Spitzmeilen und Wissmilen - zum Sonnenaufgang mit Übernachtung in der Spitzmeilenhütte


Publiziert von boerscht Pro , 10. Dezember 2017 um 16:58.

Region: Welt » Schweiz » St.Gallen
Tour Datum: 2 Dezember 2017
Klettern Schwierigkeit: I (UIAA-Skala)
Schneeshuhtouren Schwierigkeit: WT4 - Schneeschuhtour
Wegpunkte:
Geo-Tags: CH-GL   CH-SG   Spitzmeilengruppe 
Zeitbedarf: 2 Tage
Aufstieg: 1050 m
Abstieg: 1050 m
Strecke:17 km
Unterkunftmöglichkeiten:Spitzmeilenhütte SAC Winterraum (8 Personen). Reservierung empfohlen.
Kartennummer:http://map.geo.admin.ch/

Nach dem nicht ganz so tollen Sonnenaufgang am Seealpsee gehts weiter nach Flumserberg zur Talstation der Maschgenkamm Bahn. Wir wollen heute zur Spitzmeilenhütte und morgen zum Sonnenaufgang auf den Spitzmeilen gehen.

Tag 1:

Maschgenkamm - Spitzmeilenhütte WT 2; 2:45 h:

Mit der Maschgenkammbahn gehts für 30 Fr.- für auf und ab zum Maschgenkamm hinauf. Viel Skibetrieb ist noch nicht auf den Pisten, obwohl die Bedingungen nicht besser sein könnten. frischer Powder, kalte Temperatur und Lawinenstufe 2.
Südlich vom Ziger queren wir auf guter Spur zur Zigerfurgglen. Von hier gehts dann ziemlich direkt hinunter zur Alpe Fursch. Mit den Schneeschuhen kann man im dicken Powder sogar mit genügend Anlauf und der richtigen Technik etwas abfahren. Neid auf die Skispuren nebendran kommt trotzdem etwas auf.
Von der Alpe Fursch zur Spitzmeilenhütte ist der Weg mit Stangen markiert und somit nicht zu verfehlen. Bis zum Abzweig in Richtung Wissmilen ist alles gespurt. Ab hier müssen wir jedoch dann bis zur Hütte im Powder spuren, wobei man trotz Schneeschuhen ordentlich einsinkt.
Die Sonne ist schnell hinter den Bergen verschwunden und es wird bitterkalt. Heute Nacht soll es bis -18°C kalt werden.
Der Winterraum ist schon von 3 Leuten belegt und der Ofen zum Glück schon angeheizt. Der Raum an sich ist top ausgestattet und bietet 8 Plätze, welche heute auch alle belegt sind. Nach Abendessen und gemütlicher Runde gehts bald ins Bett, da wir zum Sonnenaufgang auf dem Spitzmeilen sein wollen.

Tag 2:

Spitzmeilenhütte - Schönegg Grat - Fuß des Spitzmeilen WT3 - WT4; 2:30h:


Gegen 5:00 Uhr klingelt der Wecker. Der Ofen ist leider komplett ausgegangen über Nacht und wir müssen nochmals neu anheizen um etwas Tee zu kochen. Leider muss ich feststellen, dass meine Schuhe komplett durchnässt sind. Gestern waren sie wohl gefroren und dann in der Hütte aufgetaut. Mist. So lege ich also über die Socken noch Plastiktüten und gehe so in die Schuhe. Eine gute Entscheidung, hat bestens funktioniert. Der Kollege dessen Schuhe ebenfalls nass waren, hat auf den Tipp verzichtet und sich dann eine ordentliche Frostbeule am großen Zeh eingefangen.
Bei -18°C gehts hinaus in Richtung Schönegg Grat. Der Mond leuchtet Hell, somit ist die Richtung gut zu sehen. Wir müssen jedoch alles Spuren. Nach Reko wo die wenigsten Wächten am Grat sind gehts an einer geeigenten Stelle hinauf. Noch kurz zu P.2203 und dann gehen wir den Grat entlang zum Spitzmeilen. Zur Kälte kommt hier noch ein Wind hinzu, welcher das ganze nicht besser macht. Da das Spuren viel Zeit gekostet hat, schaffen wir es nicht zum Sonnenaufgang zum Spitzmeilen, daher muss halt ein Felszacken am Grat als Fotomotiv herhalten. Beim Fotos machen mit Stativ und dem dabei Stehen wird einem direkt kalt. Der Sonnenaufgang über dem Nebelmeer war das frühe Aufstehen definitv wert. Die Sicht ist klar und man kann bis zum Nebelhorn in den Allgäuer Alpen sehen.

