Wildseeloder (2117m), Henne (2078m) und mehr...


Publiziert von hikerat , 26. Oktober 2017 um 21:02.

Region: Welt » Österreich » Zentrale Ostalpen » Kitzbüheler Alpen
Tour Datum:30 September 2017
Wandern Schwierigkeit: T4 - Alpinwandern
Klettern Schwierigkeit: I (UIAA-Skala)
Mountainbike Schwierigkeit: WS - Gut fahrbar
Wegpunkte:
Geo-Tags: A 
Zeitbedarf: 8:00
Aufstieg: 1550 m
Abstieg: 1650 m
Strecke:Hochfilzen - Hörndlinger Graben - Hochhörndlerhütte - Rabenköpfe - Hochhörndlerspitze - Henne - Moraker Gipfel - Wildseeloderhaus - Platte - Hochkopf - Wildseeloder - Seenieder - Hochhörndlerhütte - Fieberbrunn
Zufahrt zum Ausgangspunkt:Züge von Ibk nach Hochfilzen
Zufahrt zum Ankunftspunkt:Züge von Fieberbrunn nach Ibk
Unterkunftmöglichkeiten:in Hochfilzen und Fieberbrunn, Gh Eiserne Hand, Wildseeloderhaus

Der aussichtsreiche Wildseeloder ist ein vielbesuchter Gipfel in den Kitzbüheler Alpen. Doch eine einsame Anstiegsalternative ist der weglose Nordgrat. Das ist ein schmaler Grasgrat. Da ich in der Gegend noch nie war, beschließe ich dort eine ausgedehnte Tour zu machen.

