Bobotov kuk (2.522 m) - Höchster Berg vollständig in Montenegro


Publiziert von pika8x14 Pro , 12. Januar 2018 um 02:25.

Region: Welt » Montenegro (Crna Gora)
Tour Datum:30 August 2017
Wandern Schwierigkeit: T4 - Alpinwandern
Wegpunkte:
Geo-Tags: MNE 
Aufstieg: 850 m
Abstieg: 850 m
Zufahrt zum Ausgangspunkt:Per Pkw über die schmale Nebenstraße Žabljak - Trsa - Plužine. Kleiner Parkplatz am Straßenrand (ca. 1.730 m) oberhalb des Dobri do (westlich des Sedlo), Beginn des Wanderweges ins Urdeni do (und weiter in Richtung Zeleni vir sowie Bobotov kuk).
Zufahrt zum Ankunftspunkt:Dobri do (Abzweig des Weges ins Urdeni do von der Straße Žabljak - Trsa - Plužine) - Urdeni do - Mliječni do - Wegkreuzung am Zeleni vir - Velika previja - Bobotov kuk - Velika previja - Lučin vrh - Velika previja - Wegkreuzung am Zeleni vir Mliječni do - Urdeni do - Dobri do
Kartennummer:Intersistem kartografija: DURMITOR, turističko-planinarska karta,1 : 22 000

Das Ziel einer weiteren Tour im Durmitor ist heute der


Bobotov kuk.

Mit einer Höhe von 2.522 m (teilweise werden auch 2.523 m angegeben) ist dieser die höchste Erhebung des Bergmassivs und gemäß dem Statistischen Jahrbuch von Montenegro (2017) gemeinsam mit der Maja e Rosit auch die „Nummer 1“ in Montenegro.

Andere Ranglisten ordnen mittlerweile Zla Kolata und Dobra Kolata allerdings noch davor ein. Da die entsprechenden Höhenangaben aber offenbar nicht auf amtlichen Vermessungen beruhen und teils auch widersprüchlich sind, ist aktuell nicht ganz sicher, welcher der vier Kandidaten denn nun tatsächlich der Landeshöhepunkt ist.

Fakt ist jedoch: Der Bobotov kuk ist in jedem Fall der höchste vollständig in Montenegro gelegene Berg. Denn sowohl Zla und Dobra Kolata wie auch Maja e Rosit befinden sich an der Grenze zu Albanien im Prokletije-Gebirge.

Und Fakt ist auch: Bezüglich „Schönheit“ braucht sich der Bobotov kuk vor den drei Mitbewerbern keinesfalls zu verstecken. Aus etlichen Perspektiven sieht der Berg richtig gut aus, z. B. beim Blick auf die wirklich beeindruckende Westwand

Für mögliche Besteigungen stehen verschiedene Ausgangspunkte zur Verfügung. Am häufigsten gewählt wird sicherlich der Pass am Sattel „Sedlo“ (1.907 m), über den die schmale Straße Žabljak - Trsa - Plužine führt. Aber auch etwas weiter westlich, am Rand des Dobri do (ca. 1.730 m) kann gestartet werden. Beide Routen vereinigen sich nahe dem See Zeleni vir. Von dort geht’s hinauf zum Pass Velika previja (2.351 m), der - sozusagen von der gegenüberliegenden Seite - auch von Žabljak erreichbar ist, siehe *Bericht von tef. Der Schlussaufstieg führt dann durch stellenweise heikles, steiles, ausgesetztes Gelände zum Bobotov kuk. Vom Übergang zum Nachbargipfel Bezimeni vrh (2.487 m) wird aktuell abgeraten.


Unsere Tour

Nach einer weiteren Nacht in der Nähe von Žabljak fahren wir am Morgen erneut auf dem schmalen Sträßchen (in Richtung Plužine) hinein ins Durmitor-Massiv. Wir passieren den Sedlo und gelangen am Rand des Dobri do zum von uns gewählten Startpunkt (ca. 1.730 m):

Kurz vor einer Kurve zweigt der Wanderweg ab, am Fahrbahnrand befinden sich einige Parkmöglichkeiten. Der von unserer Tour zum *Prutaš bekannte, kleine Parkplatz bei Šarban (ca. 1.710 m) würde etwa 500 m später erreicht.

„Dreiviertel Acht“ beginnen wir unsere Wanderung. Auf schmalem Pfad steigen wir in grob nördliche Richtung, wo wir bald ins Urdeni do gelangen. Nach einer Geländeschwelle erreichen wir die nächste Talmulde, Mliječni do, (etwa 1.950 m) und schwenken nun mehr ostwärts. Mittlerweile sind wir längst von steilen Felsflanken umgeben, unter anderem geht’s am Štit  und den „bunten Bändern“ Šareni pasovi vorbei.

