Cevedale und Laaser Marmor - Geschichte, Kultur und hohe Berge im Martelltal


Publiziert von PStraub , 23. März 2018 um 15:01.

Region: Welt » Italien » Trentino-Südtirol
Tour Datum: 8 März 1997
Ski Schwierigkeit: WS
Wegpunkte:
Geo-Tags: I   Gruppo Monte Cevedale 
Zeitbedarf: 6 Tage
Aufstieg: 6000 m

Anfang März 1997 fuhren Irène und ich für eine Skitouren-Woche so richtig weit ins Ausland: ins Vintschgau. Stationiert waren wir im Alpengasthof Schönblick zuhinterst im Martelltal. An sich wollten wir in die höher gelegene Zufallhütte, doch diese war ausgebucht. Was sich als Glücksfall herausstellte: die Wirte waren herzlich und das Essen fast überirdisch.

Auf der Hinreise besuchten wir das karolingische Kloster Müstair, seit 1983 das UNESCO-Weltkulturerbe Nr. 269, wo wir an einer Führung teilnehmen konnten.

Das ganze Vinschgau ist voller historischer und kutureller Kleinode, so Glurns, die kleinste Stadt des Südtirols, und all die Burgen und Schlösser, die sich die Ministerialen der Churer Bischöfe und lokale Adelsgeschlechter gegenseitig vor die Aussicht gestellt haben (Churburg, Reichenberg, Fürstenburg ..).

Dass es dem Tal am Fusse wichtiger Alpenpässe wirtschaftlich schon immer recht gut ging, zeigen die vielen Kirchen und Kapellen, von denen einige bis in die frühromanische Epoche verweisen.

Gerne hätte ich vor Ort mehr vom berühmten Laaser Marmor gesehen, doch die Abbaugebiete sind nicht gerade besucherfreundlich.

Doch neben all den "geistigen" Schätzen, die wir bei eher zweifelhaften Witterungsbedingungen besuchen gingen, wurde das Skitourenfahren nicht völlig vergessen.

Am Montag (03. März) stiegen wir via Madritschjoch auf die Hintere Schöntaufspitze (3324 m; ca. 1300 Hm).

Am Mittwoch (05. März) besuchten wir die (nicht geöffnete) Casatihütte (3254 m). Da ich die Hütte als eher verwahrlost in Erinnerung habe, waren wir wohl eher beim Not- und Winterlager Rifugio Guasti (3269 m; ca. 1250 Hm).

Am Freitag (07. März) machten wir die Rundtour Plattenspitze (3722 m) - Rosimtal - Sulden - Bahn bis zur Madritschhütte - Madritschjoch (3123 m; ca. 1700 Hm).

Und zum Schluss ging es am Samstag (08. März) via Casatihütte auf die Suldenspitze (3323m, Irène) bezw. auf den Cevedale (3769 m, ich; ca. 1750 Hm).

Die Zugänge zu all diesen Zielen sind in HIKR bereits beschrieben. Und sie sind vor Ort völlig offensichtlich - das ganze Gebiet ist ausserordentlich skitouren-freundlich.
Das gilt übrigens auch für die Tourismusorganisationen und Bergbahnen, welche Skitourengänger als willkommene, zahlende Gäste verstehen. Nicht als lästige Plage, wie nur zu oft bei uns ..

Beeindruckend und bedrückend sind die (damals noch?) allgegenwärtigen Spuren des Gebirgskrieges von 1915-1918, auf die man vor allem in der Ebene hinter der Zufallshütte überall trifft/traf.

Das ganze Gebiet ist Teil des Nationalparks Stilfser Joch.
Wenn die zuständigen Stellen in Bern (= BFU) für Schweizer Nationalparks ähnlich vernünftige Regeln anwenden würden wie hier, wären die Projekte "Parc Adula" und "Locarnese/Maggiatal" nicht am Widerstand der lokalen Bevölkerung gescheitert.

Gutes Essen, guter Wein, (meist) guter Schnee - eine perfekte Woche!

Tourengänger: PStraub


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