Dreifahnenkopf bis Bleicherhorn - "Lücken füllen" statt Lückenbüßer am Ende des Ostertals


Publiziert von simba , 5. Dezember 2017 um 18:05.

Region: Welt » Deutschland » Alpen » Allgäuer Alpen
Tour Datum: 2 Dezember 2017
Ski Schwierigkeit: WS-
Wegpunkte:
Geo-Tags: D 
Aufstieg: 1230 m
Abstieg: 1230 m
Zufahrt zum Ausgangspunkt:Via Blaichach nach Gunzesried. Dann Richtung Säge und 2 Km hinter dem Ort links hoch ins Ostertal. Parkplatz 2 EUR für 6 Stunden, 3 für 12.

So langsam werden die Lücken für mich in der Hörnergruppe kleiner, die noch unbestiegenden Gipfel weniger. Kein Wunder, ist es doch das von meinem Wohnort am schnellsten erreichbare, Revier für Skitouren (klammert man den Schwarzwald einmal aus). Deswegen trifft es nun die Gipfel in den zu füllenden "Lücken", doch "Lückenbüßer" sind die drei "Hörner" - Dreifahnenkopf, Höllritzer Eck und Bleicherhorn - keineswegs: Da auch der Wald hier oberhalb der Grafenälpele Hütte hier große "Lücken", um nicht zu sagen Schneisen zeigt, bieten sich wunderbare Skihänge.

Diese müssen allerdings zunächst erwandert werden: Denn die ersten ca. vier Kilometer geht es mit weniger als 100Hm Höhengewinn vom Parkplatz Ostertal bis zur Grafenälpele Hütte - für mich aber genau richtig, um mich zu Beginn der neuen Saison wieder ans "Fellen" zu gewöhnen. Zum Dreifahnenstock geht es dann links der Hütte weiter, den Weg zwischen den Hütten hindurch - zum Bleicherhorn und Höllritzer Eck - hebe ich mir für den 2. Anlauf auf. Nur noch kurz ist oberhalb der Grafenälpele Hütte dann Forstweg angesagt, dann steige ich breite Waldschneisen in gemütlichen Kehren bergauf bis zu einem tief verschneiten Hochplateau westlich der Printschen Hütte.

Zum Sattel zwischen Dreifahnenkopf und Grauenstein gibt es schon eine Aufstiegs- und drei Abfahrtsspuren. Nach einer kurzen flachen Querung und einer Zwischenabfahrt ist die Aufstiegsrampe erreicht, zuoberst steilt diese sogar so auf, dass ein oder zwei "richtige" Spitzkehren notwendig sind. Nachdem meine Vorgänger hier links zum Grauenstein abgebogen sind, bleibt es an mir über den breiten Gipfelrücken nach rechts zum Dreifahnenstock zu spuren - das alles bei stahlblauem Himmel, perfekt!

Dieser präsentiert sich dick verschneit - ich glaube kaum, dass es erst der 2. Dezember ist. Die Abfahrt ist, obwohl der Untergrund teils noch bemerkbar ist in Form von Bodenwellen ein Traum: Pulver und viel "Freifläche" bis hinab zur Grafenälpele Hütte.

Wie schon zum Dreifahnenkopf täuscht es auch in Richtung Bleicherhorn: Der Forstweg mündet schon nach wenigen Minuten in geräumige Waldschneisen, über die die durchgehenden Kehren des Wegs, beliebig abgekürzt werden können. Ab der Hubertus Hütte ist mit dem schnellen Aufstieg leider Schluss, erst abwärts, dann flach geht es zur Höllritzer Alpe, von dort gleichfalls flach bis zum Gipfelhang von Bleicherhorn und Höllritzer Eck. Auch dieser ist sehr gutmütig: Ohne wirklich Spitzkehre, sondern mir ein paar Kurven komme ich bis zu einem kaum ausgeprägten Sattel zwischen den Gipfel. Das Bleicherhorn rechts, das Höllritzer Eck links lassen sich mit wenig mehr Aufwand jeweils schnell erreichen.

Das ist auch notwendig, denn zwischenzeitlich ist es zugezogen und ohne Sonne, sondern mit stetigem NO-Wind ist es bitterkalt. Die Abfahrt im oberen Teil trübt leider die wenige Sicht im konturlosen Gipfelhang, danach heißt es mit Speed an Höllritzer Alpe vorbei zur Hubertus Hütte, wobei mir eine kurze Laufpassage nicht erspart bleibt. Dafür sind die Waldschneisen hinab zur Grafenälpele Hütte wunderbar zu Fahren und dank einiger Bäume gibt es auch wieder genug Konturen zur Orientierung ebenso wie unverspurten Pulverschnee.

Die nervige flache Rückfahrt durchs Ostertal, die auch mit viel Schwung auf eisig präparierter Straße viel Schiebearbeit notwendig macht, vermochte die Freude über den gelungenen Saisonauftakt 2017 / 2018 dann nicht mehr zu trüben.

Schwierigkeiten:
Dreifahnenkopf: WS-
Bleicherhorn + Höllritzer Eck: L

Tourengänger: simba

Galerie


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