Heustock (2470 m)


Publiziert von PStraub , 28. Februar 2018 um 19:24.

Region: Welt » Schweiz » Glarus
Tour Datum:28 Februar 2018
Ski Schwierigkeit: WS
Wegpunkte:
Geo-Tags: CH-GL   CH-SG   Spitzmeilengruppe 
Aufstieg: 1750 m

Da der Wind heute langsam auf Südwest dreht und der Nebel weg ist, sollte trotz Rekord-Kälte eine Tour möglich sein. Die Wahl fiel auf den Heustock. Das war früher eine häufig begangene Tour, die Skihütte Gams wurde damals nicht zuletzt wegen dessen Traum-Hängen in dieser eher abgelegenen Gegend errichtet.

Start war in Engi-Dorf. Die Temperatur war um -15°C oder tiefer, doch abgesehen von etwas Bergwind war es ruhig und somit gut auszuhalten.
Schon bald nach der Weseta (Frottée-Fabrik) ist die Strasse schneebedeckt und mit Ski begehbar - allerdings wegen den Sunnenhörnli-Abfahrern ziemlich eisig. Unterwegs traf ich einen Schneeschuhgänger, den es Richtung Widerstein zog. An zwei Stellen wurde die Strasse von Lawinen überführt. Diese haben jede Menge junge Fichten mitgerissen, was das Durchkommen nicht einfacher macht.

Kurz nach den Hütten von Üblital kam ich in die Sonne, ab hier konnte man quasi hemdärmlig gehen. Es hatte Spuren Richtung Gams, und vor der Hütte flatterte die Fahne. Es war somit jemand da.

Auf etwa 1800 m kommt man aus dem Wald und sieht die weiten Hänge rund um den Heustock. Aber es fehlen noch fast 700 Hm.

Es hatte alte Spuren in den Hängen, doch die waren nicht zu brauchen. Die Vorgänger waren bei warmem Wetter unterwegs gewesen, die Spuren waren vereist. Die Steigspur war ohnehin viel zu flach angelegt, und die Abfahrspuren waren insofern gemein, als man beim Hinunterfahren aufpassen musste, dass die Ski nicht in einer alten "Leise" hängen blieben.
Auch die Unterlage war eher eisig. Einmal mehr wäre es ohne Harscheisen eine rechte Plackerei geworden.

Auf dem Gipfel war der Westwind bereits spürbar, und zunehmend zogen Cirren auf.

Die Verhältnisse bei der Abfahrt waren erstaunlich gut: etwas Neuschnee auf einer tragenden Harschschicht.

Ins Mülibachtal hinunter wollte ich nicht via Gams, sondern in einer Waldschneise, dort, wo auf der Karte "Übelis" steht. Das Problem ist nur: Von oben sieht man nur den immer steiler werdenden Hang, ein unteres Ende ist nirgens auszumachen. So beschiss ich mich mit einigem Auf und Ab zwischen den Köpfen von Plätz und Werbentros vorbei zu einer Flanke, wo ich bis zum Bach abfahren konnte.
Die folgende Passage kannte ich von hier, doch heute war das dank kalten Schnees ganz passabel zu begehen (es geht ständig auf und ab, von "Fahren" kann kaum die Rede sein).

Von der Abfahrt Plättlihütte - Engi gibt es nicht viel zu sagen, es ist halt meist eng und steil und verfahren. Und unten zunehmend eisig.
Vor Üblital bin ich nicht der Strasse gefolgt, sondern zum Bach abgefahren. Welchen ich dann queren durfte. Was bei den eisigen Verhältnissen nicht ganz einfach war - und mir zwei "schuevoll" bescherte. Doch Skischuhe mit übergezogenen Hosenbeinen sind erstaunlich dicht, die Folgen waren ganz erträglich.

Im Gasthaus Hefti gab es dann noch einen Imbiss und ein Erfrischungsgetränk aus lokaler Produktion.

An sich lassen sich von Engi aus ein ganze Reihe von lohnenden Touren machen (Gufelstock, Heustock, Magerrain, Wissmilen, Gulderstock). Doch das sind alles zackige Touren mit reichlich Höhen- und/oder Distanz-Metern.

Tourengänger: PStraub


Galerie


Slideshow In einem neuen Fenster öffnen · Im gleichen Fenster öffnen


Kommentar hinzufügen»