Pischahorn, 2980m


Publiziert von Linard03 Pro , 28. März 2018 um 05:33.

Region: Welt » Schweiz » Graubünden » Davos
Tour Datum:24 März 2018
Ski Schwierigkeit: ZS
Wegpunkte:
Geo-Tags: Flüela-Gruppe   CH-GR 
Aufstieg: 557 m
Abstieg: 1732 m
Strecke:Mitteltälli - Pischahorn - Berghaus Vereina - Novai (15km)
Zufahrt zum Ausgangspunkt:cff logo Davos Dorf - Pischabahn per Shuttle (Pischabus) oder PW
Zufahrt zum Ankunftspunkt:cff logo Klosters - Taxi bis unterhalb der Alphütte Garfiun

Die Tourenski's wollten auch wieder mal ausprobiert werden, auch wenn es bereits Ende März ist ... Das Wetter versprach am Samstag ausgezeichnet zu werden und so schloss ich mich spontan einer Gruppe an, welche eine Tour auf das Pischahorn plante.
Ein kurzer Aufstieg mit langer Abfahrt war das Versprechen, was definitiv eingehalten wurde. Wobei die Abfahrt sehr lang, anspruchsvoll und abenteuerlich zugleich war; doch davon später ...


Infolge grosser Nachfrage waren wir letztlich 12 Personen, welche in zwei Gruppen unterteilt wurden (1 BF + 1 Aspirant). Aufgrund des regen Betriebes am heutigen Morgen war der Shuttle-Bus proppevoll und musste zweimal zur Talstation der Pischabahn fahren. Dort traf man sich zu "später Stunde", ca. 9.30 Uhr. Die erste Gruppe fuhr schon mal mit der Seilbahn zur Bergstation Mitteltälli (2483m) hinauf.

Herrlichstes Wetter empfing uns auf der Bergstation Mitteltälli (2483m). Von Frühling keine Spur; im Gegenteil: die Szenerie vermittelte tiefster Winter. Unser heutiges Ziel sah man auch schon; der weisse Gipfel hob sich fotogen vom tiefblauen Himmel ab.
 
Ich startete mit der ersten Gruppe; es ging gleich hinter der Bergstation los. In angenehmer Steigung ging’s in Richtung P.2739 hinauf. Danach folgte eine kurze Traversen-Abfahrt, bevor es dann definitiv weiter hinauf ging. Auf einer Anhöhe hielten wir Rast, danach wurde das Gelände steiler. Auf dem Grat ging es schliesslich zum Gipfel des Pischahorns (2980m) hinauf, welchen wir um genau 12 Uhr erreichten.
 
Das 360°-Panorama war genial; keine Wolke trübte den Himmel. Im Westen & Süden war allerdings einiges an Nebel auszumachen. Die Nähe zum Piz Linard und der Blick in die Engadiner Alpenwelt liess mein Herz hüpfen … ;-))
 
Die südseitige, direkte Abfahrt zurück zum Ausgangspunkt erschien den BF’s als „zu billig“; die nordseitige Abfahrt versprach bessere Schneeverhältnisse und v.a. auch spannender zu werden. Vom erhofften Pulverschnee war allerdings nichts zu spüren. Bereits die ersten Schwünge fühlten sich eher klebrig an.
 
Die Hänge waren steil und unverspurt; eigentlich perfekt für pures Abfahrtsvergnügen. Da der Schnee jedoch schwer und klebrig war, fühlte sich das Ganze ziemlich anstrengend an und ich geriet schnell mal ausser Puste. Zumindest tröstend, dass es den anderen genauso erging … (wenn man kurz still stand, hatte man sogar Stollen an den Ski’s …)
 
In die steilsten Hänge fuhren wir einzeln hinein; der Aspirant voraus, der BF als Hinterster aller Teilnehmer. Alles problemlos, bis eine Teilnehmerin stürzte. Den Sturz selbst habe ich nicht gesehen, kam jedoch als Zweiter zur liegenden Fahrerin und erkundigte mich nach dem Befinden. Sie meinte, dass wohl der Fussknöchel gebrochen sei und das Knie ebenfalls schmerzte. Inzwischen kam der BF zur Unfallstelle und analysierte die Situation. Ich steckte den einen Ski mal in den Schnee und fuhr danach (in Absprache mit dem BF) zu den anderen Teilnehmern hinunter, welche weiter unten warteten.
 
