Volcán Chinyero 1552m, Volcán Garachico 1399m und drei weitere Gipfel


Publiziert von Sputnik Pro , 31. Januar 2018 um 23:47. Text und Fotos von den Tourengängern

Region: Welt » Spanien » Kanarische Inseln
Tour Datum:22 Januar 2018
Wandern Schwierigkeit: T3 - anspruchsvolles Bergwandern
Wegpunkte:
Geo-Tags: E 
Zeitbedarf: 5:00
Aufstieg: 580 m
Abstieg: 580 m
Strecke:Zirka 13 km
Zufahrt zum Ausgangspunkt:Keine Busstation vorhanden, der nächste vom öffentlichen Verkehr bediente Ort ist Chío. Von dort per Anhalter oder mit Taxi zum Ausgangspunkt (18km auf der Strasse TF-38). Fahrpläne vom Bus unter www.titsa.com .
Zufahrt zum Ankunftspunkt:Analog Zufahrt zum Ausgangspunkt.
Unterkunftmöglichkeiten:Keine am Berg. Die nächsten Unterkünfte sind Ferienwohnungen in Chirche (9km entfernt vom Ausgangspunkt) oder eine Pension in Guía de Isora (12km entfernt vom Ausgangspunkt, 3km von Chirche).
Kartennummer:CNIG 1:25000: Santiago del Teide (1091-III) und La Montañeta (1091-IV)

DIE JÜNGSTEN VULKANE TENERIFFAS.

Bei der zweiten Vulkanbergwanderung auf Teneriffa sollte uns zur jüngsten gelogischen Geschichte näher bringen. In einer Rundwanderung bestiegen wir für Vulkankegel wobei der jünste erst vor etwas mehr als hundert Jahren ausbrach. Die Landschaft wird auch „Arenas Negra“ genannt welche von den beiden jüngsten Vulkanen des Gebietes geschaffen wurden. Neben den praktisch vegetationslosen Lavafächen und den beiden kahlen Schlackenkegel waren die anderen drei Gipfel bewaldet. Somit ergab sich eine abwechslungsreiche Tour welche ich bestens weiter empfehlen kann. Vor der Tour und am Abend fotografierte ich am Strand von La Mareta den südlichen, in Europa kaum sichtbare Südsternhimmel; einige Fotos habe ich dem Bericht beigefügt.

Informationen zum Volcán Chinyero (1552m):

Der Schlackenkegel Chinyero liegt an den unteren Hängen des Pico del Teide und ist zirka 10km von ihm entfernt. Er überragt seine Umgebung jedoch lediglich um etwa 60 Meter. Der gehört zum Abschnitte der jüngsten Vulkanen die aus dem Abque-Kamm hervorgehen. Der Vulkan war der letzte Ausbruch auf der Kanareninsel Teneriffa. Vom 18. bis 27.11.1909 wurden lediglich 2km² Fläche von Lava und Asche überdeckt. Der erste bekannte Ausbruch des Chinyeros ereignete sich 1393. Der Vulkan liegt im Schutzgebiet „Reserva Natural Especial del Chinyero“ und wird vom Wanderweg Nummer 43 umrundet. Der Schlackenkegel ist nahezu völlig kahl, Umgeben ist er ausser dort, wo die Lavaflüsse erstarrten, von Kiefernwäldern. Chinyero darf nach den Parkregeln nicht bestiegen werden, dennoch hat es nord- und westseitig Wegspuren (Schwierigkeit T2) die auf seinen Gipfel leiten.

Informationen zum Volcán Garachico (1399m):

