Piz Alv (2769) & Rotstock (2951m)


Publiziert von أجنبي , 19. Januar 2018 um 13:44.

Region: Welt » Schweiz » Uri
Tour Datum:12 Januar 2018
Ski Schwierigkeit: WS+
Wegpunkte:
Geo-Tags: CH-GR   CH-TI   CH-UR   Gruppo Piz Blas   Gruppo Pizzo Centrale 
Aufstieg: 1750 m
Abstieg: 3200 m
Strecke:91b, 911a, 920a, 920b und 921d nach SAC-Führer “Skitouren Zentralschweizer Voralpen und Alpen”: Gemsstock – Schwarzwasserfirn – Ober Gafallensaum – Gafallenbach – Bortwasser – Vermigelhütte – Porggeren – Portgerenstafel – P. 2553 – Piz Alv – St. Peterstöckli – Portgerenstafel – Porggeren – Vermigelhütte – Bortwasser – Ober Satzgletscher – Guspislücke – Rotstock – Guspislücke – Chrummegg – Guspis – Gotthardpassstrasse – Hospenthal
Zufahrt zum Ausgangspunkt:Auto bis Hospenthal, ÖV bis Andermatt, LSB bis Gemsstock
Zufahrt zum Ankunftspunkt:Auto ab Hospenthal
Kartennummer:LK 1:50.000: 255 S Sustenpass, 256 S Disentis/Mustér / LK 1:25.000: 1231 Urseren, 1232 Oberalppass

Lange galt es nicht zu studieren, wo wir wohl Pulverschnee finden würden. Das Bedrettotal war uns noch zu heikel, dafür sank die Lawinengefahr um den Gemsstock herum auf „mässig“. Nach einer ziemlich mühsamen Parkplatzsuche (sie endete in Hospenthal, was uns am Folgetag entgegenkommen würde) schafften wir es mit etwas Verspätung auf den Gemsstock.

 

Bei ziemlich schlecher Sicht traversierten wir vom Gemsstock in Richtung Gafallenlücke. Dass da noch ein paar Spuren vom Vortag waren, kam uns sicherlich entgegen. Danach wurde die Sicht besser und einer rauschenden Pulverabfahrt zum Gafallenbach stand nichts im Weg. Danach kurvten wir gemütlich das Bachbett runter, was doch auch etwas speziell war. Bei heiklerer Lawinensituation könnte die lange Schlucht leicht zur Falle werden.

 

Schliesslich erreichten wir die Vermigelhütte, schaufelten den Eingang frei, deponierten einen Haufen Zeug, assen etwas und wandten uns danach unserem Gipfelziel zu. Mittlerweile hatte der Himmel wieder etwas zugezogen, weshalb die schlechtere Sicht wieder zum Thema wurde. Direkt bei der Hütte fuhren wir in östlicher Richtung zum Bach hinunter, um auf dessen anderen Seite zum Portgerenstafel hochzufellen. Unser Minimalziel lautete St. Peterstöckli, im besten Fall würden wir uns den Piz Alv vorknöpfen. So oder so hatten wir's vor allem auf eins abgesehen: Powdern was das Zeug hält.

 

Vom Portgerenstafel spurten wir also in Richtung Passo di Froda hoch und zweigten dann links ab und stiegen den etwas steileren Hang zum St. Peterstöckli hoch, das wir nach gut eineinhalb Stunden (ab Vermigelhütte) erreichten. Dort traversierten wir den O-Hang, um via Normalroute auf die O-Schulter des Piz Alv zu gelangen. Das klappte tipptopp, doch die letzten paar Dutzend Meter auf den Gipfel waren uns zu heikel: Auf der Südseite verwächtet, auf der Nordseite etwas gar steil angesichts dessen, dass der Gipfel sich unmittelbar an der mässig/erheblich-Grenze befand.

 

Wir weinten dem Gipfel keine Träne nach, denn nun folgte mit der Abfahrt ja das Highlight. Absolut unverspurte Hänge, Traumpulver, was will man mehr? Etwas weniger traumhaft war danach die Temperatur in der Vermigelhütte. Eigentlich hatten wir ja gehofft, draussen an der Sonne sitzen zu können. Doch mangels Sonne verkrochen wir uns sogleich in die 2°C warme Hütte und widmeten uns dem Einheizen. Der Winterraum der Vermigelhütte ist eigentlich kein solcher. Vielmehr sind die Küche und ein Schlafzimmer geöffnet, dazu im Keller die sanitären Anlagen. Es hat etwas Strom und eigentlich alles, was man braucht. Nur Decken hatte es unseres Erachtens etwas wenige (bei Vollbelegung pro Person eine, wobei wir aufgrund der Kälte mit drei bis vier pro Person schliefen...).

 

Für den zweiten Tag hatten wir uns den Rotstock vorgenommen. Auch hier blühte uns einige Spurarbeit. Schliesslich trafen wir bei der Abzweigung vom Gafallenbach auf zwei weitere Tourengänger, die vom Gemsstock abgefahren waren und ebenfalls in unsere Richtung aufstiegen. Zur Abzweigung ist zu sagen, dass man sich erst nach ein paar Dutzend Höhenmeter in das markante Tälchen begibt, dass sich nach oben zieht – also nicht von Anfang an. Danach bietet die Orientierung keine Schwierigkeiten, sofern man Karten und Gelände lesen kann.

 

Bald gelangten wir an die Sonne und freuten uns über etwas Wärme, doch auch dem Ober Satzgletscher herrschte wieder das pure Gegenteil: -10° C und etwas Wind. Nach insgesamt etwa zwei Stunden erreichten wir die Guspislücke. Nun blühte uns noch ein steiler Aufstieg zum Gipfel. Zum Glück war dort bereits die Sonne drin, denn aufgrund der Exposition war der Schnee dort ziemlich hart gewesen. Zweieinhalb Stunden nach Abmarsch bei der Vermigelhütte erreichten wir den Gipfel des Rotstocks.

 

Nach der Mittagsrast entschieden wir uns, keinen zweiten Gipfel anzuhängen. Die Abfahrt zur Gotthardpassstrasse war nämlich noch längst nicht verkarrt, weshalb da noch einiger Genuss zu erwarten war. Wir fuhren via Chrummegg ins Guspis. Bei der Routenwahl gibt es viele Optionen, Schwierigkeiten bieten sich nirgends. Im Guspis hielten wir uns schliesslich auf der linken, d.h. südlichen Bachseite. Auch hier hatte es noch viel Pulverschnee, der allerdings zuweilen mit neckischen Eisplatten gespickt war. Der Hang zur Brücke beim Lüftungsschacht des Gotthardtunnels war dann etwas holpriger. Dort schnallten wir die Ski kurz ab, liefen zur Strasse hoch und fuhren auf dieser nach Hospenthal ab.

 

SLF: mässig (Triebschnee)


Tourengänger: أجنبي


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Geodaten
 38765.kml Gemsstock - Vermigelhütte - Piz Alv
 38766.gpx Vermigelhütte - Rotstock - Hospenthal

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