Eisenhut, höchster Gipfel der Nockberge


Publiziert von klemi74 , 5. Oktober 2017 um 20:36.

Region: Welt » Österreich » Zentrale Ostalpen » Nockberge
Tour Datum: 4 Oktober 2017
Wandern Schwierigkeit: T3 - anspruchsvolles Bergwandern
Wegpunkte:
Geo-Tags: A 
Zeitbedarf: 9:30
Aufstieg: 1790 m
Abstieg: 1790 m
Strecke:26,8km
Zufahrt zum Ausgangspunkt:Turracher Höhe, südlich des Sees kann man westlich der Durchgangsstraße an der Talstation der Panoramabahn parken, kostenfrei
Unterkunftmöglichkeiten:Auf der Turracher Höhe, unterwegs gibt es nichts (und ab dem Rapitzsattel auch kein Wasser!)

Die Nockberge im Grenzgebiet der Bundesländer Salzburg, Steiermark und Kärnten bilden eine grad im Vergleich zu den nahen Tauern eher mittelgebirgsartige Landschaft, ragen aber dennoch auf über 2.400 Meter hinauf. Alle Gipfel sind technisch einfach, jedoch oft nur über langwierige, unmarkierte Forstwege erreichbar. Die wichtigen Gipfel sind aber mit Steigen erschlossen und zum Teil recht gut besucht. Der Eisenhut ist trotz seiner Bedeutung ein eher stiller Gipfel: zwar gibt es mehrere Steige, aber diese sind recht lang und mit weniger als 1.200 Höhenmetern ist der Berg nicht zu haben; Hütten und Einkehrmöglichkeiten gibt es nicht. Die hier vorgestellte Variante verfügt zwar über einen hoch gelegenen Ausgangspunkt, aufgrund zahlreicher Zwischenabstiege ist es trotzdem eine lange und konditionell fordernde Tour...

Vom Start aus muss man erst einmal die Holzhäuser der sich auf der Turracher Höhe ausbreitenden Feriensiedlung hinter sich lassen und an einer Wegverzweigung (Bild 1) den linken Weg hinauf zum Schwarzsee wählen. Der Weg ist zunächst arg von Baumaschinen in Mitleidenschaft gezogen worden, nach dem Schwarzsee hingegen handelt es sich um einen kleinen Almfahrweg, der leicht fallend durch die Hänge zieht. Vor einer Almhütte endet der gute Weg, es geht nun 50 Höhenmeter über die Wiese hinauf zur nächsten Hütte, wo ein anderer Fahrweg erreicht wird.
Auch der ist ziemlich flach, eine weite Serpentine wird abgekürzt und so stehe ich bald am Engeleriegel, einem Absatz im Nordgrat der Kaserhöhe. Jenseits verliere ich die gewonnenen Höhenmeter komplett, denn durch urigen Wald geht's nun steil hinab zur Gillendorfer Alm.
Ab jetzt quert ein guter Steig zunächst eben den Hang, dann geht er aber in einen kräftig steigenden Fahrweg über, der sich im Wiesengelände vor dem Rapitzsattel wieder verliert. Der letzte Abschnitt dort hinauf ist von nur schwachen Spuren geprägt, es sind aber ausreichend Markierungen an den Steinen angebracht.
Weiter zum Eisenhut steht erst mal eine meist nur leicht steigende Traverse des Südhanges des Straßburgerspitz an, erst nach Erreichen der Grathöhe wird es zum Schluss noch einmal reichlich steil, es bleibt ber einfach. Oben am Gipfel ist eine längere Pause angesagt, ein windgeschützter Platz findet sich auch.

Nach der Rast steige ich anfangs auf bekanntem Weg wieder ab, bleibe nun aber am Grat und folge diesem in leichtem Auf und Ab. Kurz vor dem Straßburgerspitz wird es wieder steiler. Hier entscheide ich, dass ich den nahen Wintertalernock mitnehme, der Übergang dauert gut 10 Minuten und hält die erste als T3 zu bewertende Stelle parat. Wieder zurück gibt es die nächste kurze Pause.
Der Abstieg nach Süden zum Rapitzsattel ist reichlich steil, teilweise ist man auf erdigen Spuren im Gras unterwegs, teilweise auch im feinen Schieferschutt, der aber ganz gut hält. Nach dem Sattel wird ein kleiner Buckel eben umgangen, dann geht es auf breiten Weg hinauf in Richtung Lattersteighöhe. Die letzten Meter werden von der Ostseite her gewonnen, auch hier ganz kurz T3.

Jetzt folgt der Übergang zur Gruft, der schnell beschrieben werden kann:
Kurz am Grat bergab in die folgende Scharte (Passage T3), dann etwa 100 Meter hinauf zur Bretthöhe. Nach dieser in den nächsten Sattel und jenseits wieder 100 Meter steil hinauf zur Hoazhöhe. Zur Kaserhöhe hin its der Kamm um vielleicht 40 Meter eingeschartet, im Anschluss folgt ein längerer, am Ende etwas steilerer Abstieg in den Sattel vor der Gruft, die mit ca. 80 Metern Anstieg gewonnen wird. Hier könnte die Tour eigentlich beendet sein, viel Energie habe ich nämlich nimmer, aber es hilft nix:
Über den jetzt nach Norden ausgerichteten Kamm geht es in den Sattel vor dem Schoberriegel, der in einem letzten Anstieg (etwa 40hm) zu erreichen ist. Nun geht es nur noch bergab, erst im Gras, dann im Zirbenwald mit vielen Felsblöcken und zuletzt auf Versorgungswegen des Skigebietes. Am Auto angekommen reicht es mir, war doch ein langer Tag...

Fazit:
Schön, lang und leicht! Bis auf ganz kurze Stellen geht die Runde als T2 durch, diese Bewertung würde den Gesamtcharakter der Tour eigentlich besser treffen. Ein paar Wanderer waren unterwegs, gerade der Aufstieg über den Schoberriegel zur Gruft ist durchaus beliebt - trotzdem waren weit weniger menschliche Stimmen zu vernehmen als Schreie der Hirsche aus den umliegenden Tälern...

Gehzeiten:
Zum Eisenhut 3h10
Zum Wintertalernock 55min
Zur Lattersteighöhe 1h10
Zur Gruft 1h45
Abstieg 1h

Tourengänger: klemi74


Galerie


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