Der 30.09.17 verspricht zumindest im Osten Tirols sonnig und trocken zu bleiben. So starte ich um 7:45 mit dem Bike am Bahnhof von Hochfilzen. Zuerst rolle ich gemütlich bergab zum Gasthof Eiserne Hand. Dort beginnt der zunächst angenehme Forstweg in den Hörndlinger Graben. Zunächst kaum steigend führt der Weg hinein zum Pulvermacher Scherm. Unterwegs fährt man im engen Graben sogar durch einen Tunnel. Beim Pulvermacher Scherm steht die Mittelstation der Verbindungsbahn der Skigebiete Saalbach-Hinterglemm und Fieberbrunn. Wie ausgestorben im Sommer! Bald darauf folgt eine steilere Rampe und dann ist die Hörndler Grundalm erreicht. Ab hier nimmt der Forstweg drastisch an Steigung zu, er ist aber immer noch gut fahrbar (oder schiebbar). Nach einigen Kehren passiert man die Hochhörndleralm und erreicht schließlich die im Sommer geschlossene Hochhörndlerhütte. Dort Bikedepot.(2h ab Gh. Eiserne Hand) Dann marschiere ich zu Fuß weiter und erreiche bald den Reckmoossattel, der mit Bergstationen bebaut ist. Von dort mache ich einen kurzen Abstecher zu den Rabenköpfen, mehreren kleinen Latschenkuppen östlich des Reckmooses. Es gibt einen ausgeschnittenen Steig. Das kleine Kreuz befindet sich nicht am höchsten Punkt. nach kurzer Rast, kehre ich zum Reckmoos zurück. Von dort führt ein kurzer Klettersteig über den Ostgrat auf die Henne ich nehme aber den Umgehungsweg, der südlich davon verläuft. Zuerst geht es über Pistengelände zur Bergstation eines Sessellifts. Von dort mache ich einen kurzen Abstecher südwärts zur unmarkanten Hochhörndlerspitze, die eher eine Gratschulter ist. Beim Kreuz fehlt der Querbalken. Zurück bei der Liftstation, folge ich dem harmlosen Weg auf die Henne (mit Abstechern ca. 1h ab Raddepot). Von der Henne steige ich nordwärts ab und erreiche den Sattel zwischen Henne und Moraker Gipfel. Auf diesen markanten Felszacken mache ich einen kurzen Abstecher: Zuerst im ausgesetzten Grasgelände, geht es dann nah an die Abbrüche der Nordwand heran. Der ganze Aufstieg ist aber seilversichert und fordert keine nennenswerte Kletterei. Schließlich erreiche ich den exponierten Gipfel, auf den durch die Nordwand auch ein Klettersteig führt. Ich halte mich nicht lange auf und kehre zum vorhergenannten Sattel zurück. Von dort steige ich zum Wildseeloderhaus ab. Dort ist recht viel Betrieb, im Gegensatz zu meiner heute sonst recht einsamen Tour. Als nächstes werde ich auf den Wildseeloder steigen. Aber nicht über den viel begangen Normalweg, sondern über den weglosen und einsamen Nordgrat. Dazu steige ich zuerst kurz vom Wildseeloderhaus Richtung Wildalm ab, bis linkerhand ein nicht markierter, aber sichtbarerer Pfad abzweigt. Auf diesem selten begangenen Weg, quere ich nun die Nordhänge des Wildseeloders. Schließlich erreiche ich den Sattel, der die Platte vom eigentlichen Nordgrat trennt. Von hier steige ich auf die Platte, die eine breite Kuppe ist. Der Anstieg vom Sattel ist harmlos, aber recht steil und leicht felsig. Das recht neue Kreuz der Platte erreiche ich nach ca. 40 min ab dem Wildseeloderhaus. Ich steige wieder zum Sattel ab und jetzt beginnt die eigentliche Gratwanderung. Zuerst geht es auf einer Wegspur durch eine Latschengasse auf einen unbenannten Buckel unterhalb des Hochkopfs. Ab hier wird das Gelände sehr steil. Im Steilgras suche ich mir den bestmöglichen Weg auf den Hochkopf. An diesem Tag ist das leicht heikel, da das Gras schattseitig recht feucht ist. Schließlich erreiche ich nach einigen I-er Stellen den schmalen Gipfelgrat und gehe auf ihm luftig zum Kreuz. Der Weiterweg zum Wildseeloder beginnt mit einem weniger ausgesetzten, aber doch recht steilen Abstieg in die Scharte zwischen Wildseeloder und Hochkopf. Ab hier verschmälert sich der Grat zusehends und schließlich umgehe ich eine felsige Stelle südseitig im steilen, aber gut begehbaren Gras. Nach dieser Stelle erreiche ich wieder den Grat, der aber nun felsig wird. Eine südseitige Umgehung kommt wegen der Steilheit des Hanges nicht infrage, deshalb muss ich sie nordseitig umgehen. Diese Stelle empfinde ich an diesem Tag als heikel. Man bewegt sich hier in felsdurchsetztem Grasgelände, das heute aber feucht ist. So brauche ich mehrere Anläufe, um den richtigen Durchschlupf zu finden. Danach erreicht man ein breites Grasgelände, über das man zum Gipfelgrat aufsteigt. Dieser präsentiert sich mit zackigen Felsen. Ich kann in aber problemlos südseitig umgehen. Hier ist das Steilgras gut gangbar. Schließlich erreiche ich den Gipfel des Wildseeloders (1:15 h ab Platte) Die Aussicht ist genial, deshalb mache ich eine ausgedehnte Pause. Beim Abstieg wähle ich nicht den steilen Weg zum Wildseeloderhaus, sondern steige auf völlig harmlosen Weg zum Seenieder ab. Um zu meinem Bikedepot zurückzukehren, nehme ich dann den sogenannten Blumenweg, der die Südflanken von Henne und Hochhörndlerspitze quert. Man bewegt sich wieder in Steilgrasgelände, deshalb ist der Weg etwas ausgesetzt. Trotzdem ist er problemlos gangbar. So erreiche ich mein Bikedepot wieder. Jetzt folgt der genussvolle Ausklang der Tour: Das gemütliche Hinausrollen durch den Hörndlinger Graben auf besten Forstwegen und Straßen bis Fieberbrunn. 

Fazit:
Der Nordgrat des Wildseeloders ist eine lohnende und einsame Alternative zum Normalweg. Allerdings ist sie auch anspruchsvoller und erfordert Trittsicherheit und Schwindelfreiheit. Außerdem sollte das Steilgras trocken sein. Wenn man den zackigen Gipfelgrat des Wildseeloders umgeht, gehen die Kletterschwierigkeiten nicht über I hinaus. Eine direkte Überkletterung dürfte II sein. Diese Tour ist absolut empfehlenswert!

Bilder folgen noch!

Tourengänger: hikerat

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