Pinscharte 2565m - Im Gruselkabinett


Publiziert von georgb Pro , 6. Dezember 2017 um 08:02.

Region: Welt » Italien » Trentino-Südtirol
Tour Datum: 5 Dezember 2017
Wandern Schwierigkeit: T3+ - anspruchsvolles Bergwandern
Ski Schwierigkeit: ZS+
Wegpunkte:
Geo-Tags: I 
Zeitbedarf: 4:00
Aufstieg: 1100 m
Abstieg: 1100 m
Zufahrt zum Ausgangspunkt:Pustertal-Prags-Brückele
Kartennummer:tabacco Pragser Dolomiten

Gegenüber der beliebten südseitigen Touren zu Dürrenstein und Helltaler Schlechten versteckt sich im Schatten der Hohen Gaisl ein einstiger Geheimtip, die Pinscharte. Inzwischen ist die Tour recht bekannt, aber immer noch wenig begangen, sicherer, sonniger und freundlicher sind die Hänge auf der anderen Seite.
An der Stollaalm zweigt eine Spur ab Richtung Punta del Pin, zwei Vorgänger sind schon unterwegs. Hinter mir erscheint ein weiterer Aspirant und ich bin froh um die Gesellschaft, denn bald öffnet sich das unheimliche Gaislkar und eine wilde Welt erwartet uns. Die Auflage ist mäßig und wir schleichen zwischen den Felsen weiter, auf der Suche nach Schnee und einer geeigneten Abfahrtslinie für später.
Unter den Abbrüchen der Hohen Gaisl taucht linkerhand die Pinscharte auf und ein übler Steilhang. Mit den Harscheisen quäle ich mich so weit es geht aufwärts, Hannes steigt frühzeitig auf Fußbetrieb um und bald lege auch ich die Ski beiseite, an Abfahrtsschwünge ist hier sowieso nicht zu denken. Der lockere Schotter unter der dünnen Schneeschicht ist unangenehm zu begehen, es sind zum Glück nur wenige Meter bis zur Scharte.
Der schmale Übergang ist ein unwirtlicher Ort, der Wind bläst und es fehlt eine ordentliche Sitzgelegenheit, aber ich weiß von einem netten, windgeschützten Brotzeitplatz ein Stück weiter östlich. Also queren wir vorsichtig einen ausgesetzten Kamm und steigen ein paar Meter ab unter die Wände der Punta del Pin. Der Blick öffnet sich weiter, der kurze Spaziergang hat sich gelohnt. Trotzdem finden die Böen irgendwie ihren Weg zu uns und bald ziehen wir uns wieder zurück, es wartet schließlich noch der ungemütliche Abstieg zum Skidepot und eine ungewisse Abfahrt.
Wir finden eine ordentliche Schneezunge direkt unter den Wänden an der Ostseite des Gaislkars, aber die Unterlage ist heimtückisch, der windgepresste Schnee hält nicht jeden Schwung und bricht ohne Vorwarnung. Zwischen den Felsen schlängeln wir uns abwärts, der ein oder andere Steinkontakt lässt sich nicht vermeiden, aber gegenüber an der Schlechten soll es noch übler zugegangen sein!?
Hannes braucht eine Stärkung, es zieht ihn zum Gasthof Plätzwiese, ich verabschiede mich zögerlich von meinem angenehmen Begleiter und rausche an der Stollalm vorbei zurück zum Brückele. Zum Gruseln ist nur noch der kleine Gegenanstieg und auch dieses Grauen löst sich bald auf und geht in Frohlocken über ;-).

Tourengänger: georgb, Hons

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