Nachdem ich berichtet hatte, warteten wir wohl ca. 20 Min., während wir beobachten konnten, dass man an der Unfallstelle etwas suchte. Die beiden BF’s konnten nicht miteinander kommunizieren, da kein Netz-Empfang … Schliesslich montierte der Aspirant seine Felle und stieg nochmals zu seinem Kollegen hinauf. Wieder zurück konnte er berichten, dass sich ein Ski verabschiedet hatte und dass man ihn trotz Graben nicht wieder finden konnte. An ein Weiterfahren sei jedoch so oder so nicht zu denken. Der BF blieb also bei der Verunfallten, während der Rest der Gruppe weiterfuhr, bis zu einer Stelle, wo man endlich Empfang hatte und die REGA alarmieren konnte.
 
Natürlich benötigten wir mit der grossen Gruppe viel Zeit, zumal auch eine weitere Teilnehmerin zunehmend Mühe bekundete in den steileren Passagen. Während wir das Vereinhaus passierten, hörten wir den Heli, welcher aus Samedan angeflogen kam.
 
Wir fuhren nun das Vereinatal hinaus; eine einmalig schöne Landschaft! Natürlich war das Stöckeln in der Ebene und das mehrmalige Aufsteigen von jeweils wenigen Metern mit der Zeit anstrengend und ermüdend. Die wilde Natur machte dies jedoch mehr als wett. Es wurde dann gar noch etwas abenteuerlich, denn ein paar Passagen waren relativ schmal und etwas abschüssig. Sogar ein riesiger Eiszapfen musste umgangen werden …
 
Nach den letzten Wald-Passagen erreichten wir schliesslich Novai (1361m) und wenig später die Monbiel-Strasse; unterhalb der Alphütte Garfiun. Hier wartete ein von uns bestelltes Taxi, welches wohl einige Zeit auf uns warten musste … Von hier ging’s dann zum Bahnhof Klosters und per Zug zurück nach Davos, wo die meisten stationiert waren oder ihr Auto geparkt hatten.
 
Schön war’s – zumindest für mich. Der verunfallten Person wünsche ich an dieser Stelle schnelle Genesung; hoffentlich war’s nichts Schlimmes …

SLF: mässig
 
Fazit:
eine aussergewöhnliche Tour bei Kaiserwetter in einer herrlichen Landschaft. Das Tüpfchen auf dem „i“ wäre der (leider fehlende) Pulverschnee gewesen; aber das wäre ja jetzt „Jammern auf hohem Niveau“ … ;-)

Schwierigkeiten:
Aufstieg = WS
Abfahrt = ZS
 
Bemerkungen:
aufgrund der zahlreichen, z.T. langen Pausen ist es schwierig, eine vernünftige Zeitangabe zu machen (für eine detaillierte GPS-Auswertung war ich zu faul …). Wir waren insgesamt 5 ½ Std. unterwegs; davon kann jedoch mind. 1 Std. Wartezeit bzw. Pausen abgezogen werden.

Tourengänger: Linard03


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Geodaten
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Kommentare (2)


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Gelöschter Kommentar

Linard03 Pro hat gesagt: RE:
Gesendet am 28. März 2018 um 20:34
Danke - und in diesem Fall "gleichfalls"!
Ich muss gestehen, dass ich das Pischahorn vorher kaum kannte und nicht auf meinem Radar hatte. Zu Unrecht; denn es ist ein phantastischer Aussichts-Gipfel!
Gruss, Richard


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