Simplon, Oktober 2017 4|4: Camoscellahorn


Publiziert von Felix Pro , 25. November 2017 um 14:55. Text und Fotos von den Tourengängern

Region: Welt » Schweiz » Wallis » Oberwallis
Tour Datum: 7 Oktober 2017
Wandern Schwierigkeit: T3 - anspruchsvolles Bergwandern
Wegpunkte:
Geo-Tags: CH-VS   I 
Aufstieg: 1200 m
Abstieg: 1200 m
Strecke:Parkplatz vor Brücke 1698 m - Waira - Wairasee - Tschwawinersee - Oberer Tschawinersee - P. 2157 - Cima Mattaroni - Cima del Tirone - Passo di Monscera - (P. 2245) - Camoscellahorn|Pizzo Pioltone > Passo die Monscera - P. 1960 - Pussetta - P. 1772 - Parkplatz vor Brücke 1698 m
Zufahrt zum Ankunftspunkt:PW via Gondo - Simplonpass - Berisal, Autostrasse, -bahn Ried-Brig - Visp-Ost, Gampel - Goppenstein, Autoverlad Lötschberg, Kandersteg - Kandergrund, Autobahn Spiez - Kiesen, Konolfingen und Grünen nach Wyssachen
Kartennummer:1309 - Simplon

Ein toller Schlusspunkt stellt die vierte der Touren im Simplongebiet dar - dank der Empfehlung von Lukas Escher vom Hotel-Restaurant Zwischbergen erweitern wir die geplante Gipfelwanderung mit einer ausserordentlich malerischen Seenrunde. Zudem ermächtigt er uns, auf die Einholung der Fahrbewilligung seitens der Gemeinde zu verzichten (die hätte heute ohnehin geschlossene Schalter), stelle doch das Strässchen die Zufahrt zu seiner Alp (Waira) dar.

So fahren wir nach dem Frühstück (wiederum gibt’s das feine Trockenfleisch und hervorragenden, selbst hergestellten, Alpkäse) zum Grossen Wasser hinunter, überqueren dieses, und am Gegenhang hoch bis zum Parkplatz vor der Brücke über die Kapänz auf 1698 m.
Lange liegt die Westflanke unterhalb des Passo di Monscera im Schatten (derweil diejenige des Camoscellahorns bereits im Sonnenlicht erscheint), derart, dass wir bei kühlen Temperaturen (oft) im Wald hoch marschieren bis zur Alp Waira.

Nach einem meist eher sanften Weiteranstieg werden nun auch wir bei einer kürzeren, steileren, Stufe ins Sonnenlicht getaucht - herrlich wie nun das Lärchengold zur Geltung kommt. Wenig später erreichen wir den fantastisch schönen Wairasee; ein unglaublich schönes Bild ergibt sich mit den sich darin spiegelnden Bäumen, den Goldtönen des Grases, dem klaren Wasser und dem Camoscellahorn im Hintergrund - lange bestaunen wir diese Idylle.

Auch wie wir uns wenig später auf den Weiterweg machen, werfen wir unsere Blicke öfters zum See zurück; wie wir den steilen Hang überwunden haben, zeigt sich jener ein letztes Mal zauberhaft - bereits weit unter uns. Und gleich nach wenigen Metern offenbart sich uns eine weitere Seenperle: um einiges grösser, und mit alpinerer Umgebung, überrascht uns auf einer höher gelegenen Ebene der Tschawinersee.
An dessen bergabgewandter Seite wandern wir dem Ufer entlang bis ungefähr zu dessen Seebeginn, wo ein weiterer Aufschwung uns zu einem Übergang leitet, auf welchem wir einen Rasthalt einlegen.

Bereits nach wenigen Dutzenden Metern leichten Abstieges erreichen wir danach den heute dritten See; auch wenn des Oberen Tschawinersees Umgebung nicht mehr gleichermassen spektakulär ist, so gefällt uns der Blick darüber hinweg sehr.

Es folgt nun, wieder im Schatten (der Westflanke des nördlichen Ausläufers der Cima Verosso), eine erst etwas ruppige Passage, in welcher, zu Beginn über Blockgestein, traversiert wird zum P. 2157 vor dem Übergang der Bochetta Cattascosa.
Noch vor ihr steigen wir auf Wegspuren steil an zum Grenzrücken CH-I, auf dessen Höhen doch eine unangenehm starke und kühle Brise weht. Rasch gewinnen wir die Cima Mattaroni; danach folgt eine Gratwanderung mit Auf und Abs, mit herrlichen Blicken sowohl zu den Schweizer Viertausendern Weissmies und Lagginhorn und dem Fletschhorn, wie auch ins weitläufige Gebiet der Alpen Monscera, Micalcesti und Gattascosa sowie zum Lago Ragozza.

Nach ~ einem km Gratwandern erreichen wir den zweiten Gipfel des Grenzkammes, Cima del Tirone;  nach einem flachen Zwischenstück führt der Weg steiler hinunter zum Passo di Monscera, wo wir uns im Windschatten einer Hüttenruine stärken für die doch beachtlichen 500 m Aufstieg auf unseren heute höchsten Gipfel.

Unerwartet zügig können wir jedoch die meist steinige, schuttige, sich hinziehende, Südflanke des Camoscellahorns zurücklegen und auf die „Zielgerade“ einbiegen; der grossartige Ausblick ist auf dieser Bergspitze erweitert um die Nahsicht zur Gruppe um den Monte Leone - sogar das vorgestern erreichte Hübschhorn ist sichtbar - und auf das gestern besuchte Seehorn sowie auf unsere Seenwanderung. Faszinierend ist insbesondere der Tiefblick nach Gondo - immerhin beinahe 1800 Höhenmeter tiefer gelegen.

Nach 5/4-stündigem, genussvollem, Gipfelaufenthalt machen wir uns auf den Abstieg zurück zum Passo di Monscera. Ein vielfach durch den Lärchenwald verlaufender BWW leitet uns an lauschigen Stellen vorbei hinunter zu den Alpflächen bei Pussetta bei P. 1772.
Über diese streben wir zurück zu unserem Ausgangspunkt beim Parkplatz vor der Brücke über die Kapänz auf 1698 m.

Wir fahren noch einmal zurück zum Logis auf Zwischbergen, Bord, hat uns doch Lukas Escher kundgetan, dass wir von seinem Käse kaufen könnten. In seiner Abwesenheit übernimmt dies die zuvorkommende, gewinnende, Sabrina; sie führt uns in den Käsekeller - und lässt uns dort vom verbleibenden kleinen Rest der Alpsaison unsere Wahl treffen. Wir zehren zuhause lange davon - ich denke, ich habe selten (wenn überhaupt) einen besseren Alpkäse gegessen!

▲▼ 3 h 5 min bis Passo di Monscera (inkl. 25 min Pausen)

▲ 1 h bis Camoscellahorn

▼ 1 h 5 min bis Parkplatz

Tourengänger: Ursula, Felix


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