Schilt 2299m und Gufelstock 2436m


Publiziert von Bergamotte Pro , 31. März 2018 um 12:31.

Region: Welt » Schweiz » Glarus
Tour Datum:30 März 2018
Ski Schwierigkeit: WS
Wegpunkte:
Geo-Tags: CH-GL   Schilt-Mürtschengruppe 
Zeitbedarf: 4:45
Aufstieg: 1750 m
Abstieg: 1750 m
Zufahrt zum Ausgangspunkt:PW bis Parkplatz "A" (Chängel)
Kartennummer:247S (R. 510a, 518a, 519a)

Nur mässig motiviert bin ich heute von zuhause los: Ich rechnete unten mit aufgeweichtem Schnee und oben mit stürmischem Wind. Zur Sicherheit hatte ich gar die Wanderschuhe eingepackt. Doch wie häufig, wenn die Erwartungen tief sind, wird der Tag umso schöner (leider gilt das auch umgekehrt). Die Unterlage präsentierte sich griffig und zumindest oberflächlich trocken. Und der Wind störte einzig auf dem Gufelstock, dem höchsten Punkt des Tages.

Auch wenn fast alle Besucher denselben Gipfel anpeilen, bietet das Schiltgebiet weit mehr. Solange der Lift noch läuft, ist es nur ein Katzensprung zum Rotärd. Und von dort sind die Tourenvarianten vielfältig. Ich entschied mich heute für die weitläufige Überschreitung zum Gufelstock und retour. Selbstredend hätte mich die lange Schlussabfahrt ins Chlital mehr gereizt, doch die Steilhänge im Chüebuch oder Chlotel wollte ich nicht bei erheblicher Lawinengefahr befahren.


Um acht Uhr laufe ich vom Parkplatz Chängel los und gehöre damit heute zu den Frühstartern. Die Strasse wäre übrigens bis zum Stockhus geräumt, nur gibt's unterwegs kaum Abstellfläche. Das Skigebiet hatte bereits letztes Wochenende Saisonschluss. Meine erste Befürchtung löst sich sogleich in Luft auf: Auch dank der Piste ist der Untergrund tragfähig und griffig; es liegt gar ein Schäumchen Neuschnee. Bekanntlich ist diese Route eine ausgelatschte Autobahn, persönlich besuche ich den Schilt aber zum ersten Mal von dieser Seite. Nachdem ich den Färistock auf dessen Westseite passiert habe, strahlt mir die Sonne ins Gesicht. Zusammen mit den Wolkenresten ergibt das eine wunderbare Morgenstimmung. Gleichzeitig macht sich zum ersten Mal der Föhn bemerkbar, aber deutlich schwächer als befürchtet. Kurz vor dem Schilt (2299m) kreuze ich eine erste Gruppe in der Abfahrt. Vom Gipfel erkennt man schön die Weitläufigkeit des weiteren Routenverlaufs Richtung Gufelstock.

Ohne Pause ziehe ich weiter zum Rotärd (2216m), dem- Dreh- und Angelpunkt der Schiltregion. Dem Sommerweg entlang überschreite ich den Wisschamm; man achte hier auf die mächtigen Wechten. Nach kurzer Fellabfahrt stehe ich am Fuss vom Schwarzstöckli: eigentlich nur ein kleiner Felskopf, ist aber auf der Ostseite mit Skiern erreichbar. Der Weiterweg über Walenfesis ist gegeben, der anregende Sommerweg über den Grat im Winter keine Option. Wen es nach Einsamkeit dürstet, der liegt hier genau richtig - und das gerademal zwei Kilometer vom Schilt entfernt. Der Schlussaufstieg zum Gufelstock (2436m) erfolgt über dessen harmlosen Nordostrücken, wobei die 30° nirgends überschritten werden. Circa zwanzig Meter unter dem Gipfel laufe ich voll in den Föhnhammer. Hier oben tobt ein regelrechter Sturm: Schneekristalle prasseln mir ins Gesicht und ich kann mich kaum auf den Beinen halten. Nach drei Fotos blase ich sofort zum Rückzug und felle ab.

Die kurze Abfahrt zurück nach Walenfesis ist wegen Bruchharsch wenig lohnend. Bei einigen Felsblöcken in der Ebene mache ich es mir gemütlich und kann meine Mittagsrast fast ohne Wind geniessen. Im Anschluss schaue ich noch kurz auf dem Heustock (2384m) vorbei. Das Wetter im Norden hat nun gekehrt, mir war das aufgrund vom Föhneinfluss rund um Walenfesis gar nicht aufgefallen. Auf dem Wisschamm wird nun definitiv abgefellt, denn vom Rotärd schafft man es mit etwas Stöckelei problemlos zur offiziellen Route östlich vom Siwellen. Die Abfahrt zurück zum Auto präsentiert sich überraschend gut: oben pappiger, aber drehbarer Pulver, unten auf der Piste Sulzverhältnisse. Selbstredend haben sich in der Zwischenzeit Parkplatz und Beizen schön gefüllt...


Zeiten
1:50  Schilt
1:30  Gufelstock
1:20  Chängel

Tourengänger: Bergamotte


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Kommentare (3)


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Primi59 hat gesagt:
Gesendet am 2. April 2018 um 11:48
Tolle Tour und natürlich auch tolle Gehzeiten, ja du sagst es, das Schiltgebiet lässt viele Varianten offen :-)

Herzlichst Priska

Bergamotte Pro hat gesagt: RE:
Gesendet am 2. April 2018 um 15:44
Lieben Dank, Priska. Ja, Varianten gibt es viele, sofern man den einen oder anderen Gegenanstieg nicht scheut und nicht nur wegen der Abfahrt z'Berg geht.

Primi59 hat gesagt: RE:
Gesendet am 3. April 2018 um 15:58
.... du triffst den Nagel auf den Kopf :-)


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