Fumadiga, Mottone, Gridone - zum Sonnenaufgang ab Mergugno


Publiziert von boerscht Pro , 15. November 2017 um 11:59.

Region: Welt » Schweiz » Tessin » Locarnese
Tour Datum:30 Oktober 2017
Wandern Schwierigkeit: T5 - anspruchsvolles Alpinwandern
Wegpunkte:
Geo-Tags: CH-TI   I   Gruppo Gridone 
Zeitbedarf: 5:30
Aufstieg: 1400 m
Abstieg: 1400 m
Strecke:13 km
Kartennummer:map.geo.admin.ch

Nach der Tour bei Foroglio und durchs Val Calnègia, etwas chillen am Lago Maggiore und noch nen Kollegen in Bellinzona abholen, geht es die lange, kurvige Straße hinauf nach Mergugno. Zum Sonnenaufgang soll es am nächsten Morgen, sehr früh, auf den Gridone gehen. Wir campen direkt am Parkplatz auf einem kleinen Stück wiese und sind nichtmal die Einzigen die hier oben auf dem Parkplatz übernachten.

Mergugno - Fumadiga T2; 2h:

Gegen 4:30 Uhr haben wir das Zelt wieder zusammengepackt und starten in den dunklen Wald hinein. So sollte bei zügigem Tempo genügend Zeit bis zum Sonnenaufgang auf dem Gridone sein, welcher kurz nach 7 ist. 
Direkt nach 5 Minuten wählen wir einen falschen Abzweig und landen bei einem Brunnen oder so etwas in der Art. Danach verläuft sich der Weg. Wie checken das GPS und gehen wieder zurück auf den richtigen Wanderweg. Im Hellen, kann man den Weg hier jedoch eigentlich nicht verfehlen.
In vielen Kehren geht es an einigen Lichtungen vorbei hinauf. Der Himmel ist sternenklar, auf das Stativ haben wir heute jedoch beide lieber verzichtet.
Im Rifugio AL Legn brennt schon Licht und die 2 Leute drinnen schauen etwas verdutzt als wir plötzlich hereinkommen. Da es dank dem Verhauer doch schon spät geworden ist, wirds leider nichts mehr mit wärmendem Kaffe. Eiskalt ists draußen.
Die Aussicht auf den Lago Maggiore und die Lichter von Locarno ist super.
Weiter geht es einfach dem Wanderweg folgend zur Bocchetta di Valle. Da wir für den Gridone zum Sonnenaufgang nun wohl doch etwas zu spät dran sind, belassen wir es zunächst beim Gipfel Fumadiga.

Fumadiga - Mottone - Fumadiga T5; 1h:

Der Sonnenaufgang über dem Lago Maggiore ist super und der Grat zum Mottone und Cresta dei Lenzuoli wird golden beleuchtet, was uns auf die Idee bringt hier doch noch etwas weiter zu gehen. Die Rucksäcke lassen wir zunächst liegen und wir steigen den, zu unster Verwunderung, markeirten Weg steil ab in eine Lücke am Grat. Vor uns liegt ein senkrechter Aufschwung. Wir probeirens, es wird jedoch nach einigen Metern zu heikel und wir gehen lieber wieder zur Fumadiga zurück.
Irgendwie lässt uns der Grat jedoch noch nciht ganz los. Ich checke schnell Hikr und siehe da, es sollte machbar sein. Am Mottone erkennen wir durch das Tele der Kamera auch weider Wegmarkierungen.
Diesmal nehmen wir die Rucksäcke mit. Der Abstieg vom Gipfel Fumadiga ist schon recht steil und es muss gekraxelt werden. In der Lücke am Grat, wo wir vorher schonmal standen, erkennen wir, dass der Weg links die steile Rinne runter geht. Hier hängt auch direkt eine erste Sicherungskette. Teilweise brüchig und sehr steil gehts in der Rinne nach unten, bis es auf eine zackige Rippe nach rechts ab geht, alles bestens Markiert und der Weg ist klar zu erkennen.
Über die felsige Rippe gehts in eine weitere Rinne, auch hier mit Kette gesichert, welche jedoch keinen guten Eindruck macht. Also lieber nicht voll reinhängen.
Die 2. Rinne wird gequert, bis es auf der üppig bewachsenen Rippe wieder nach oben geht. Dem Pfad folgend geht es in eine weitere, steile, schuttige Rinne. Diese gehts nun wieder auf den Grat nach oben.
Hier folgt der anspruchsvollste Teil des Weges, eine recht ausgesetzte Querung, über eine mit Gras durchzogene, schräge Felsplatte. Komisch, dass hier keine Kette hängt, an vielen anderen Stellen jedoch schon. Über einen weiteren Aufschwung gehts dann in die Ostflanke des Mottone. Hier über steiles Gras hinauf auf den Gipfel. Trockene Verhältnisse sind für den Weg auf jeden Fall von Vorteil.
Nach kurzer Rast auf de Gipfel überlegen wir, ob wir den Grat Cresta dei Lenzuoli weitergehen, oder zurück zum Gridone. Da am Nachmittag jedoch noch der Begin einer weiteren Tour geplant ist, bleibt es beim eigentlich geplanten Gridone und wir gehen über den selben weg, konzentriert zurück zur Fumadiga.

Fumadiga - Cruit - Gridone T3; 1h:

Vom Fumadiga gehen wir über die Bochetta di Valle weiter in Richtung Gridone. Der Wanderweg zweigt eigentlich bald rechts ab und führt etwas durch die Ostflanke auf den Gipfel. Wir gehen jedoch gerade aus weiter und auf deutlichen Wegspuren galangt man so auf den Grat etwas südlich des Südgipfels. Kurz vor dem Grat muss hier etwas gekraxelt werden um auf diesen zu gelangen. Der Weg ist auch in der Karte eingezeichnet.
Wer will kann nun noch den Gipfel Cruit mitnehmen. Dieser ist einfach über den breiten, einfachen Grat in einigen Minuten erreicht.
Von hier gehts nun immer auf dem durchwegs breiten Grat über den Gridone Südgipfel und einem seltsamen Bauwerk zum Gridone / Monte Limidario. Vor dem Gipfel steilt der Weg nochmals etwas auf und wird felsiger, jedoch alles einfach.
Am Gipfel bietet sich hier ein unglaubliches Panorama. Die Walliser 4000er mit dem Monte Rosa Massiv, Gran Paradiso, die hohen Berner Gipfel und sogar bis zur Bernina reicht die Sicht.

Gridone - Rifugio Al Legn - Mergugno T3; 2 h:

Vom Gridone gehen wir wieder den einfachen Grat bis zum Südgipfel zurück. Nach diesem, folgen wir den Wegspuren, auf dem selben Weg wie im Aufstieg zur Bochetta di Valle. Weiter gehts zum Rifugio al Legn, auf dessen Terrasse nun einiges los ist, kein wunder bei der prächtigen Aussicht hier. Nach Auffüllen der Wasserreserven am Wasserhahn auf der Terrasse, gehts in zügigem Tempo durch den Wald wieder zurück nach Mergugno.

Anschließend folgt direkt noch am Nachmittag der Beginn der nächsten Tour. Das gute Wetter will ausgenutzt werden. Am nächsten morgen solls von der Capanna Albagno zum Sonnenaufgang auf den Cima dell`Uomo gehen.

Tourengänger: boerscht


Galerie


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