Rossstock (2460m) bei viel Schnee


Published by Chrichen Pro , 4 February 2018, 09h36.

Region: World » Switzerland » Uri
Date of the hike:24 January 2018
Snowshoe grading: WT3 - Demanding snowshoe hike
Ski grading: PD
Waypoints:
Geo-Tags: CH-SZ   CH-UR 
Time: 4:30
Height gain: 750 m 2460 ft.
Height loss: 750 m 2460 ft.
Route:ca. 7.5 km
Access to start point:Mit dem PW via Sisikon nach Riemenstalten, Chäppeliberg / Seilbahn bis Gitschen
Access to end point:(Gleicher Weg umgekehrt)

Der Rossstock ist ein einfaches, häufig besuchtes und aussichtsreiches Gipfelziel im Liderengebiet, das sich auch bei nicht ganz idealen Bedingungen anbieten kann. Aufgrund der Nordausrichtung der Hänge lässt sich meist eine gute Schneequalität erhoffen. Den Preis den man dafür zahlt ist zumindest im Januar und bei frühem Start ein eher schattiger Aufstieg.

Ein Blick in die Wetterprognosen am Montag Morgen sagt schönes Wetter für den Mittwoch voraus. Das Lawinenbulletin hingegen warnt zu diesem Zeitpunkt vor verbreitet sehr grosser Lawinengefahr. Die Tendenz lässt einen Rückgang bis Mittwoch erhoffen, dennoch starten wir mit mulmigem Gefühl die Tourenplanung. Als Notnagel soll die eine oder andere fast vollständig flache Tour dienen. Einige andere Optionen werden dennoch besprochen. Mit Spannung erwarten wir das Bulletin am Dienstag Abend, und tatsächlich, die Schneedecke scheint sich wie erhofft nach den grossen Schneefällen rasch stabilisiert zu haben. Es wird ein nicht allzu scharfes "erheblich" ausgegeben für die Regionen, die in unserem Interesse stehen. Der Rossstock sollte gehen, und die Seilbahn ab Riemenstalden, Chäppeliberg fährt auch. So entscheiden wir uns, einen Versuch zu wagen.

Gitschen - Mälchbödeli - Rossstock (WS / WT3)
Ca. um 08:30 starten Silvia, Stevo47 und ich bei der Bergstation Gitschen. Wie erwartet hat es sehr viel Schnee. Um aus dem Häuschen der Bergstation herauszugelangen muss man sich ducken. Ein Wegweiser ist fast vollständig eingeschneit. Es sind auch einige andere Tourer unterwegs, was beruhight, aber dennoch nicht zu einem Gefühl von falscher Sicherheit führen soll.

Einer vorhandenen Skispur folgend gehen wir wenig absteigend den Spilauhütten entgegen und oberhalb von diesen hindurch in Richtung Mälchbödeli. Die Spilauhütten sind stark eingeschneit und wurden teilweise von einer Lawine verschüttet. Das fällt mir erst beim Abstieg im Sonnenschein richtig auf. Die zahlreichen Lawinen in den E-Flanken vom Hundstock sind aber nicht zu übersehen.

Auf fast der gesamten Route herrscht heute gepresster Pulver / Triebschnee auf einer mehr oder weniger tragenden Unterlage vor. Um genau zu sein, ist der Schnee derart beschaffen, dass Silvia und ich mit den Skiern selbst neben der Spur kaum einsinken, während Stevo47 mit den Schneeschuhen ordentliche Löcher treten muss. Da unter diesen Umständen eine Verwendung der Skispur keinen Sinn macht, hat Stevo47 die Ehre, den gesamten Weg bis zum Gipfel zu spuren. Dies ist vor allem im unteren kräfteraubend. Das schnellere Vorankommen mit Ski nutze ich für ein paar kleine Foto-Abstecher.

