Tête Ronde (3017m) & Culan (2789m)


Publiziert von Omega3 , 25. April 2009 um 01:51. Text und Fotos von den Tourengängern

Region: Welt » Schweiz » Waadt » Waadtländer Alpen
Tour Datum:24 April 2009
Schneeshuhtouren Schwierigkeit: WT5 - Alpine Schneeschuhtour
Wegpunkte:
Geo-Tags: CH-VD 
Zeitbedarf: 8:30
Aufstieg: 2500 m
Abstieg: 2500 m
Zufahrt zum Ausgangspunkt:cff logo Les Diablerets
Zufahrt zum Ankunftspunkt:cff logo Les Diablerets
Kartennummer:1285

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Beim Kartenstudium zu dieser Tour wollte ich im Internet einen Überblick über den aktuellen Gletscherstand der Diablerets-Region gewinnen. Dabei musste ich mit Schrecken feststellen, dass im Diablerets-Massiv der Gipfel Le Dôme seinen 3000er Status eingebüsst hatte, und zwar von 3016m (Kartenausgabe 1980!) auf 2996m runter. Das sind satte 20 Meter, die da abgeschmolzen sind. Das tut natürlich weh, denn nun fehlt ein 3000er in meiner Sammlung (zum Glück habe ich das Manko heute wieder ausgleichen können). Könnte man da nicht einen Pistenbully engagieren, der wieder etwas Schnee hochschaufelt, in der Region fahren ja genügend rum. Noch übler wurde es mir, als ich meine Gedanken weiterschweifen liess, und mir vorstellte, was wohl passieren würde, wenn plötzlich ein Schweizer 4000er seine magische Grenze verlieren würde. Nehmen wir als Beispiel den Kleinsten - korrekt wäre wohl den Niedrigsten, aber das klingt irgendwie minderwertig - 4000er, das Lagginhorn mit 4010m. Es ist ja nicht abwegig, das sich da ein gröberer Felsabbruch ereignen könnte, 12 Meter sind nicht viel, und da hat das Lagginhorn dann mit 3998m plötzlich das Nachsehen! Schön, für jene, die im Begriffe sind, alle 4000er zu sammlen - die müssten einen weniger angehen. Schön auch für jene, die ihn als 4000er bestiegen hätten - die hätten dann einen mehr! Ja, es würde eine Zweiklassen-4000er-Gesellschaft entstehen - die einen MIT, die anderen OHNE. Ich glaube fast, so weit würde es gar nicht kommen. Umgehend würde ein Verein für das Original-Lagginhorn ins Leben gerufen, und man würde es in seiner wahren Grösse rekonstruieren. Und etwas Ähnliches könnte man doch mit Le Dôme auch machen. Aber ich bin ziemlich abgeschweift, zurück zu unserer Tour:
 

Tourenbeschreibung
 

Wir starten in Les Diablerets und folgen dem markierten Bergweg zum Refuge Pierredar. Beim Anmarsch blickt man ehrfürchtig in die 1600 Meter hohe, abweisende NW-Wand des Diablerets-Massivs und denkt sich, wenn ich da hoch komme, dann habe ich ganz schön was geleistet! Bis zu den Pierres Noires (ca. 1880m) ist der Bergweg bis auf wenige Schneeflecken aper. Darüber benützen wir die Schneeschuhe. Skis wären auch denkbar, allerdings wiegen die Schneeschuhe auf dem Rücken doch einiges weniger und das hochsteigen in Bergschuhen ist bequemer. Beim Refuge empfängt uns ein heftiger Wind, sollte sich der noch steigern, würde es schwierig werden für den Gipfelerfolg. Vom Refuge geht es leicht abwärts zum P.2254, bei guter Sicht ist von hier der weitere Routenverlauf gut erkennbar. In der recht steilen Flanke sucht man die Passagen mit der jeweils geringsten Hangneigung (35...40°) und arbeitet sich so empor. Glücklicherweise hat sich der Wind inzwischen wieder gelegt. In der oberen Hälfte liegt lockerer Schnee auf einer harten Unterlage, das Hochkommen mit Schneeschuhen ist ziemlich anstrengend, Zaza leistet enorme Spurarbeit - danke! Auf 2800m folgt vor dem Finale ein steiler Hang, mit den Schneeschuhen kommen wir nicht mehr recht vorwärts, also satteln wir um auf Steigeisen und erklimmen den Gipfelgrat in der Direttissima (kurz um 45°). Über den einfachen E-Grat zum ersehnten Gipfel. Das Wetter wird leider zusehends trüber. Auf dem Gipfel mache ich dann einen leisen Vorschlag, man könnte nun doch noch den nahen Culan angehen. Entlang der Aufstiegsspur steigen wir bis 2800m ab. Hier braucht es keine grossen Überredungskünste und schon queren wir in östlicher Richtung zum Culan. Da wir nicht wissen, welche Schwierigkeiten der Grat via Tête d' Enfer birgt, steigen wir ab zum Glacier de Culan (ca. 2600m) und danach weiter zum Gipfel des Culan. Von hier können wir nun den ganzen Grat einsehen - keine Schierigkeiten sichtbar - alles Gehgelände. So gehen wir vom Culan zur Tête d' Enfer und erreichen den 3. Gipfel, das reicht für heute. Wir folgen nun dem Grat in Richtung Tête Ronde zum P.2710 und dann entlang der Aufstiegsspur zurück zum Refuge Pierredar, wo uns wieder der bekannte Wind, diesmal angereichert mit Schneeflocken, empfängt. So nehmen wir bald den restlichen Abstieg unter die müden Füsse.
 

Wir haben ganz schön was geleistet :)


Tourengänger: Omega3, Zaza

Galerie


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Kommentare (1)


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Zaza hat gesagt: this was fun!
Gesendet am 27. April 2009 um 12:07
Schade nur, dass wir nicht am Samstag dort waren: Das Wetter wäre besser gewesen und wir hätten dem legendären Steilski-Crack Patrick Vuillemier bei der Abfahrt durch die Nordwand zuschauen können:
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