Schneeschuhtour vom Osterfeuerkopf zum Hirschberg - abenteuerlicher Abstieg inklusive


Publiziert von mabon , 7. Dezember 2017 um 00:02.

Region: Welt » Deutschland » Alpen » Bayrische Voralpen
Tour Datum: 3 Dezember 2017
Wandern Schwierigkeit: T3 - anspruchsvolles Bergwandern
Schneeshuhtouren Schwierigkeit: WT5 - Alpine Schneeschuhtour
Wegpunkte:
Geo-Tags: D 
Zeitbedarf: 1 Tage 7:00
Aufstieg: 1200 m
Abstieg: 1000 m
Strecke:Parkplatz Walchenseestraße - Osterfeuerkopf - Eckleiten - Ölrain - Hirschberg - Eckleitengraben - Hirschlaine - Wengwies - Parkplatz Walchenseestraße
Kartennummer:DAV BY9

Die Eschenloher Runde vom Osterfeuerkopf zum Hirschberg ist eine beliebte Wandertour. Im Winter wird sie jedoch eher selten begangen. Noch nicht vorgestellt wurde hier der Schneeschuhabstieg über die Südflanke des Hirschbergs, die sich ob der nebelverhangenen Unübersichtlichkeit des Geländes in die Westflanke verlagerte und somit jäh in heiklem Terrain endete. Aber der Reihe nach.

Es beginnt am Parkplatz Walchenseestraße bei -5°. Die Szenerie leuchtet in mystischem Blau. Es ist still; so richtig still; absolut nichts zu hören. Kein Lüftchen regt sich. Ich traue mich kaum aufzutreten, möchte ich doch die Ruhe nicht stören.

Schnell ist der Osterfeuerkopf erreicht. Die Sonne arbeitet sich zusehends durch das Gewölk, bis der Blick auf die Zugspitze plötzlich eine Zeitlang völlig frei wird. Immer wieder phantastisch! Aha - Kollege Chiemgauer war auch schon hier; Grüße an dieser Stelle nach Haag.

Besonders schön ist der Übergang zur Eckleiten, wo speziell die Kiefern mystisch flüstern. Zu magisch deren Anblick, was wohl an der zauberhaft funkelnden Eislasur in Verbindung mit den rotbräunlich aus dem winterlichen Weiß herausleuchtenden Stämmen liegt.

Ich mache nur kurze Pausen, denn hier oben ist es merklich kühler und der Wind frischt immer mehr auf. In Bewegung bleiben ist demnach wichtig. Bis kurz vor Erreichen des Ölrains ist das Ganze ob der geringen Schneeauflage gut gangbar. Nun müssen die Schneeschuhe aber zwingend angezogen werden.

Die Schneekonsistenz ist perfekt. Pulver galore! Bei diesen Traumverhältnissen sah ich mich fast dazu verleitet, den sanften Ostgrat des Ölrains bis ganz nach unten zu verfolgen. Doch halt: Ich wollte noch zum Hirschberg hinüber. Also die erste sich bietende Gelegenheit nutzend den Südhang nach unten, bis zur Einsattelung zwischen Ölrain und Hirschberg.

Nun recht steil und etwas mühsam den Nordhang des Hirschbergs knapp 200 zusätzliche Höhenmeter hinan zum Gipfel, wo ich mich wegen des Windes und der Kälte nur kurz aufhalte. Geplant war der direkte Südabstieg hinunter auf die Walchenseestraße, um auf dieser zum Ausgangspunkt zurück zu gelangen. Ob des plötzlich aufziehenden Nebels kann ich mich nicht mehr optimal orientieren und gelange in die schwierigere und nach unten hin immer steiler werdende Westflanke.

Als es wieder aufklart, finde ich mich steil über dem Eckleitengraben wieder. Die Querung ist mühsam und ausgesetzt; mit Schneeschuhen schwierig zu gehen. Nach geraumer Zeit des Absuchens und einigen Fehlversuchen findet sich dann doch eine passable Stelle, von der aus ich mich zehn Meter - Arme und Beine bilden nun eine X-Form - kontrolliert in den Eckleitengraben hinabgleiten lasse. Die Hose hat nun drei Löcher mehr.

Der Graben ist gut zu gehen; die vereisten Flächen gewähren mit Schneeschuhen sogar ein relativ gutes Vorankommen. Das Eis trägt jedoch nicht immer und meine Kleidung wird immer nasser. Wirkliche Probleme bereiten jedoch einige vereiste Steilabsätze, die nicht mehr gangbar sind. Also raus in die  Steilflanken, wo es sich mit den Evos von MSR ziemlich sicher in das Gras-Schnee-Gemisch krallen und fräsen lässt. Dennoch irgendwann nervig; zumal stets heikel.

Als dann die weniger anspruchsvolle Hirschlaine erreicht ist, kann diese im letzten Drittel nach links verlassen werden und etwas oberhalb findet sich im nun flacher werdenden Gelände ein halb zugewachsener Zugweg, der zu einer Brücke über die Hirschlaine führt.

Es ist geschafft und via Wengwies gelange ich in der Dämmerung zurück zum Startpunkt. Ein kleines Abenteuer findet sein Ende.





Tourengänger: mabon

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