Carschinahütte - kein Gipfel dank White Out


Publiziert von boerscht Pro , 29. Dezember 2017 um 15:51.

Region: Welt » Schweiz » Graubünden » Prättigau
Tour Datum:27 Dezember 2017
Schneeshuhtouren Schwierigkeit: WT3 - Anspruchsvolle Schneeschuhwanderung
Wegpunkte:
Geo-Tags: CH-GR 
Zeitbedarf: 2 Tage
Aufstieg: 750 m
Abstieg: 750 m
Strecke:13,4 km
Zufahrt zum Ausgangspunkt:Über St. Antönten zum Parkplatz 5
Kartennummer:https://map.geo.admin.ch

Trotz nicht so toller Wettervorhersage wollen wir von Sankt Antönien auf die Carschinahütte gehen, dort im Winterraum übernachten und am nächsten Tag über Schafberg und Girenspitz zurück. Ganz so wie geplant, konnte das dann allerdings nicht in die Tat umgesetzt werden.

Tag 1:

Sankt Antönien Parplatz 5 - Carschina Untersäss - Carschina Mittelsäss - Carschinahütte WT3; 3 h:

Vom Parkplatz Nummer 5 hinter Sankt Antönien gehts los. Wir folgen dem gewalzten Weg in Richtung Partnun und zweigen an der Brücke über den Schanielabach in Richtung Carschina Untersäss ab.
Auf bester Spur von Skitourern gehts in zwei großen Serpentinen hinauf zum Carschina Mittelsäss. Auf dem ganzen Weg bisher hat es schon viel Schnee.
Da mein Kumpel ziemlich erkältet ist gehts nur langsam aufwärts und wir machen viele Pausen. Nach dem Mittelsäss gibts eine qurze Querung in Richtung der Ganda Hochebene. Hier zieht der Nebel nun langsam zu und die Kontraste verschwinden ziemlich, sodass wir die Spur verlieren. Durch die dünne Harschdecke bricht man bei jedem Schritt ein und die Orientierung ist nicht gerade einfach, sodass wir oft aufs Handy mit GPS schauen müssen.
Unsre Route ist nicht ganz optimal und wir gehen genau zwischen den beiden Moränen, welche auf der Karte eingezechet sind, in einer kleinen Mulde.
Das ganze war dann doch ziemlich anstrengend und zeitraubend, sodass wir genau zum Einbruch der Dunkelheit die Carschinahütte erreichen.
Die beiden Hüttenwarte, welche heute morgen mit dem Heli gekommen sind und die Hütte nun die nächsten 2 Wochen bewirten, warten schon auf uns.
Dankenderweise können wir im Lager übernachten und müssen so nicht noch den Winterraum einheizen. Sogar unser Essen können wir abgeben und es wird für uns gekocht, was ein Luxus, vielen Dank dafür.
Warm ist es noch nicht wirklich in der Hütte, sodass 4 Lagen Decken benötigt werden.

Tag 2:

Carschinahütte - Brunnenegg - Partnun - Sankt Antönien PP 5 WT3; 4 h:


Eigentlcih wollten wir ja zum Sonnenaufgang auf den Schafberg, dann weiter zum Girenspitz und von dort zurück nach Sankt Antönien. Nach Blick aus der Tür verfällt diese Idee sofort und wir müssen erstmal schauen, dass wir überhaupt irgendiwe wieder gut zurück kommen. Über Nacht gabs 20-40 cm Neuschnee mit starkem Wind, sodass es hohe Verwehungen gibt. Die Lawinensituation ist auch nicht gerade optimal, da der Neuschnee auf dünner Harschdecke aufliegt und ziemlich einfach auszulösen ist. Dazu kommt noch völliges White Out.
So lassen wir uns viel zeit beim Frühstück und brechen gegen 9 Uhr auf. Stefan, der Hüttenwart erklärt uns auf der Karte noch die beste Absitegsroute bei heikler Lawinensituation, welcher wir dann auch so gut wie es geht folgen.
Wir folgen so gut es geht der 2200 m Höhenlinie bis zu einer kleinen, eingeschneiten Hütte. Es herrscht völliges White Out. Man sieht wirklich null Kontraste, nur ab und an mal einen Felsen. Es ist schon schwer zu erkennen, ob es beim nächsten Schritt rauf oder runter geht. Der Neuschnee und bei jedem Schritt bis zum Knie einsinken, machen die Sache nicht gerade fördernder. Ah und es schneit auch noch ziemlich stark.
Dank dem GPS auf dem Handy können wir die Route gut halten und stehen nach vielem Auf- und Ab- vor einem Steilhang, bei dem wir nicht sehen wie weit es nach unten geht. Nach Test rutscht bei minimaler Belastung direkt ein breites Stück ab, einfach runterrutschen ist also keine Option. Wir stehen vor der auf der Karte eingezeichneten Moräne bei der 2200 m Schrift. Wir entscheiden uns diese nordseitig zu umgehen, was dann auch gut geht.
Nach kurzem Gegenaufstieg stehen wir auf dem Brunnenegg. Von hier an ist die Orientierung dann einfacher, da man immer die nächste Almhütte schemenhaft erkennen kann.
Bei der ersten Almhütte kommen uns ein paar Skitourer entgegen, welche uns mit "Ah, noch so ein paar verrückte Grüßen". Sie wollen zur Carschinahütte. Wir folgen anschließend ihrer Spur, wobei wir eine Steilzone (siehe Karte) dann auf Hinweis vom Hüttenwart doch lieber umgehen. Durch schönsten Powder und nun mehr Sicht können wir dann nach Partnun hinunter absurfen.
Nach Einkehr im Gasthaus gehts auf dem gewalzten Weg zurück zum Parkplatz, wo erstmal das Auto ausgegraben werden will.


Schade, dass es mit den Gipfeln nicht geklappt hat, es wäre bei deisen Verhältnissen definitiv zu gefärlich gewesen. So ein White Out ist wirklich eine unschöne Sache haben wir gemerkt. Ohne GPS oder Kompass kann man da ganz schön aufgeschmissen sein. Die Hütte ist super und wir kommen gerne bei besseren Verhältnissen nochmal.

Verhältnisse:
  • Temperatur: ca. -10°C
  • Schneedecke: (Tag 1) Harschdecke auf Pulver / (Tag 2) 20 - 40 cm Neuschnee stark verweht
  • Lawinenwarnstufe: (Tag 1) 2 Mässig / (Tag 2) 3 Erheblich

Tourengänger: boerscht


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