Fälensee im Vorfrühling


Publiziert von Seeger Pro , 19. April 2009 um 21:06.

Region: Welt » Schweiz » Appenzell
Tour Datum:19 April 2009
Wandern Schwierigkeit: T1 - Wandern
Schneeshuhtouren Schwierigkeit: WT2 - Schneeschuhwanderung
Wegpunkte:
Geo-Tags: CH-AI   Alpstein 
Zeitbedarf: 1 Tage 5:00
Aufstieg: 800 m
Abstieg: 800 m
Strecke:11 km
Zufahrt zum Ausgangspunkt:öV: über Appenzell mit Bus nach Brülisau (Achtung auf Winterfahrplan) Auto: Appenzell – Weissbad – Brülisau (eventuell bis Pfannenstiel, Parkgebühr Fr. 3.-)
Zufahrt zum Ankunftspunkt:dito
Unterkunftmöglichkeiten:Unterkunft: Plattenbödeli, 1279m, ganzen Winter Sa/So offen. www.plattenboedeli.ch Hundsteinhütte SAC 1551m, immer offen (Winterraum) www.hundsteinhuette.ch
Kartennummer:2514 WK Obertoggenburg-Appenzell

Wie schreibt man Fälensee? Mit oder ohne „h“? Beides ist richtig, sagen die Spezialisten. Die Abhandlung brachte mich auf die Idee, diesen Fälensee wieder einmal zu besuchen. Ist ja schon einige Zeit her, dass ich das letzte Mal dort war. Dabei liegt er in der näheren Umgebung; zum Einstieg keine halbe Stunde mit dem Auto.
Das Wetter ist mir hold: Schon wieder ein „geschenkter“ Vorfrühlings-Sonnentag. („Geschenkt“ ist ein schöner Tag dann, wenn der Wetterbericht das Gegenteil voraussagt). Um knapp neun Uhr bin ich im Pfannenstiel, 940m, und steige das Brüeltobel hinauf. Die Strasse ist mit viel Aufwand vom Schnee befreit. Im oberen, steilen und eisigen Teil besteht die Möglichkeit, auf einer seitlichen Galerie auszuweichen. 09 30Uhr stehe ich schon im Eingang vom Plattenbödeli, 1279m. Einige Gäste, welche hier übernachtet haben, sind am Frühstückstisch/-büffet. Die sehr zuvorkommende Wirtin bedient mich dazwischen mit einem Café crème und Nastüechli und erkundigt sich, wie der Weg gewesen sei. Im Winter ist hier jeweils Sa/So geöffnet. Der nahegelegene Ruhsitz ist im Winter Do bis So geöffnet. Super Service! Danke!
Frisch gestärkt geht es weiter Richtung Fälensee. Der Weg verliert etwas an Höhe, in die Senke des Sämtisersees, 1209m,  hinab zu führen, um gleich nachher wieder anzusteigen. Hier sind Schneeschuhe vorteilhaft, aber es geht auch ohne. Auf 1320m Höhe quert man den Lawinenniedergang, welcher sich am Furgglenfirst  gelöst und Steine, Bäume und Grasbüschel mitgerissen hat.
Kurz vor der Bollewees steige ich bei Lech rechts hoch zur Clubheimhütte der Sektion St. Gallen SAC, 1527m.www.sac-stgallen.ch. Diese auf einem Sporn liegende Hütte, die im Jahr 2007 das 75-Jahr-Jubiläum feiern durfte, steht allen Clubmitgliedern zur Verfügung und ist das Eldorado für Jung und Alt, welche von hier aus  die Kreuzberge, Hundsteinbäuche, Stifelwand, Dreifaltigkeit u.a. unsicher machen. Auch Kinder-, Eltern/Kinder-, Grosseltern/Grosskinder-Bergsteigen haben hier ihre Basis! Von St. Gallen ist man in rund 2 ½ Std. hier.
Einhundert Meter tiefer liegt – in schroff abfallende Felswände eingebettet – der Fälensee, 1460m. Teilweise noch trügerisch zugefroren. Dieser See hat – wie übrigens auch der Sämtisersee – lediglich einen unterirdischen Abfluss auf die Rheintaler Seite. Man vermutet sogar Höhlengänge. Jedenfalls finden die Fische im ausgetrockneten Sämtisersee im Berginnern Zuflucht. Südlich liegt die Saxer-Lücke – ein schon im Mittelalter bekannter Übergang ins St. Galler Rheintal.
Nach einem Trinkhalt geht es hinunter zum Gasthaus Bollewees, 1470m, welches im Winter geschlossen ist. Genau nördlich führt der unter einem Meter hohen Schneedecke liegende Weg zum Stifel, dem Wanderweg entlang des nördlichen Ufers des Fälensees (jetzt wegen Steinschlag gefährlich zu passieren) und zur Hundsteinhütte. Alles gut beschildert. Ich steige zur Hundsteinhütte SAC, 1554m, hoch und staune wegen den noch liegenden Schneemassen einesteils und den blitz-sauberen Räumlichkeiten vom Keller-WC (neue Handtüechli) bis hinauf zum Winterlager. Gratulation. Diese Hüttenwarts-Familie muss ich unbedingt im Sommer kennen lernen. www.hundsteinhuette.ch. Ob die Sektion Säntis wohl ein 50-Jahr-Jubiläum macht? (Baujahr 1959) Mittagessen:  Menü 1, wie gewohnt. Tee. Apfel. Schoggi vergessen. Halb so schlimm.
Durch das Stifel-Kamin steige ich rund 200 Meter in die Rheintaler Sämtisalp ab. Mit den Schneeschuhen ist es etwas „krautig“. Aber dank der Übung…..Bei Pt 1410 zweigt der Weg Wideralp – Bötzel – Meglisalp ab. Skifahrer benützen gerne diesen Weg, um vom Säntisgipfel her über die Meglisalp zur Bollewees zu gelangen.
Von der Rheintaler Sämtisalp leicht abfallend gegen die Appenzeller Sämtisalp – zu den melodischen und in der Volksmusik immer wieder verwendeten Rufen des Kuckucks – und in leichtem Gegenanstieg zum Plattenbödeli. Die fleissigen Wirtsleute haben einige Stühle und Tische auf die Terrasse gestellt. Die Kundschaft weiss es zu schätzen.
Nach kurzer Einkehr geht’s steil das teils eisige Brüeltobel hinab. Kleine Schritte geben weniger Schläge auf die havarierten Kniegelenke. Und so erreiche ich – inmitten von aufgestellten Sonntagsausflüglern – den Pfannenstiel.
P.S.: Zuhause angelangt, suche ich die Website von der Hundsteinhütte und was fand ich denn da? Den Bericht von chaeppi, vom 28. Februar. Somit hat der Leser die wissenschaftlichen Grundlagen in Wort und Bild zum Thema: Schneeschmelze in den Voralpen im Raster von 50 Tagen.

Tourengänger: Seeger

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