Von Cimalmotto nach Alpe di Sfii (Schneeschuhtour)


Publiziert von Seeger Pro , 13. April 2009 um 20:25.

Region: Welt » Schweiz » Tessin » Locarnese
Tour Datum:13 April 2009
Schneeshuhtouren Schwierigkeit: WT3 - Anspruchsvolle Schneeschuhwanderung
Wegpunkte:
Geo-Tags: CH-TI   Gruppo Rosso di Ribia 
Zeitbedarf: 5:00
Aufstieg: 450 m
Abstieg: 450 m
Strecke:10 km
Zufahrt zum Ausgangspunkt:öV: Mit der FAHT von Locarno nach Cevio. Kleinpostauto nach Cimalmotto (Achtung auf wenige Verbindungen) Auto: Locarno – Valle Maggia – Cevio – im Dorf nach links abzweigen Richtung Val di Campo/Bosco Gurin – nach Cerentino nach links abbiegen – in Cimalmotto hat es Eingangs Dorf links genügend Parkplätze
Zufahrt zum Ankunftspunkt:dito
Unterkunftmöglichkeiten:Cimalmotto: Azienda Munt la Reita (www.muntlareita.ch), Matratzenlager und Verpflegung, sehr persönlich geführt, Verkauf von Landwirtschaftlichen Produkten: Super Alpkäse!
Kartennummer:Bosco/Gurin 1291

Ostermontag-Morgen im Tessin. Um 6 Uhr weckt mich eine Amsel, welche keinen besseren Ort für ihre Gesangsstunde gefunden hat als direkt über meinem Schlafzimmerfenster. Auf, Alter Junge! Heute geht’s nach Cimalmotto im Val di Campo über dem Maggiatal.
Nur wenige verirrte Autofahrer sind unterwegs und so bin ich ziemlich rasch in Cevio. Es folgen einige steile und enge Kurven nach Cerentino hinauf. Kurzer Foto-Halt: Auf der andern Talseite ragt im Morgenlicht und schneebehangen der Rosso di Ribia und der Cregnell empor. Dieses Schauspiel lass ich mir nicht entgehen. Dann weiter die bekannte Abzweigung nach links nach Cimalmotto. Schneeschuhe auf den Rucksack schnüren. Letzter Check: Karte, Bussole, Höhenmeter, Fotoapparat und Natel.
Dann geht’s einen Kilometer ebenaus und weiter 120m steil ins Tobel hinunter zur Rovana. Dieser Fluss wurde in früheren Zeiten gestaut und zum Flössen (Wassertransport von Baumstämmen) genutzt, bis das ganze Dorf durch Unterspülung in Bewegung geriet und in der Folge langsam abrutschte. Grosse bauliche Eingriffe brachten die Talfahrt gottseidank zum Stoppen.
Mich brachte jedoch die Brücke zum Stoppen! Ich habe mich mit einigen Umwegen nach unten durchgeschlagen und stehe vor dem ersten Hindernis: Die Eisenbrücke über die Rovana ist, sagen wir mal, ziemlich mit Schnee belegt.
Da ich ja gerne im Schnee wühle, wie ein Hikr-Kollege meinte, lege ich mich platt auf den Schnee, drehe mich 180 Grad und rutsche rückwärts in die Lücke zwischen Geländer und Schneemade und zwänge mich im Spalt hindurch bis zur anderen Seite. Nun muss ich nur wieder auf die Schneehöhe hinaufkommen: Zu diesem Zweck eignen sich die Querverstrebungen ausgezeichnet.
Über eine flache Waldlichtung geht es angenehm dreihundert Meter flussabwärts, um dann steil nach rechts aufzusteigen. Diese Passage hat eine Markierung an einem Lärchenstamm. Trotzdem versteige ich mich, da ich zu fest nach rechts bergwärts halte. Ich muss nochmals zur Markierung zurück und verliere etwa eine halbe Stunde. Anhand des Kartenstudiums sehe ich den Fehler ein und halte mich etwas weniger steil eher nach links haltend und finde die Rodungen des Weges recht gut. Weiter über Lawinenkegel und jenseits des auf der Karte gut eingetragenen Baches ansteigend erreiche ich das Bildstöcklein auf etwa 1520m Höhe.
Weniger steil gleite ich über 150 bis 200 cm Schnee Richtung Alpe di Sfii, dessen schön ausgebauten Hütten dank wunderschönem Sonnenschein von weitem zu sehen sind. Dass sie mit Schnee überdeckt sind, lässt mich cool. Heute muss ich keine Hütte ausgraben.
Die Temperatur steigt sprunghaft an. Ich verzehre kurz meinen Mittagslunch und trete sofort den Rückweg an. Dank meinen Spuren geht dies reibungslos und auch die Brücke „stellt sich nicht mehr so quer“. Übung macht den Meister……
Ins Maggiatal zurückgekehrt zeigt ein Blick aufs Thermometer: 25 Grad! Familien besuchen die Maggia und die Kinder plantschen. Voll krass. Ich gusle in Massen von Schnee und hier unten freuen sich die Menschen am warmen Frühlingstag. Barfuss und in kurzen Hosen…
What a strange world!
 

Tourengänger: Seeger

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