Früher hiess der Vulkan Montaña de Trevejo, heute wird er allgemein als Volcán Garachico bezeichnet. Er liegt in der Arenas Negras etwa 3km nördlich des jüngsten Vulkanes Chinyero. Am 5.5.1706 brach er letztmals aus und zwei basaltische Lavaströme flossen in Richtung Meer, dabei wurde der 8km entfernte Küstenort Garachico teilweise zerstört. Von den Gebäuden des Ortes blieb die Kirche und das Kloster San Franciso verschont. Da der Hafen durch Lava zerstört wurde, wurde dieser anschliessend nach Santa Cruz verlegt. Der Ausbruch des Vulkans der Nordwestlichen Riftzone Teneriffas dauerte damals knapp 40 Tage und endete am 13.6.1706. Der Vulkankegel ist grösstenteils kahl, nur im Norden reichen Kiefern bis in den Vulkankrater hinauf. Der Vulkan liegt im Schutzgebiet „Reserva Natural Especial del Chinyero“ und darf nicht bestiegen werden. Die Wanderwege mit den Nummern 43 und 43.1 führen jedoch um den Vulkan herum. Von Westen her gibt es allerdings Pfadspuren (Schwierigkeit T2) auf den vom Umland 75m hoch aufragenden Kegel.

Informationen zum Montañas Negras (1403m):

Der Vulkan liegt in der Arenas Negras südwestlich des Volcán Garachico. Sein letzter Ausbruch fand wahrscheinlich 1492 statt, dies ist jedoch bestätigt. Er liegt in der der Nordwestlichen Rift Teneriffas auf der Line der Störzone vom Garachico und Montaña de los Tomillos. Ausser stellenweise an der Ost-, Süd, und Nordwestseite ist der Berg bewaldet. Da kein offizieller Weg auf den Gipfel führt und der Vulkan im „Reserva Natural Especial del Chinyero“ liegt, darf er nicht bestiegen werden. Dennoch sind die Aufstiege über wegloses Gelände einfach (Schwierigkeit T2).

Informationen zum Montaña de los Tomillos (1392m) und Montaña de la Cruz (1523m):

Beide vollständig bewaldete Vulkankegel gehören zum Nordwestlichen Rift Teneriffas. Der Montaña de los Tomillos liegt dabei auf der Störzone Garachico-Negra-Tomillos, der Vulkan Montaña de la Cruz auf einer parallel verlaufenen Störzone Chinyero-Cruz. Vom Montaña de los Tomillos ist der letzte Ausbruch unbekannt wogegen der Cruz-Vulkan letztmals vor 2800 Jahren (Unsicherheit ±50 Jahre) aktiv war. Beide Vulkane gehören zum „Reserva Natural Especial del Chinyero“ in dem die Wege nicht verlassen werden dürfen. Somit darf lediglich der Montaña de la Cruz offiziell bestiegen werden, auf ihn schraubt sich eine einfacher Wanderweg  hoch (Schwierigkeit T1), deutlich schwieriger ist eine direkter Aufstieg über die Flanken (bis T2). Montaña de los Tomillos könnte man durch steilen Bergwald (T2) weglos besteigen.

Unsere Tour:

Heute fuhren wir schon früh von unserem Hostel mit dem Mietwagen ab um früh auf die Vulkankegel zu steigen. Neben dem vorteil der schönen Licht-Schattenspiele bei teifstehendem Sonnenstand ist, dass wir so den Parkwächtern aus dem Weg gehen können - die kommen unserer Meinung nach erst am späten Morgen zusammen mit den meisten Wanderer. Die Besteigung der Vulkane ist ja bekanntlich nicht erlaubt.

5 Uhr und mein Handywecker klingelte. So früh wollten David und ich eigentlich nicht aufstehen, aber ich hatte mein Weckzeit zur Arbeit vergessen abzustellen. Egeal, da ich nun wach war und einen klaren Sternenhimmel sah ging ich an nahen Strand um die südlichen Frühsommersternbilder zu sehen und fotografieren. Dennoch war unser Plan früh loszufahren um vor allem die jungen Vulkane Chinyero und Garachico bei Tagesanbruch zu besteigen. Um diese Zeit sind kaum Leute unterwegs und wahrscheinlich ist es den Parkwächtern auch noch zu früh. Irgendwann stand auch David auf und wir fuhren bei Dunkelheit los.

