Über Spitzflue und Fochsenflue


Publiziert von poudrieres , 8. Oktober 2017 um 08:29.

Region: Welt » Schweiz » Freiburg
Tour Datum: 7 Oktober 2017
Wandern Schwierigkeit: T5+ - anspruchsvolles Alpinwandern
Wegpunkte:
Geo-Tags: CH-FR 
Zeitbedarf: 6:00
Aufstieg: 955 m
Abstieg: 955 m
Strecke:12.09km
Zufahrt zum Ausgangspunkt:Mit Postauto oder PW.
Kartennummer:map.geo.admin.ch

Spitzflue (1954m) - Fochsenflue (1975m).
Schöne Berglandschaften entstehen meist auf geologisch interessantem Grund: Falten, Überschiebungen und Scherbrüche und die N–S gerichteten Blattverschiebungen formen in den Préalpes médianes plastiques eine grosse Vielfalt von Landschafts- und Lebensräumen. Das Gebiet westlich des Euchelspasses - mit der gleichnamigen in N-S-Richtung verlaufenden Störung -  ist durch eine enge Abfolge von Synklinalen und Antiklinalen (Maischüpfen - Spitzflue - Cerniat - Lovatli - Bremingard - Balisa) geprägt.
Spitzflue - im Vordergrund P.1921.
Profitiert von den Faltungen haben vorübergehend auch die Höhlenbären: Am Fuss der NO-Wand der Spitzflue wurden im Bäreloch Knochen von Höhlenbären aus der Zeit vom 48. bis 28. Jahrtausend vor unserer Zeit entdeckt. Statt eines ruhigen Platzes für die Winterruhe finden sich weiter oben für den Alpinwanderer schöne Gratlinien, die zu einer Begehung einladen.

Von der Talstation Gypsera führt ein Fahrweg am Schwarzsee entlang bis zur Einmündung des Euschelsbachs. Kurz danach kann man über die Lichtungen von Hubel Rippa, Spicherweid, Wälschi Rippa zur Stierenberg aufsteigen, an der ein deutlicher Ziehweg zur Rippetli beginnt.
Vor der Rippetli zweigt ein Bergweg in einen Sattel nordöstlich der Spitzflue ab. Der Weg gewinnt den SO-Ausläufer der Spitzflue und steigt dann entlang eines Felsbandes steil bergan. Das Felsband wird schliesslich überwunden, bevor der Grat noch einmal aufsteilt und eine Leiter, dann eine kettengesicherte und schliesslich gelb bemalte Griffstangen den Gipfel mit dem Kreuz erschliessen.
Im Abstieg vom SW-Gipfel der Spitzflue zu P.1912 ist eine kleine etwas ausgesetzte felsige Passage zu abzuklettern. P.1912 lässt sich ostseitig aus einer kleinen Einsattelung auf einer deutlichen Spur umgehen. Im Wiederaufstieg zur Fochsenflue biegt eine Spur Richtung Türmli ab, die andere folgt der Kante und quert schliesslich auf den NO-Ausläufer der Fochsenflue, ein markierter Bergweg führt von dort zum Gipfel mit dem Kreuz.
Blick von P.1885 zur Fochsenflue.
Folgt man von der Fochsenflue weiter dem Grat Richtung P.1885 ist wieder eine ausgesetzte felsige Stufe abzuklettern. Man kann jedoch auch an einer rot-weiss bemalten Stange ostseitig absteigen und und bequem am Fuss der Stufe auf den Grat zurückqueren. Nach einer weiteren steilen Passage wird der Grat etwas zerrissen, eine deutliche Spur führt ostseitig etwas unterhalb der Gratlinie um diese Passage herum. Das letzte Stück vor P.1885 ist baumbestanden und verbirgt eine längere Reihe kleiner Felszähne mit meist nordwestseitigen Tritten.
Vom Sattel P.1885 geht es zunächst entlang einer schrofigen Rinne hinab, dann über Geröllfelder und schliesslich weiter zur Fochsen. Ich biege vor dem Euschelspass zu P.1658 ab, einer kleinen namenlosen Flue bei der Obere Euschels, in dem sich die "Festung Euschels" verbirgt und der eine schöne Rundumsicht über den gleichnamigen Pass bietet.
Ich versuche, die Abstiegstrasse von der Riggisalp über die Untere Euschels zum Schwarzsee zu meiden, was auch bis zum Unter Bödeli recht gut gelingt. Die letzte Abkürzung führt mich durch einen zugewachsenen Trockenbach mit vermoostem Steinblöcken und Totholz. Nach der Unter Bödeli mische ich mich schliesslich unter die Spaziergänger auf dem Fahrweg hinunter zur Talstation Gypsera am Schwarzsee.
Bemerkungen: Die Tour lässt sich auch an der Ritzlialp beginnen: *Bericht.


Route: Schwarzsee Gypsera - Hubel Rippa - Wälschi Rippa - Stierenberg - Rippetli - Spitzflue - Fochsenflue - P.1885 - Fochsen - P.1658 - Euschelsbach - Unter Bödeli - Schwarzsee Gypsera.
Karte: SwissTopo.
Breccaschlund westlich des Euschelspasses.
Variante: Weiter über den Chörblispitz zur Combigabel.
Orientierung: Lange Passagen auf Spuren bzw. weglos, sonst markierte Wanderwege.
Schwierigkeit: Bis zur Rippetli T1-T2, weiter zur Spitzflue T3-T4, weiter zur Fochsenflue T4-T5, weiter über P.1885 zur Fochsen T5+, danach wieder T1-T2.
Bedingungen: Taufeucht, absonnig Reif, talnah stellenweise sumpfig.
Ausrüstung: Bergwanderausrüstung, Pickel.
Parkmöglichkeit: Schwarzsee Gypsera.
Literatur: Freiburg; Daniel Anker, Manuel Haas; SAC-Verlag.


Tourengänger: poudrieres

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Geodaten
 37486.gpx Spitzflue
 37487.kml Spitzflue (KML)

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