Bündens Balkon: Crap Mats


Publiziert von Polder , 9. April 2009 um 19:07.

Region: Welt » Schweiz » Graubünden » Calanda
Tour Datum: 9 April 2009
Ski Schwierigkeit: ZS+
Wegpunkte:
Geo-Tags: CH-GR 
Aufstieg: 2000 m
Abstieg: 2000 m
Strecke:Trin - Maliens Sut (Biwak) - Crap Mats - retour
Kartennummer:1195

Ich glaube, es gibt keinen anderen Gipfel, der einen vergleichbaren Gesamtüberblick über Graubünden bietet wie der Crap Mats: Respektable Höhe + vorgeschobene Balkonlage über dem (Vorder-)Rheintal + genau in der Achse des Domleschg situiert: So sieht man sowohl in viele Täler hineinals auch auf fast alle Gipfel Bündens (einzig Fadeuer, Wannenspitz sind durch die Calanda verdeckt). Abends Skis + Biwakpuff ca. 1 Std. tragen bis zur Schneegrenze (ca. 1300-1400 m), wo ich mich im erstbesten Heuschober (ca. 1380; Maliens Sut - welch Wunder, ein nicht verriegelter Schober in Graubünden!) installiere. Zum Kochen und Essen hat's 50m entfernt praktischerweise einerseits ein Bacherl, andererseits ein Hütterl mit Bankerl und Tischerl. 5 Tagwacht und Aufbruch, als sich der Vollmond grad goldgelb schlafen legt. Über Maliens Sur auf das Strässchen, welches im Uaul Sec endet; dieser präsentiert sich unter 1-2m matschigen Schnee alles andere als trocken. Dann in wunderschönem Aufstieg über immer besser gefrorenen Schnee stets der Abbruchkante gegen das Lawoitobel entlang bis Mutta Sura, inkl. hübschen Aus- und Tiefblicken sowie eines zauberhaften Sonnenaufgangs (und eines etwas weniger zauberhaften bissigen Westwindchens...). Von Mutta Sura zuerst mit leichtem Höhenverlust westlich ausholend und ab Pt. 2355 wieder auf dem SSE-Rücken an den steilen Gipfelaufbau. Dieser ist derart gut verschneit, dass der durchgehend mit Ski und Harscheisen begangen werden kann (doch recht steil und auch ein wenig exponiert - rechtzeitig abfahren, da der Schnee auf den Platten noch nicht abgerutscht ist :-)!). Nach dem Balkonblick-Genuss der Abfahrtsgenuss: Oben noch ein wenig ruppig auf angesulzter, aber windgeprägter Schneeoberfläche, folgt dann ein Sulzträumchen bis ca. 1900m, von wo an der Schnee nicht mehr richtig tragen will. Keine Menschenseele in der Gegend, zwischen Trin und Trin niemand unterwegs, auch niemanden an Ringel und Panära gesichtet. Mit je einer Sonnen- und Biwakzeugeinpackpause zurück in den leberblümchenblauen Frühling.

Tourengänger: Polder

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