Der weitere Aufstieg führt uns hinauf zur Wegkreuzung unweit des Zeleni vir (2.028 m). Der ein Stück abseits liegende See ist aktuell - nach einem heißen Sommer - ausgetrocknet.

Während wir bisher allein unterwegs waren, ist es nun vorbei mit der „Einsamkeit“: Gemeinsam mit zahlreichen Wanderern, die offenbar am Sedlo gestartet sind, setzen wir unsere Tour gemäß Wegweisung „Bobotov kuk“ fort. Bald geht’s über ein Geröllfeld und weiter im felsdurchsetzen Grashang nach oben, zwischendurch ist ein kurzes Steilstück auch mit Drahtseil gesichert.

Am Pass Velika previja (2.351 m) halten wir nur kurz, da hier bereits einige Wandergruppen pausieren.

Dann stapfen wir links (südlich/südwestlich) des beeindruckenden Gipfelaufbaus entlang und überschreiten den Grat, der vom Bobotov kuk zur Đevojka zieht. Damit wird nun auch der Blick frei - hinunter zu den beiden Bergseen Škrčka jezera und ins Umland, bis nach Bosnien.

Weiter geht’s auf einem wenig ansteigenden, etwas ausgesetzten Pfad durch die abschüssige Westflanke. Dann halten wir uns sozusagen „scharf rechts“ und gelangen mit kurzen Kraxeleinlagen wieder steiler nach oben.

Zu guter Letzt wartet noch die „Schlüsselstelle“: Der - aktuell mit Stahlseil gesicherte - Steig führt ein Stück durch steilen, aber halbwegs gut gestuften Fels (T4 - 5, I). Es ist also noch ein bisschen Kletterei erforderlich, bevor es ganz zum Schluss noch wenige Meter etwas einfacher zum Gipfel des Bobotov kuk (2.523 m) geht.

Hier kommen wir ca. „Halb 11“ an und haben damit - einschl. Pausen knapp drei Stunden für den Aufstieg benötigt. Kurzzeitig sind wir noch allein, bevor nach und nach unzählige Berggänger aus unterschiedlichen Ländern eintreffen. Bei bestem Wetter - und entsprechender Aussicht - rasten wir gut eine Stunde.

Dann steigen wir wieder ab. Grundsätzlich nehmen wir dabei den vom Aufstieg bekannten Weg, weshalb keine großen Überraschungen auftreten.

Anders sind vor allem folgende Dinge:

1. Durch Entgegenkommende gibt’s hier und da durchaus etwas Stau - besonders an der Kletterstelle unterhalb des Gipfels, was uns aber nicht weiter stört. Zwischen Zeleni vir und Dobri do ist es später aber wieder „einsam“ - abgesehen von einer großen Schafherde.

2. Vom Sattel Velika previja machen wir noch einen kleinen „Abstecher“ zum Gipfel Lučin vrh (2.396 m) - u. a. mit schönem Blick zum gegenüberliegenden Bobotov kuk.

3. Angenehmerweise geht’s nun viel öfter nach unten als nach oben…

Gegen 14.45 Uhr erreichen wir wieder den Ausgangspunkt unserer Wanderung oberhalb des Dobri do. Insgesamt sind wir also 7 Stunden unterwegs - bei ca. 2 Stunden Pause. Hinter uns liegt eine wirklich schöne Tour zum höchsten Berg im Durmitor.

Und uns bleibt noch genügend Zeit, die Umgebung wie auch das kulinarische Angebot von Žabljak weiter zu erkunden…


pika8x14 sind heute: A. + A.

Tourengänger: pika8x14


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Kommentare (2)


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Linard03 Pro hat gesagt:
Gesendet am 13. Januar 2018 um 08:19
... und noch eine coole Tour in Montenegro; gratuliere!
Lg, Richard

pika8x14 Pro hat gesagt: RE:
Gesendet am 14. Januar 2018 um 00:16
… ja, eine coole Tour war es definitiv.

Weil das Durmitor-Massiv wirklich richtig schön ist, hatten wir dort von vorherein einige Besteigungen geplant. Und der Bobotov kuk stand da natürlich ganz oben auf unserer "Wunschliste", zumal er auch im aktuellen Statistischen Jahrbuch von Montenegro - unverändert neben der Maja e Rosit - als höchster Berg des Landes geführt wird ;-).

Viele Grüße, Andrea + André.


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