Bei fortgeschrittener Dämmmerung erreichten wir unseren Ausgangspunkt an der Strasse TF-38 bei Kilometer 15. Es war kühl und zuerst liefen wir auf dem Chinyero-Rundwanderweg durch den Kiefernwald. Plötzlich lichteten sich die Bäume und wir standen östlich des Chinyeros. Der erstarrte Lavastom war etwas mühsam zum queren, doch sobald wir auf Wegspuren über den Ostgrat hochstiegen wurde es bequemer. Beim ersten Vermessungsschein erreichten uns auch die ersten Sonnenstrahlen. Die Sonne tauchte die tiefschwarze Lavalndschaft und den umliegenden Wald in wunderschönes Licht. Zum Schluss wurde der Grat flacher und schon standen wir auf dem Gipfel des Chinyerios. Hier rasteten wir und genossen die herrliche Aussicht.

Nordeitig surften wir die Hänge des Chinyeros herunter und standen wieder auf dem Wanderweg. Mittels GPS und Karte peilten wir nun das nächste Ziel, Volcán Garachico, an. Dabei wanderten wir stets durch schönen Bergwald und nahmen beim Montaña de las Flores eine weglose Abkürzung. Ebenfalls verliessen wir den Wanderweg als sich der Wald vor dem Garachico lichtete. Die Bäume standen hier nur noch vereinzelt in pechschwarzem Lavakies. Direkt unter dem Westgrat Garchicos war die Umgebung völlig vegetationslos. Auch dieser Grat hatte Wegspuren und wir genossen den eindrücklichen Aufstieg. Oben angelangt frühstückten wir bevor es über den Grat hinunter in einen Sattel ging. Hier stand auch ein Schild das die Vulkanbesteigung eigentlich verbietet. Doch wir waren früh dran und sahen weit und breit keinen Menschen.

Das nächste Ziel war der Montañas Negras. Vom Sattel stiegen wir mässig steil den Lavakies in richtung des besagten Gipfels auf. Der obere Teil des Hanges war wieder bewaldet und gut begehbar. Als wir auf der Kannte standen sahen wir dass wir denmit Lavakies gefüllten Krater queren mussten um dahinter auf den höchsten Punkt zu gelangen der wieder bewaldet war. Dies war ein Katzensprung und schon rutschten wir andernseits wieder die Lavakieshänge hinunter.

Nun standen wir unter dem vollständig bewaldeten Montaña de los Tomillos. Auch dieser Gipfel war rasch erreicht um so rasteten wir mitten im Wald auf dem Gipfel mit fein durch Kiefernnadeln gepolstertem Boden. Abgestiegen waren wir südseitig bis zum Wanderweg. Hier trafen wir auch erstmals auf Touristengruppen als wir zum Montaña de la Cruz schlenderten.

Das letzte Ziel gingen wir direkt von Norosten an und stiegen durch den bewaldeten, alten Krate sehr steil zum obersten Gipfelgrat und weiter zum höchsten Punkt bei einem Häuschen. Über die Ostflanke gelangten wir wieder auf den Wanderweg und über ihn zurück zum Auto. Allerdings sah ich David plötzlich nicht mehr und folgte zu lange dem Weg - als dank durfte ich durch ein Lavageröllfeld (Monataña Roca Cangrejo) zum Ausgangspunkt zurück stoplern...

Genaue Route: Siehe beigelegte Karte.

Tourengänger: Sputnik, dabuesse


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T1

Kommentare (4)


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Felix Pro hat gesagt:
Gesendet am 11. Februar 2018 um 12:23
schlichtweg eine der schönsten Gegenden - da würde ich sofort wieder hin!

lg Felix

Sputnik Pro hat gesagt:
Gesendet am 12. Februar 2018 um 06:24
Hallo Felix,

Ja Teneriffa hat mich echt überrascht und super gut gefallen. Die nächsten Urlaube sind auch schon geplant: einmal in Norden, einmal in Osten und einmal in die Tropen weit im Südwesten :-)

LG, Andi

Felix Pro hat gesagt: RE:
Gesendet am 12. Februar 2018 um 11:51
du hast ja einiges vor :-)
Tropen im SW?

lg Felix

Sputnik Pro hat gesagt: Höchster Niederländer
Gesendet am 12. Februar 2018 um 12:19
NL-Antillen, Antigua, St.Kitts und Dominica :-)

Oder: 4 Landeshöhepunkte in 2 Wochen.


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