Bis zum Mälchbödeli haben uns schon einige Tourengeher überholt, darunter eine recht grosse Gruppe. Für den folgenden Steilhang lassen wir die anderen ein wenig vorausgehen und machen Entlastungsabstände, wie im Bulletin sogar speziell empfohlen. Die grosse Gruppe vor uns macht ebenfalls Abstände, eine Dreiergruppe noch weiter vorne klebt frisch und fröhlich aneinander. Das können wir nicht ganz verstehen, denn Entlastungsabstände kosten nichts und sind sehr effektiv.

Bald schon erreichen wir den Rücken vom Rossstock und damit wieder flacheres Gelände. Ich nutze die Gelegenheit noch um ein wenig Spitzkehren zu üben. Nachfolger könnten von der absolut sinnlos angelegten Spur verwirrt sein :-). Mittlerweile läuft die Spurarbeit für Stevo47 dank geringerer Einsinktiefe besser, und es geht ziemlich schnell voran. Stets mehr oder weniger der vorhandenen Spur folgend steigen wir über den langen Rücken dem Gipfelaufbau entgegen.

Immer schöner werden dabei die Ausblicke. Der Hundstock ist tief verschneit und erinnert an Gipfel im Himalaya. Die abschüssige Nordflanke vom Fulen ist ebenfalls vom Weiss geprägt. Am Sisigerspitz lassen sich viele Gleitschneelawinen verschiedenen Datums und Fischmäuler erkennen. Der Blick gegen den Vierwaldstädtersee hin besticht vor allem durch die Kontraste zwischen Weiss und Grün, denn in tieferen Lagen hat es kaum Schnee. Schön zeigen sich heute Spannort, Titlis, Blackenstock, Brunnistock &co.

Die grosse Gruppe vor uns befindet sich recht lange im Gipfelhang. Schon aus der Ferne lässt sich erahnen, dass die Verhältnisse dort nicht traumhaft sein würden. Im Bereich vom P.2325 gibt es denn auch immer mehr Eisflächen. Deshalb entscheiden Silvia und ich bereits beim Wegweiser unter dem Gipfelaufbau die Ski zu deponieren und auf Steigeisen zu wechseln. Stevo47 ist hier mit den Schneeschuhen im Vorteil und kann den vereisten Gipfelhang problemlos hochstapfen. Zumindest mit Harscheisen wäre man auch mit Ski höher gekommen und hätte dann ohne Steigeisen zum Gipfel hochsteigen können. Die Ski frühzeitig zu deponieren war dennoch keine so schlechte Idee. Meist ohne tief einzusinken kommen Silvia und ich gut hoch. Einige Stellen sind dermassen vereist, dass selbst die Zacken der Steigeisen getragen werden. Einfach geht es zum finalen kurzen Gratstück mit dem höchsten Punkt und weiter zum Gipfelkreuz. Wir bestaunen gemütlich die schöne Aussicht zur Gipfelreihe vom Clariden bis zum Windgällen. Unten im Kinzig-Gebiet liegt viel Schnee.

Abstieg/Abfahrt auf der gleichen Route (WS / WT3)
Nachdem wir die Aussicht hinreichend genossen haben, steigen wir wieder ab zu unserem Skidepot beim Wegweiser, denn auf dem Gipfel windet es ein wenig. Unten angekommen legen wir dann eine gemütliche Rast ein, bis wir vom Schatten des Gipfelaufbaus schliesslich vertrieben werden. Danach folgt eine schöne Abfahrt auf gut fahrbarem Schnee zurück zur Bergstation Gitschen. Auch Stevo47 kann den Abstieg in vollen Zügen geniessen.


Eine sehr schöne Tour wie immer, dieses Mal bei eindrücklichen Verhältnissen. Wir waren erstaunt über die eisigen Verhältnisse am Gipfelhang. Die Steigeisen hatten wir eigentlich nur proforma eingepackt. Einige Leute haben sogar auf den Gipfel verzichtet. Abgesehen vom Rossstock wurde auch der Hagelstock gemacht und die Chaiserstocksätz. Ansonsten hielt sich die Tourenaktivität im Gebiet sinnigerweise stark in Grenzen.

SLF: erheblich

Hike partners: Chrichen, Stevo47


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