Giro del Valle di Lumino


Publiziert von Polder , 1. Dezember 2017 um 21:04.

Region: Welt » Schweiz » Tessin » Bellinzonese
Tour Datum:30 November 2017
Wandern Schwierigkeit: T4 - Alpinwandern
Wegpunkte:
Geo-Tags: Gruppo Pizzo di Claro   CH-TI 
Aufstieg: 1750 m
Abstieg: 1750 m

Grau oder blau? Powder oder Sonne? Ski oder Wanderschuh? Oberiberg oder Ticino? Roggenstock oder Valle di Lumino? Vor dem Hintergrund des eher trüben Novembers überwog schliesslich die Lust auf letzteres, zumal der erste Skidurst ja bereits bei grand beau gestillt werden konnte. Das Valle di Lumino lockte dabei mit (vergleichsweise) kurzer Anreise, alten Alp- und heutigen Jägerpfaden und Sonne fast vom ersten bis fast zum letzten Schritt.

Nachdem ich - einmal mehr - mit etwas Mühe und entlang von Gartenhagen schleichend dem Eigenheimschungel entronnen war, ohne weitere Orientierungsprobleme auf dem liebevoll mit einigen Wegweisern, vielen roten Punkten und ebenso vielen Steinmännchen markierten Weg durch lichtdurchfluteten Kastanienwald nicht allzu interessant empor bis Monti di Vatiscio, dort vom letzten (nördlichen) Hüttchen noch etwas weiter gen Norden, bald aber gen SE empor bis auf eine wundervolle Terrasse auf ca. 1300m, die schöne Ausblicke - herrliches Nordföhnwetter sei dank - auf die verschneiten Misoxer (Paglia, Sass Castel) bietet. Auch hier ab ca. 1000m ein Fläumchen Neuschnee, das zwar äusserst adrett wirkt, aber alles etwas rutschig macht.

An der schönen Jägerhütte von Stabiello eine erste Sonnenrast, bevor es durch den Nadelwald weiter empor auf den Querweg Martum-Brogoldone geht, zuoberst hinter den Bäumen auch schon Altschnee. In diesem breche ich zunehmend ein, sodass ich - gamaschenlos - den Versuch, Pt. 2039 zu erreichen, abbreche. Hinüber nach Brogoldone und durch den leider etwas schattigen Nadelwald runter nach Parusciana, wo eine zweite Sonnenrast ansteht.

Runter nach Claro oder nach Castione oder nach Lumino? Wanderweg oder - bestensfalls - einigermassen erkennbarer Jägerweg? Die Abenteuerlust obsiegt trotz knappem Zeitbudget, und ich steige von Parusciana direkt über den prächtigen steilen Rücken auf den nur knapp erkennbaren Weg auf ca. 1100m ab. Von der Jägerhütte 1021 dann rote Markierungen und ohne Probleme zu den drei Hütten von Motta - ab der luxuriös ausgebauten Hütte auf 822 ist der Weg auch bestens geputzt.

Lumino oder Castione? Bestens geputzter Weg oder eine halbe Stunde länger Zeit auf den Zug/Bus? Leider wähle ich - weil die roten Markierungen weiterzuführen scheinen - letzteres, obgleich der Weg an und für sich kaum mehr erkennbar ist. Die Markierungen führen dann auch, in der Nähe der Hochspannungsleitung, in mühsames, sehr steiles, erdiges, heikles Gelände (T4+), weiter unten hören sie ganz auf (oder ich verliere sie). So kämpfe ich mich weglos weiter und stosse glücklicherweise weiter unten wieder auf einen besseren Weg, der zum Steinbruch bei Cave führt - die obere, auf der LK noch bruchstückhaft eingezeichnete Querung dürfte wohl ganz verschwunden sein und in eher noch ruppigeres Gelände führen... Zwar erstaunlich, so nahe an der Agglo derart wilde Gefilde zu finden, aber der Abstieg nach Lumino ist dennoch unbedingt zu empfehlen und würde auch eine schöne Runde Lumino-Lumino ergeben. Das Wermutströpfchen soll jedoch den Rückblick auf einen wunderschönen Abstecher in den sonnigen (aber dennoch leicht winterlichen) Süden nicht trüben!

Tourengänger: Polder


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