausen

 

▼ 35 min bis Scheidegg

 

▼ 1 h 5 min bis Jakobsbad

 

unterwegs mit Jumbo (bis Herrendürren, und ab Kronberg)


Tourengänger: Ursula, Felix


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