Grialetschhütte SAC mit Schneeschuhen


Publiziert von Seeger Pro , 6. April 2009 um 18:59.

Region: Welt » Schweiz » Graubünden » Davos
Tour Datum: 6 April 2009
Schneeshuhtouren Schwierigkeit: WT2 - Schneeschuhwanderung
Wegpunkte:
Geo-Tags: CH-GR 
Zeitbedarf: 2 Tage 7:00
Aufstieg: 842 m
Abstieg: 842 m
Strecke:9.5 km
Zufahrt zum Ausgangspunkt:Davos - Dischmatal - Teufi, 1700 m Restaurant und Parkplatz. Im Sommer bis Dürrboden, 2007 m
Zufahrt zum Ankunftspunkt:dito
Unterkunftmöglichkeiten:Grialetschhütte SAC Bewartet bis 3. Mai und ab Mitte Juni bis Oktober 2009
Kartennummer:1197 Davos, 1217 Scalettapass

Einmal wieder zu den Wurzeln der Bergerlebnisse zurückzukehren ist mein Ziel! Durch das St. Galler Rheintal begleiten mich einige Regenschauer. Je mehr ich mich Davos nähere, zeigt sich ein wunderschöner Frühlingstag mit blauem Himmel. Nach etwas heikler Suche nach dem Abbieger ins Dischmatal geht’s (fährt’s) etwa 4 km und 200m Höhenunterschied hinauf nach Teufi, 1700m (Restaurant, Parkplatz).
Es erwartet mich Schnee, Schnee und nochmals Schnee. Unterbrochen von Lawinenkegeln. Aber dank den Schneeschuhen gehe ich problemlos und ohne Einzusinken Richtung Dürrboden taleinwärts auf der orografisch rechten Seite des Dischma-Baches, entlang der mit etwa einem Meter schneebedeckten Strasse. Die Lawinenkegel können teils umgangen, teils überstiegen werden. Langsam gewinne ich etwa 300 m an Höhe, immerhin verteilt auf 6 km! bis ich endlich die tiefverschneite Häusergruppe des Dürrbodens, 2007m, nach rund 2 Marschstunden erreiche.
Drei aufgestellte Schneeschuhwanderer kommen vom Scalettapass her und schwärmen von der Rundtour um Piz Grialetsch/Scalettahorn. Sie übernachteten in der Grialetschhütte und nahmen diese Tour heute Morgen in Angriff.
Da kommt mir in den Sinn, dass ich mich beim Hüttenwart noch nicht angemeldet habe und hole dies mit dem Natel nach. Dann steige ich zuerst einen Kilometer südöstlich auf. Die Telefon-Freileitung und Orientierungsstangen helfen den Weg zu finden. Eine gutangelegte Spur erleichtert und beruhigt zugleich. Die Spur führt östlich in ein Tälchen hinein, das sich zum Furggasee, 2510m, und zur Fuorcla da Grialetsch, 2537m, hinaufzieht. Hier ist die Höhe erreicht – aber die Hütte noch nicht! Das ist trügerisch und bei Sichtbehinderung kritisch. In Auf und Ab erreicht man mit Azimut 2600 nach 150m die Hütte. Das ist kein Bluff! Schon einige sind im Val Grialetsch gelandet, welches zum Flüelapass hinunter führt. Das Wetter ist mir hold und ich kann mir den (vorbereiteten) Boussole-Trick ersparen.
Schönes Sönnele-Wetter: SkifahrerInnen drehen sich wie Sonnenblumen Richtung Licht. Angereist sind sie von der Keschhütte oder vom Flüelapass her. Einige werden über die Fuorcla Sarsura ins Val Punt Ota und somit ins Unterengadin abfahren. Als Einziger bin ich mit den Schneeschuhen hier. Komme mir als etwas ganz Spezielles vor (Zweckoptimismus soll krankhaft sein).
Der Hüttenwart zaubert Suppe, Salat und einen schmackhaften Braten mit Kartoffelstock hervor. Und dies für etwa 30 Gäste. Dazu noch eine Schokoladecreme mit Rahmhaube! als Dessert.
Um 10 Uhr ist Hüttenruhe. Doch viele gehen schon vorher sich Schlafen legen: Matratzenlager mit genügend Stauraum und Betten mit Kissen und Düvets!
Gut ausgeschlafen schlurfe ich – der Muskelkater lässt grüssen (miauen) – zum Frühstück (Müesli, Käse, Brot, Butter Konfi) und verlasse früh den wirtlichen Ort. Der Schnee wurde in der Nacht auf -6 Grad herunter gekühlt und ich gleite - wie einst Jesus über den See – gen Dürrboden. Dann das Dischma wieder talauswärts. Langläufer sausen an mir vorbei: Zuerst aufwärts, dann abwärts (die Gleichen!). Bei einer nach der Sonne gerichteten Stallwand geniesse ich die traumhafte Gegend und auch die Sonne – versteht sich. Wie viele Stürme haben wohl diese Balken überlebt? Wenn die reden könnten…….
Habe ich Dich „gluschtig“ gemacht? Vergiss nicht zu reservieren. Würde mich auf ein Feedback freuen!

Tourengänger: Seeger

Galerie


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