SoSST


Publiziert von ZvB , 4. Dezember 2017 um 19:57.

Region: Welt » Deutschland » Alpen » Bayrische Voralpen
Tour Datum: 3 Dezember 2017
Schneeshuhtouren Schwierigkeit: WT3 - Anspruchsvolle Schneeschuhwanderung
Wegpunkte:
Geo-Tags: D 
Zeitbedarf: 6:30
Aufstieg: 900 m
Abstieg: 900 m
Strecke:17km
Kartennummer:AV BY13

Der Wetterbericht verspricht wieder einmal viel und so breche ich zu meiner ersten Sonntagsschneeschuhtour (SoSST) dieses Winters auf das Seekarkreuz und vielleicht auch den Brandkopf auf. Die Erwartungen sind sehr hoch. Ich träume von Pulverschnee in strahlendem Sonnenschein oberhalb der Nebeldecke. Was für Fotomotive wird das geben! Ich mache diesen Sonntag zum Tag der Festbrennweiten und staffiere mich gleich mit mehreren Linsen aus. Für eine Brotzeit ist da kein Platz mehr im Rucksack, aber was macht das schon, an so einem Traumtag ...

Um Viertel vor acht  werfe ich drei EURO in den Parkscheinroboter von Kreuths nördlichem Klammparkplatz. Noch ist es kalt und bewölkt, aber das ändert sich sicher bald.

Noch ohne Sonntagsschneehschuhe (SoSS) stapfe ich in Richtung Schwarztennalm los und entscheide mich für etwas Abwechslung, d.h. den Wanderweg entlang am Westufer des Schwarzbachs. Für die ersten Waldbilder ist das neblig diffuse Licht sogar ganz praktisch, aber das ändert sich sicher bald.

Als die Schwarztennalm erreicht ist finden die SoSS endlich ihren Weg unter die Schuhe. Es geht nach links ab vom breiten Fahrweg und das Gewühle beginnt. Sofort wird es anstrengend und ich gerate nach wenigen Meter ins Schwitzen. Nur gut, dass die Sonne noch nicht vom Himmel knallt, aber das ändert sich sicher bald.

Nachdem ein kurzes Waldstück ziemlich ruppig durchquert ist, geht es auf dem breiten, jedoch tief verschneiten Fahrweg hinauf zur Rauhalm. Bald zweigt man leicht rechts ab und gelangt an eine schöne Bachschleife, die mich an die Boucle de la Sarre bei Mettlach erinnert, nur eben kleiner und mit weißen Ufern. Das von Hochnebel gedämpfte Licht macht die starken Kontraste beherrschbar. Schnell noch die Fotos für ein Panorama gemacht - ein praktisches Weitwinkelobjektiv für eine Gesamtaufnahme fehlte leider - nur gut, dass der Nebel noch genauso lange andauert, aber das ändert sich sicher bald.

Kurz vor der Rauhalm zweigt die Spur in Richtung Seekarkreuz halbrechts ab. Der Gipfel ist zwar noch in den Wolken, was sich sicher bald ändert, aber dennoch entscheide ich mich spontan für den scharfen Abzweig nach rechts, um über den kurzen Südrücken (WT3) den Brandkopf noch schneller zu erreichen. Läppische 180Hm - so steil sieht das auf einer zweidimensionalen Karte gar nicht aus - und trozdem bin ich erneut froh, dass die Sonne noch nicht durchkommt, aber das ändert sich sicher bald.

Je weiter ich mich dem Gipfel des Brandkopfes nähere, desto dichter wird der Nebel. Sicher ein gutes Zeichen, weil ich dann am Gipfel bereits die Wolkendecke durchstoße und in der prallen Sonne stehen werde ... Es mag an der dünnen Höhenluft liegen, dass ich so fantasiere. Auf dichten Nebel folgte lediglich weniger dichter Nebel. Vielleicht sehe ich verschwommen wegen des Sauerstoffmangels. Schnell ein Testfoto mit blauem Himmel ... nein, nein doch nicht ... das ist wirklich Nebel! Schnell auf bzw. ab zum anstrengenden Gegenanstieg auf das Seekarkreuz, solange der Nebel noch Abkühlung verspricht, denn das ändert sich sicher bald.

Auf dem zweiten Gipfel des Tages angelangt, macht Hoffnung die Runde. Da, man kann so ein bisschen Lenggrieser Hütte sehen. Noch liegen die Wolken schwer über dem Gipfelkreuz, aber das ändert sich sicher ganz bald.

Die anderen Gipfelbesucher - mei, war da was los - haben sich auch geirrt. Nichts hat sich geändert, also zumindest am Wetter. Kurz schimmert die fahle Sonnenscheibe der mit ihren bescheidenen 31 Bogenminuten scheinbarem Durchmesser durch die dicke Nebelsuppe. Noch fehlt ihr die Kraft für eine leuchtendes Schauspiel, aber das ändert sich sicher bald.

Trotzdem beginne ich den Abstieg, wandere unter dem Brandkopf hindurch und dann auf dem Anstiegsweg zurück. Manchmal tüncht die Sonne durch etwas dünnere Wolkenschleier hindurch die verscheiten Hänge in sanft formendes Licht, aber das ... ach Blödsinn ... ändert sich sicher bald?

Zurück an der Schwarztennalm werden zuerst die SoSS abgelegt. Dann beeile ich mich, um den mir entgegenkommenden Menschenmassen zu entfliehen - das nennt man Flucht nach vorne. Was wollen die hier alle an so einem trüben Tag, aber das ändert sich sicher ... Halt's Maul Zing!

Auf der Rückfahrt durch Kreuth scheint dann dort die Sonne, aber ich wünsche mir, dass sich das bald ändert ...
 
Was sich sicher nie ändert: An dieser Stelle erfolgt wie immer der Hinweis auf die fotografischen Dokumente dieses vernebelten Sonntags der Festbrennweiten.


Tourengänger: ZvB

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Geodaten
 38185.gpx Brandkopf und Seekarkreuz

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