Der Schönegg Grat an sich ist teils etwas felsig. Die Stellen können überklettert werden (I) oder im recht steilen Gelände umgangen werden (WT4). Zum Spitzmeilen hin gehen wir alles auf der Gratkante bis unter den Felsaufbau und queren dann hinüber zum Colouir, welches zum Gipfel führt.

Spitzmeilen WT4 I; 10 min:

Unterhalb des Colouirs auf den Spitzmeilen wechsle ich die Schneeschuhe gegen Steigeisen und Stöcke gegen Pickel. Den andern beiden ist die Sache nicht ganz geheuer und sie warten solange unten auf mich.
Es ist noch nicht gespurt und der untere Teil ist höllisch anstrengend. Durch die Steilheit stecke ich teils bis zur Brust im Schnee und es ist ein ganz schönes gewühle, bis die Rinne endlich steiler wird. Der Pickel leistet ganz gute Hilfe, Steigeisen wären nicht unbedingt nötig gewesen.
Die Ketten sind nicht zu sehen und ich steige rechts am Rand der Felsen hinauf auf den Wintergipfel. Den eigentlichen Gipfel schenke ich mir, da die andern unten warten und das ganze eh schon lang genug gedauert hat.
Im Absiteg sehe ich die oberste Kette und lege diese etwas frei und greife gerne zu. Das Colouir ist schon ordentlich steil, das merkt man vor allem im Abstieg.

Spitzmeilen - Wissmilen WT3; 30 min:

Weiter gehts um den Felsaufbau des Spitzmeilens herum in Richtung Wissmilen, wobei die von uns gelegte Spur hier glaube ich nicht ganz die optimalste ist und eigentlich etwas höher verlaufen sollte. Hier ists recht steil und bei heikler Lawinenlage sicher nicht ganz ungefährlich.
Am Spitzmeilenfurggel machen wir erstmal ausgedehnte Mittagspause, wobei uns hier wie sich im Nachhinein herausstellte tricky und wohl auch xaendi über den Weg gelaufen sind.
Auch hier gehe ich noch schnell alleine auf den Gipfel des Wissmilens, während die andern beiden warten. Das Panorama heute ist einfach zu gut.

Wissmilen - Maschgenkamm WT2; 2:45 h:

Vom Wissmilen rennen, rutchen wir in ziemlich direkter Linie zum markeirten Weg hinunter, welcher zur Alpe Fursch führt. Von hier gehts über gewalzten Weg zum Sessellift Panüöl, welcher jedoch noch nicht in Betrieb ist. Wir folgen der Schlepplift Trasse und danach einer Spur hinauf zum Maschgenkamm, wo wir die Bahn hinunter zum Ausgangspunkt nehmen.

Anmerkung zum Parken: Über Nacht muss man hier im Parkhaus parken, was laut Schild happige 20 Fr.- kostet. Auf Nachfrage an der Kasse der Bahn wurde uns jedoch gesagt, dass wir, wenn wir in der Spitzmeilenhütte übernachten, keine Kosten anfallen.


Eine super Schneeschuhtour bei Verhältnissen, wie sie besser nicht hätten sein können. Einzig die Kälte am morgen war ziemlich hart. Der eine Kollege hat sich am großen Zeh eine ordentliche Frostbeule eingefangen.

Verhältnisse:
  • Temperatur: -6°C (Tag) bis -18°C (Abend / Morgen / Nacht)
  • Schneedecke: Pulverschnee
  • Lawinenwarnstufe: 2 Mässig

Tourengänger: boerscht


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Kommentare (3)


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Primi59 hat gesagt:
Gesendet am 15. Dezember 2017 um 10:48
Wahnsinn, wunderschöne Bilder und eine Traumhafte Tour, gratuliere dir/euch... ja auch mit Schneeschuhen kann man den Winter geniessen, vielleicht sogar doppelt da man beim Rückweg auch nicht soooo schnell unterwegs ist ;-))

boerscht Pro hat gesagt: RE:
Gesendet am 16. Dezember 2017 um 00:06
Vielen Dank ! haha ja das ist natürlich eine gute Denkweise, mit der richtigen Technik, kann man jedoch auch mit Schneeschuhen recht schnell abwärts kommen :)

Gruß Adrian

Primi59 hat gesagt: RE:
Gesendet am 16. Dezember 2017 um 15:44
klar geht's auch mit Schneeschuhen schnell runter, wenn man möchte, hauptsächlich im Pulver ist`s wie auf Watte, so richtig zum geniessen :-)))


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