Durch die Sächsische Schweiz - mit Lilienstein (415 m) und Großer Winterberg (556 m)


Publiziert von ju_wi , 15. April 2009 um 22:10.

Region: Welt » Deutschland » Östliche Mittelgebirge » Elbsandsteingebirge
Tour Datum:25 Mai 2006
Wandern Schwierigkeit: T2 - Bergwandern
Wegpunkte:
Geo-Tags: D   CZ 
Zeitbedarf: 2 Tage
Aufstieg: 800 m
Abstieg: 800 m
Strecke:ca. 50 km
Zufahrt zum Ausgangspunkt:Auto nach Königstein
Unterkunftmöglichkeiten:Waltersdorf - Ferienwohnung
Kartennummer:Kompass 1028 Sächsische Schweiz

Die ersten 2 Tage einer 4-tägigen Wanderung am verlängerten Wochenende von Christi Himmelfahrt in der Sächsischen und Böhmischen Schweiz führen uns von Königstein an der Elbe durch viele Highlights der Sächsichen Schweiz nach Hřensko, der tiefstgelegenen Stadt Böhmens in Tschechien - ebenfalls an der Elbe gelegen.

Nach der Anfahrt parken wir in Königstein unser Auto und spazieren zur Elbfähre. Wir setzen den Europäischen Fernwanderweg E3 fort, den wir in vielen Einzeletappen und Kurzurlauben inzwischen von Luxemburg durch ganz Deutschland bis nach Königstein gewandert sind. In Königstein nehmen wir als erstes das kleine Fährboot der Elbfähre und setzen über an das Ufer unter dem Lilienstein. Zunächst durch ein kurzes Waldstück steigen wir steil eine erste Stufe zu einem Gasthof empor und durchqueren nun flacher eine Wiese mit bestem Blick auf das Symbol der Sächsischen Schweiz, den Tafelberg Lilientstein. Er überragt mit seinen 415 m immerhin die Elbe um fast 300 Hm und ist der einzige Tafelberg des Elbsandsteingebirges, rechts der Elbe. Über einige Leitern erklimmt man den steilen Sandsteinberg und quert über das zum Teil zerklüftete Gipfelplateau mit bequemen Brücken easy zum höchsten Punkt, von dem sich eine schöne Aussicht auf die Elbe zeigt.

Der Abstieg vom Lilienstein mit dem E3 führt auf die elbabgewandte hintere Seite des Bergs und durch Wald und Wiesen wieder hinab zum Elbufer. Auch hier haben wir im Frühling - bei zwar nicht allerbestem Wetter - schöne Blicke durch die grüne Landschaft hinüber zum berühmten Basteifelsen im Nationalpark Vordere Sächsische Schweiz. An der Elbe entlang bringt uns der Weg dann auch zu dem an diesem Wochenende schon sehr überlaufenen Kurort Rathen. Ein steiniger Pfad führt uns meist steil und durch ein Waldstück hinauf zur Bastei. Erneut machen wir dabei knapp 200 Hm gut. Während die Bebauung auf der Bastei von uns als furchtbar empfunden wurde, folgt danach ein sehr schönes, spektakuläres und sogar recht ruhiges Wegstück durch den Nationalpark über die Schwedenlöcher und an der Amselfeldbaude vorbei nach Rathewalde.

Nach Durchquerung dieses weniger touristischen Ortes im höher gelegenen Hinterland wandern wir noch geradewegs eine Anhöhe hinauf (Hohburkersdorfer Rundblick) und biegen mit der E3-Führung in spitzem Winkel wieder etwas abwärts zur Hocksteinschänke. Über einige Treppen und durch originelle Sandsteinlandschaft kommen wir zur Hockstein-Aussicht und in der Folge durch das Örtchen Hohnstein. Erneut durchqueren wir den Nationalpark nahe am Brand vorbei und kehren abends - recht erschöpft vom Tag - in einer reservierten Ferienwohnung in Waltersdorf (fast 5 km abseits vom E3) ein. Hier quartieren wir uns für 2 Nächte ein, denn wir hatten vorbereitend schon arge Schwierigkeiten freie Unterkünfte an den passenden Stellen zu bekommen.

Am nächsten Tag marschieren wir morgens wieder los und wandern an der Sebnitz entlang durch den Wald zur Kohlmühle. Die Führung des E3 ist hier übrigens auf langem Abschnitt identisch mit dem zu DDR-Zeiten sehr beliebten Fernwanderweg Eisenach-Budapest (EB markiert). An der Kohlmühle überqueren wir den Sebnitz-Bach und verlassen seine Führung. Wir steigen im Wald eine Stufe hinauf und über eine Wiese mit vielen blühenden Rapsfeldern queren wir zur Kirnitzsch, die in Bad Schandau mündet und im Oberlauf auch ein Stück Grenzbach zu Tschechien ist. Eine Besonderheit hier an der Kirnitzsch ist eine alte, hübsche seit 1898 verkehrende Überland-Straßenbahn, die Kirnitzschtalbahn, der wir am Stadtpark von Bad Schandau begegnen.

Vom Kirnitzschgrund steigen wir durch Felder wieder auf in das Örtchen Ostrau und gelangen bald in den besonders beliebten Nationalpark Hintere Sächsische Schweiz. Der Wanderweg führt uns zu den Schrammsteinen, einer einzigartigen Türmchenlandschaft aus Sandstein, die sich einige km nahe der Elbe rechtsseitig entlangzieht und sowohl vom Schiff als eben auch zum Durchwandern sehr spektakulär ist. Der Pfad durch die Schrammsteine ist auch sehr solide angelegt - natürlich hätten wir uns die Leitern etwas spärlicher und naturnäher gewünscht, aber es soll verständlicherweise auch der Otto-Normal-Wanderer hier gut zurecht kommen. Jedenfalls ist es ein Riesenerlebnis, durch die Schrammsteine und zu den Felsplateaus zu wandern und die Naturschönheiten auf sich wirken zu lassen.

Hat man die Schrammsteine hinter sich gelassen, passiert man ein deutlich ruhigeres Wanderstück, das einfach ein Stück weiter entfernt von den Wanderparkplätzen ist. In großem Bogen wandern wir hier durch den Wald und steigen schließlich sanft ansteigen empor auf den Großen Winterstein (556 m). Er dominiert das Elbsandsteingebirge rechts der Elbe deutlich - ist aber 4m niedriger als der links von der Elbe gelegene Große Zschirnstein, der die höchste Erhebung der schönen Gegend darstellt. Am Gipfel befindet sich eine Waldgaststätte, in deren Biergarten wir uns mit einem Getränk etwas ausruhen.

Vom Großen Winterberg erreichen wir nach Abstieg schnell das kleine Örtchen Schmilka 400 m tiefer an der Elbe. Es besteht nur aus wenigen sehr schmucken Häusern. Von Schmilka wandern wir gut 2 km die breite B172 entlang und über die tschechische Grenze hinüber ins böhmische Hřensko wo die Kamenice in die Elbe mündet. Wir spazieren in das Örtchen und essen recht gut in einer Dorfgaststätte.

Danach fahren wir mit der Fähre hinüber zum Bahnhof Schöna, der sich wieder in Deutschland befindet. Wir nehmen die S-Bahn nach Königstein, wo wir tags zuvor das Auto geparkt haben und fahren hiermit wieder zu unserer Ferienwohnung nach Waltersdorf. In den nächsten beiden Tagen wollen wir die Wanderung auf dem E3 von Hřensko dann in der Böhmischen Schweiz auf tschechischer Seite fortsetzen.


Tourengänger: ju_wi

Galerie


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