Kampenwand Ost(Vor)Gipfel (ca.1658 m) - der Modeberg ganz einsam


Publiziert von Nic , 1. Januar 2018 um 10:42.

Region: Welt » Deutschland » Alpen » Chiemgauer Alpen
Tour Datum:26 Dezember 2017
Wandern Schwierigkeit: T4 - Alpinwandern
Klettern Schwierigkeit: I (UIAA-Skala)
Schneeshuhtouren Schwierigkeit: WT3 - Anspruchsvolle Schneeschuhwanderung
Ski Schwierigkeit: WS+
Wegpunkte:
Geo-Tags: D 
Zeitbedarf: 5:00
Aufstieg: 1100 m
Abstieg: 1100 m
Zufahrt zum Ausgangspunkt:Parkplatz der Kampenwandbahn in Hohenaschau (5 Euro)
Kartennummer:Kompass Karte Nr. 10

Die Kampenwand bei Aschau gehört zu den bekanntesten und zugleich beliebtesten Gipfeln der Chiemgauer Alpen. Der Name leitet sich von ihrem Aussehen ab. Der gezackte Gipfelgrat erinnert an den Kamm eines Hahnes. Spricht man von der Kampenwand, ist meist der etwas niedrigere Ostgipfel gemeint. Der etwas höhere Hauptgipfel wird in der Regel von Wanderern so gut wie nie betreten und bleibt den Kletterern vorbehalten. Das Gipfelkreuz ( Auch Chiemgaukreuz) auf dem Ostgipfel ist mit einer Höhe von 12 Meter das höchste Bergkreuz in den Bayerischen Alpen.

Während der teils versicherte Schlussanstieg dem trittsicheren Wanderer im Sommer keine allzu großen Probleme bereitet, zeigt der Gipfel im Winter vor allem bei widrigen Verhältnissen seine Zähne. Es handelt sich dabei auf den letzten Metern schon um eine relativ anspruchsvolle und durchaus alpine Tour, die keinesfalls unterschätzt werden sollte. Da uns die letzten stark ausgesetzten Meter aufgrund der Vereisung zu heikel waren, haben wir es heute beim westlichen "Vorgipfel" etwas unterhalb des eigentlichen Gipfels belassen. Die Aussicht kann sich allerdings auch hier schon sehen lassen. Vor allem der Blick ins gegenüberliegende Kaisergebirge macht einen Besuch überaus lohnend.

V
om Parkplatz in Hohenaschau folgen wir teils der Skipiste, im oberen Bereich dem bezeichneten Reitweg, hinauf zur bewirtschafteten Steinlingalm. Der weitere Anstieg kann je nach Verhältnissen den Einsatz von Grödel oder sogar Steigeisen erfordern. Im Bereich oberen Bereich sind bei den heutigen Bedingungen Steighilfen unentbehrlich. Eine dicke Eisschicht überzieht die Felsen und macht den Anstieg nicht ganz ungefährlich. Mit der gebotenen Vorsicht ist allerdings alles noch im grünen Bereich. Nach dem durchqueren der sogenannten Kaisersäle folgt mit dem finalen Gipfelanstieg der anspruchsvollste Abschnitt der heutigen Tour.  Kurz hinter der (bereits ausgesetzten) seilversicherten Passage, haben wir uns trotz Grödel und guter Tritte dafür entschieden abzubrechen und auf die letzten paar Meter zu verzichten. Die Bedingungen waren nicht wirklich gut und ein Ausrutscher in der folgenden Querung wäre mit Sicherheit der Letzte!

Nach einer längeren Pause etwas unterhalb des Gipfels machen wir uns vorsichtig wieder an den Abstieg zurück zur Steinlingalm. Um wenigstens noch einen "richtigen" Gipfel mitzunehmen, entscheiden wir uns im Anschluss für eine Überschreitung des kreuzlosen Sulten, der nochmal fantastische Ausblicke bietet.

Mit auf Tour:

"Bergbuddy" Nadja aus Rosenheim (die schon etwa 100 Mal auf der Kampenwand war). Viele Grüße an dieser Stelle!



Schwierigkeiten:

Von Hohenaschau zur Steinlingalm T1 WT2
Gipfelanstieg Kampenwand Ost- bzw. Kreuzgipfel (bei den heutigen Bedingungen)  T4 I WT3 bzw. WS+
Überschreitung Sulten T2 WT2 WS


Fazit:


Aussichtsreiche ****Tour, die im Winter nicht unterschätzt werden sollte. Der Anstieg darf im letzten Abschnitt durchaus als  alpin bezeichnet werden und bleibt bei winterlichen Verhältnissen ausschließlich erfahrenen Leuten vorbehalten.

Tourengänger: Nic


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