Hollywood im UNESCO-Welterbe am Genfersee


Publiziert von Henrik , 3. Dezember 2017 um 15:29. Text und Fotos von den Tourengängern

Region: Welt » Schweiz » Waadt
Tour Datum:15 November 2017
Wandern Schwierigkeit: T1 - Wandern
Wegpunkte:
Geo-Tags: CH-VD 
Zeitbedarf: 2:00
Aufstieg: 120 m
Abstieg: 120 m
Strecke:Goldener Lavaux
Zufahrt zum Ausgangspunkt:ÖV
Zufahrt zum Ankunftspunkt:ÖV
Kartennummer:Gourmessa mit Wolfgang

... die Region am Arc de Léman ist Ziel unseres Unternehmens. Es ist Mitte November, das Wetter ist gänzlich anders als in Basel und wir treffen uns wieder wie beim Besuch in Orbe unlängst sozusagen in der Mitte der Achse Basel / Naters. Diesmal fährt Wolfgang einige Minuten weniger lang als ich! Und er kann beinahe direkt zum Ausgangspunkt anfahren. Am Vorabend beschafft er sich noch ein Sparticket. Ich bin mir als GA-Benutzer gar nicht im Klaren, was so Einzelpreise bedeuten und was für Kosten bei jenen entstehen, was einen manchmal Kopfzerbrechen machen kann...übrigens die SBB planen eine kleine Kostensenkung bei den Billets... fast lachhaft!

... weniger lachhaft und durchaus eine Hilfe ist die Belegungsanzeige im Online-Fahrplan, die nutze ich sehr oft – sie gelangt bei meinen fast täglichen Fahrten durch die Schweiz immer wieder zur Anwendung. Was ich auch auf mich nehme, um den Massen zu entgehen, sind durchaus „aufwändige“ Umwege, manchmal sogar mehr als eine Stunde! So sieht also meine Zugsstrecke nach Vevey aus, wo wir ausgemacht haben, uns zu treffen: Basel – Biel (Folge des Bahnhofsumbaus in Lausanne), Biel – Morges (Zug kommt aus der Ostschweiz), der Fahrplan bot mir an, mit der S 5 nach Lausanne zu fahren, dort umzusteigen in die S 3. Mitten am Vormittag fand sich eine Belegung der S 5, die mich stutzig machte: drei rote „Männchen“ – das liess sich dadurch vermeiden, dass ich bis Morges im ICN verblieb, und dann mich mit dem IR nach Vevey bringen liess: so hatte ich für meine langen Haxen Platz und konnte noch eine Runde drehen auf dem Bahnhofsvorplatz in Morges, welche ich von meinen Touren mit dem Range Rover sehr gut kenne... die vereinbarte Zeit verschob sich dadurch um 40 Minuten (siehe oben).
 
... zurzeit sind die SBB am baulichen Updaten, mir scheint mehr als z. B. vor fünf Jahren (... machen andere hikr. auch diese Erfahrung?). Auch im Bahnhof von Vevey wird gebaut – wir setzten uns dort in ein kleines Lokal, zwei „renversées“, klingt melodischer als „... bitte zwei Milchkaffees!“. Ursprünglich war geplant in St-Saphorin zu starten, ich bat um eine kleine Abänderung: „...lass uns in Rivaz starten?“. Grund: Rivaz taugt m. E. besser als Einstieg, ich kenne die Region sehr gut... hier bin ich „partiell“ zuhause, insbesondere auch der Beizen wegen! Nicht alle Besuche in dieser Region gelangen via Tastatur auf hikr.
 
... wir steigen hinan, auf nur geteerten bzw. Blocklagen Beton-Wegen, ein eisiger Wind bläst uns ins Gesicht und über uns ein azur-blauer Himmel. Klare Landschaften und über dem Mare Léman liegen Nebel und Wolkenschwaden. Bestechende Stimmungen inspirieren und lösen Bilder aus – wir sind unterwegs im UNESCO-Welterbe: dem Lavaux (hier sind auch die WW aufgelistet – gezeichnete, die etwas andere Kartenansicht). Wer sich intensiver damit auseinandersetzen will, hier der Link dazu. Noch mehr findet sich hier. Nach so vielen Links, dürfte die Genussschwelle erreicht sein, einzukehren und eben sich dem Genuss hinzugeben. Das haben wir gemacht, reserviert am Vorabend, und das mitten in der Woche!

... die Beschilderungen sind hervorragend... ohne Karte liesse sich hier bedenkenlos herumspazieren.  Das Smartphone ergänzt die Lust nach mehr Dokumentation und Echtzeitabfolge. So hätten wir ggf. auch Mo6451 angetroffen, die in umgekehrter Richtung whs. genau dann an uns vorbeilief, als wir die Linsen und die Wurst uns zuführten. Es dürften sich also zwischen uns und ihr nur um Millimeter gehandelt haben – das ist wie einst am Gotthard mit Ivo und Lena, die mit mir im selben Waggon sassen... und wir es erst später im Bericht entdeckten...
                                                                   
... nochmals ein Hinweis: Reservationen möchte ich den hikr.s im Duo plus unbedingt ans Herz legen. Wir sind sogar alleine unterwegs gewesen, aber das Lokal war belegt – grosse und auch belegte PP sind die Antwort, z. B. ist das Lavaux durchzogen von einem Netz von Strassen und Strässchen. Zwischen Restaurant und seiner Terrasse verläuft eben ein solch kleines Strässchen. 
 
... mir war bei der Suche am Vortag gar nicht bewusst, dass wir dem Gault Millau gefrönt haben. Die schiere Grösse eines zusammenhängenden Weinbaugebietes wie dem des Lavaux’ ist für die Schweiz eher ungewöhnlich. Wir fanden hinterher beim Abstieg nach Cully (das schönste Dorf der CH – Eigenwerbung), dass wir hier doch auch schon der Kulinarik wegen unbedingt gelegentlich, auch im Winter mal, weitere Sohlengänge planen sollten, vielleicht sogar als kleine hikr.-Gruppe, die equivalente Interessenslage scheint zu bestehen.
 
... in Cully trennten sich unsere Wege, da der Nachmittag noch ausreichend Zeit einschloss, führte mein Weg via Biel nach Le Noirmont und Glovelier nach Basel, mit dem GA sorglos (...).
 
 
... der Schriftzug DEZALEY findet sich unterhalb des Flurteils im Lavaux, der sich Le Signal nennt. Er kann es, was die Sichtbarmachung ausmacht, whs. für schweizerische Verhältnisse durchaus mit Hollywood aufnehmen, eine Behauptung? „Kurz vor der letzten «Fête des Vignerons» (Winzerfest) im Jahre 1999 wurde auf der Anhöhe der Appellation in riesigen weissen Buchstaben der Schriftzug «DEZALEY» angebracht, der seither mit einem Hauch von Hollywood schon von weitem die Grossartigkeit seiner Weine verkündet“.

Gourmessa mit Wolfgang

Tourengänger: Henrik , Pfaelzer

Galerie


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