Chli Speer - ein Wintertraum


Publiziert von Djenoun , 3. Dezember 2017 um 19:53.

Region: Welt » Schweiz » St.Gallen
Tour Datum: 3 Dezember 2017
Ski Schwierigkeit: WS-
Wegpunkte:
Geo-Tags: Speerkette   Speer-Mattstock   CH-SG 
Aufstieg: 800 m
Abstieg: 800 m
Kartennummer:1134 Walensee

Es gibt sie, diese zauberhaften Momente, wenn man wider Erwarten genau zum richtigen Zeitpunkt am richtigen Ort ist und und eine Vorstellung geboten kriegt, die einem fast die Freudentränen in die Augen treibt.

Als ich am Winterparkplatz bei Pt. 914 eintreffe, empfängt mich unerwartet winterliches Ambiente. Die Strasse ins Wengital ist gut eingeschneit und wie immer vom SC Kaltbrunn als Piste präpariert. Zudem bin ich bereits oberhalb des Hochnebels, der Himmel ist blau.
In recht eisiger Kälte skiwandere ich via Wengibrugg und Vorderwengi hinauf nach Mittlerwengi. Ab dort geht es auf guter Spur durch den tiefverschneiten Wald bis zur Unteren Rossalp.
Der ab und zu erfolgte "Testgriff" mit dem Stock lässt durchgehend tiefen Pulver erwarten.
Ab der Unteren Rossalp muss ich selber spuren, der Chli Speer präsentiert sich noch unverdorben an diesem traumhaften Wintertag.

Ich steige nordwärts über den steilen Rücken hoch bis knapp unterhalb des Kreuzes auf ca. 1620m. Dann quere ich entlang des Sommerweges hinüber unter den Chli Speer und weiter durch die Westflanke bis ich in den Sattel südl. des Gipfels aufsteigen kann.
Leider ist inzwischen der Nebel schnell aufgestiegen, die Sonne ist weg, die Sicht fast null. Schade, denke ich, die Abfahrt wird wohl aus Hinabtasten bestehen.
Aufgrund der Sichtverhältnisse mache ich den Schlussanstieg zum Gipfel zu Fuss, das eingenebelte Kreuz schaut eher düster aus.

Dann allerdings, ich bin gerade am Bucheintrag schreiben, ändert die Szenerie innert Minuten: Die Sonne drückt durch den Nebel, zaubert sogar in Brockengespenst auf die wolkige Leinwand, der Nebel lockert auf und plötzlich tauche ich in Begleitung unzähliger naher und ferner Gipfel aus dem Meer auf - unbeschreiblich grossartig! Einen Moment lang habe ich den Eindruck auf einer kleinen, zugeschneiten Insel durch die Wolken zu fliegen. Dann ist alles nur noch tiefblauer Himmel, winterliche Berglandschaft, gleissende Sonne und absolute Stille. Magisch!

Inzwischen ist auch das ganze Wängital nebelfrei, die Sicht ist gut und der Genuss der Pulverabfahrt scheint gewährleistet. So schnell können die Verhältnisse ändern!
Ich steige also zum Skidepot ab, rüste um und stürze mich ins weiche Weiss. Im oberen Teil fordern schwerer Pulver und einzelne windgedeckelte Stellen recht viel Kraft. Ab der Unteren Rossalp ist der Pulver dann aber sehr leicht, es darf nach Lust und Laune gepowdert werden.

Viel zu bald tauche ich ins eiskalte, schattige Tal ein, bei der Fahrt auf der Strassenpiste zum Parkplatz drohen mir die Ohren abzufrieren, Spass hat es aber trotzdem gemacht.

Tourengänger: Djenoun

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