Nadelhorn


Publiziert von Frangge Pro , 10. September 2017 um 16:40.

Region: Welt » Schweiz » Wallis » Oberwallis
Tour Datum: 8 September 2017
Hochtouren Schwierigkeit: WS
Klettern Schwierigkeit: II (UIAA-Skala)
Wegpunkte:
Geo-Tags: CH-VS 
Zeitbedarf: 10:00
Aufstieg: 1000 m
Abstieg: 2050 m

Hier also die Fortsetzung und der letzte Tag der dreitägigen Tour zwischen St Niklaus und Saas Fee. Wobei ich mir eben gedacht habe, dass das Nadelhorn einen eigenen Bericht verdient hat (auch wenn es schon sehr viele davon hat).

Trotz recht gut besuchter Hütte hält sich der morgendliche Trubel in Grenzen, da die Zeiten für das z'Morge sehr flexibel gehandhabt werden. Gegen viertel vor fünf starten wir an der Mischabelhütte und steigen im Schein der Stirnlampen zum Anseilplatz. Bereits auf diesen ersten 300 Höhenmetern werden wir mehrfach überholt, einige schnellere Seilschaften starten logischerweise später, zudem sind wir nicht sonderlich flott unterwegs. Kraxelnd erreichen wir das Depot unserer Steigeisen und Pickel *vom Vortag, seilen an und betreten den Hohbalmgletscher.

Am Anfang des Aufstieg zum Windjoch wird das Überholen dann etwas chaotisch, als z.B. zwei nicht angeseilte Alpinisten meinen, uns über das noch lange Seil steigen zu müssen... Ist das für die 10 Sekunden Zeitgewinn nötig? So langsam beginnt die Morgendämmerung und auf dem Windjoch angekommen können wir unsere Stirnlampen versorgen. 

Auf dem Firngrat starten wir der breiten Spur und anderen Seilschaften folgend in schönstem Morgenlicht, das die Dreieselswand in kräftige Rot- und Orangetöne taucht. Es kann kaum schöner werden. Ein paar Felsen am Grat müssen weiter oben überklettert werden. Einhellig wird davon abgeraten, in die Flanke auszuweichen. Die erste wirkliche Kletterstelle schien mir dann auch gleich die Anspruchsvollste (II), ausgesetzt am Grat. Am Gipfel selbst dann noch etwas klettern und so stehen wir dann nach gut vier Stunden auf dem Gipfel.

Viel Platz hat es dort nicht, wir schiessen ein paar Photos und machen ein paar Meter unterhalb ausgiebig Pause bei allerbester Aussicht. Nach Osten liegt die Bergwelt unter einem und die Wolken nach Süden hin lassen schon fast Flugzeugfeeling aufkommen. Hier in den Gipfelfelsen ist ganz schön was los. Viele schöne Plätze sind schon von anderen Berggängern besetzt. 

Der Abstieg dann logischerweise wie der Aufstieg, etwas langsamer als gedacht aber mit konstant viel Aussicht Richtung Simplon und Berner Alpen. Auch der Tour vom Vortag lässt sich andauernd schön überblicken. Nachdem die letzte Kletterstelle wieder überwunden ist, geht es etwas flotter und um kurz nach zwölf seilen wir am Schwarzhorn aus.

Zurück an der Mischabelhütte machen wir erneut eine längere Pause, bevor wir den Abstieg zur Hannigalp angehen. Der Hüttenweg ist steil, sehr ausgiebig mit Seilen, Bügeln und einer Leiter ausgebaut. Derart entschärft sollte das in etwa ein T4+ sein. Trotz der Hilfen brauchen wir deutlich länger als ich gedacht hätte und müssen dann doch noch etwas die Beine in die Hand nehmen, um nicht die letzte Bahn um 16:30 zu verpassen.

Hinunter nach Saas Fee gondelnd sind meine Beine müde, die Füsse auch nicht mehr fit. Drei Tage durften wir bei schönstem Wetter und besten Bedingungen verbringen und sind um viele, viele schöne Bilder und Eindrücke reicher. Doch schon recht viele Berichte auf hikr, die exakt diese Tour beschreiben, sind ein Indiz dafür, dass das kein Geheimtipp ist. Dementsprechend sind wir Ende der Saison und unter der Woche gegangen, was am Nadelhorn dann nicht viel geholfen hat. Man muss aber sagen, dass diese Tour(en) zu Recht sehr häufig begangen werden. Die Hochgebirgslandschaft, Aussicht und die Route selbst sind einfach wunderschön. 

Tourengänger: Frangge


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Kommentare (1)


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N_Altitude hat gesagt: toll!
Gesendet am 10. September 2017 um 20:12
toller Bericht! :) Freut mich, dass ihr 3 so tolle Tage hattet. Bis bald, Nick


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