Kl. Eisseespitzen 3180 m als Ersatz für die Eisseespitze 3230 m, Tag 2 DSC


Publiziert von jagawirtha , 12. Oktober 2017 um 15:50.

Region: Welt » Italien » Trentino-Südtirol
Tour Datum: 3 Oktober 2017
Wandern Schwierigkeit: T3 - anspruchsvolles Bergwandern
Wegpunkte:
Geo-Tags: I 
Zeitbedarf: 6:30
Aufstieg: 1050 m
Abstieg: 1050 m
Zufahrt zum Ausgangspunkt:über Reschenpass oder Meran nach Goldrain, dort ins Martelltal abbiegen und bis zum PP der Zufallhütte fahren ÖVM möglich
Unterkunftmöglichkeiten:Zufallhütte am Beginn der Tour, sonst keine
Kartennummer:Tabacco Nr. 045

Die Kaltfront ist in der Nacht angekommen und hat Nebel und kühleres Wetter gebracht. Der Blick aus der Zufallhütte ist für heute nicht so einladend, aber die gesamte Truppe und das sind 21 Personen, wollen nicht auf die Tour verzichten. Natürlich ist jedem klar, dass bei besonderen Wetterumständen die Tour abgebrochen werden könnte. Die beiden Bergführer Wipf und Fritz erklären uns, daß sie unter den gegebenen Umständen vorziehen, nicht auf die Eisseespitze zu gehen, sondern einen etwas leichteren Aufstieg nehmen und nur die Kleinen Eisseespitzen besuchen wollen, es liegt viel Schnee und dieser birgt Gefahren mit Ausrutschen und Einsinken.

Wieder haben die beiden ein kleines Schmankerl für uns. Wir gehen von der Hütte weg nicht den breiten Versorgungspfad Nr. 150, sondern rechts davon einen Art Schafsteig durch ein Biotop, das im Sommer besondere Pflanzen gedeihen lässt und weit über dem Wanderweg thront. Die Aussichten sind heute durch Wolken und Nebel etwas eingeschränkt. Später führt dieser Steig auch wieder zurück auf den Wanderweg Nr. 150. Bei einsetzendem Regen gehen wir den alten Versorgungspfad vom 1. Weltkrieg weiter bis wir einen kleinen See erreichen. Leider wurde der Regen stärker und der Wind tat sein übriges. Die Bergführer stellen uns frei zur Hütte um zu kehren, doch keiner will aufgeben und so beschliessen sie, noch eine halbe Stunde zu gehen um dann neu zu entscheiden.

Wir haben Glück, der Regen wird weniger und setzt ganz aus, der Wind bleibt zwar, der trocknet aber die Regenkleidung ab und so gehen wir fast ohne Pause weiter bis wir den Wanderweg verlassen und weglos bzw. ohne Markierung in die Senke zwischen Eisseespitze und Butzenspitze aufsteigen. Jetzt müssen auch die Gamaschen aus dem Rucksack, denn der Großteil des Aufstieges ist bereits schneebedeckt und die Tragfähigkeit ist nicht immer gegeben. Vereinzelt kann man sich an Steinmännchen orientleren, das funktioniert aber auch nur, weil es jetzt sogar wieder aufklart, Die Bergführer gehen aber fast punktgenau den Steig hoch und so erreichen wir alle unseren zweiten 3000 er der Woche und das noch bei halbwegs guter Aussicht. Ein Blick in die Ferne ist zwar nicht möglich, aber die umliegenden Gipfel der Eisseespitze und der Butzenspitze sind frei und die Aussicht auf das Skigebiet Sulden ist möglich.  Das Dreigestirn Königspitze, Zebru und Ortler bleibt aber verdeckt.

Die Gipfelrast auf den Kleinen Eisseespitzen fällt wegen der kalten Witterung etwas kürzer aus und als wir dabei sind wieder aufzubrechen, setzt Eisregen ein. Es dauert nicht lange und der Regen geht in Schnee über. Es weht ein kräftiger Wind dazu, es wird richtig ungemütlich. Jeder versucht so rasch wie möglich nach unten zu kommen. Noch sind unsere Spuren vom Aufstieg sichtbar, doch bei so einem Wintereinbruch könnten diese schnell unsichtbar werden. Naja, zum Glück haben wir unsere beiden Bergführer dabei, die kennen die Gegend wie ihre Westentasche. Die Wolken drücken immer weiter nach unten und man könnte meinen, daß wir bis zur Hütte im Schnee gehen müssen. Doch so schnell wie sich das Wetter verschlechtert hat, wird es auch wieder besser. Die Niederschläge werden weniger und hören ganz auf.

Jetzt lege ich auch wieder eine kleine Pause ein und gehe gemäßigter den Weg 150 zur Alten Staumauer und von dieser den bereits am Vortag benutzten Weg zur Hütte. Zurück an der Hütte sitzen heute keine Besucher draußen auf der Terrassse. Ich genehmige mir heute eine heiße Dusche. Schön langsam kommen alle in die Hütte zurück. Leider mussten wir feststellen, dass einer unserer Bergkollegen beim Abstieg im Schnee eingebrochen ist und sich das Knie angeschlagen hat. Er hat sich aber trotz Schmerz zur Hütte zurückgequält und musste den Aufenthalt am nächsten Tag beenden. Ich wünsche ihm alles Gute für die Genesung. Aber man sieht wie schnell etwas passieren kann und keiner ist davor sicher.

Nachtrag:
Normal gebe ich in meinen Berichten immer die tatsächliche Gehzeit ohne Pausen an, in diesen Berichten mit der Gruppe des DAV Summit Club bezieht sich die angegebene Zeit immer auf die Gruppe mit sämtlichen Pausen, d.h. man kann die Touren auch in kürzerer Zeit bewältigen.


Tourengänger: jagawirtha

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