Triglav (2864 m) Nordwand, Langer Deutscher Weg


Publiziert von Sarmiento , 29. August 2017 um 20:11.

Region: Welt » Slowenien » Julische Alpen » Triglav
Tour Datum:24 August 2017
Hochtouren Schwierigkeit: S+
Klettern Schwierigkeit: IV (UIAA-Skala)
Wegpunkte:
Geo-Tags: SLO 
Zeitbedarf: 15:30
Aufstieg: 1900 m
Abstieg: 1900 m

Die Nordwand des Triglav, auf slowenisch "Triglavska Severna Stena", ist im deutschsprachigen Raum wenig bekannt. Zu unrecht - mit rund 3 km Breite, bis zu 1400 m Höhe und Routen vom III. bis zum IX. Grad kann sie locker mit den großen Klassikern der Ostalpen wie Dachstein Südwand, Laliderer Wand oder Watzmann Ostwand mithalten. Routen wie der 700 m hohe Slowenische Weg zählen zu den Klassikern der Ostalpenkletterei. Will man jedoch die gesamte Höhe der Wand durchklettern, gibt es im   unteren Schwierigkeitsniveau eigentlich nur eine gute Option: Den ca. 1100 m hohen Langen Deutschen   Weg, auf slowenisch "Nemški" genannt.   

Zustieg zur Wand

Stefan und ich starten ziemlich genau um 5 Uhr am Parkplatz der Hütte Aljazev Dom im oberen Vratatal. Es ist zwar noch dunkel, aber der Betrieb hier lässt erahnen - der Tag lässt nicht mehr lange auf sich warten. Unser Weg führt uns zunächst durch dunklen Kiefernwald auf einem breiten und nur leicht ansteigenden Schotterweg in den hintersten Talkessel des Vratatals, direkt unter die riesige Nordwand. Nach ca. 20 min kommt man dabei an einem ungewöhnlichen Kriegsdenkmal vorbei - ein überdimensionierter Schlaghaken samt Karabiner erinnert an die slowenischen Partisanen des 2. Weltkriegs, die in den Bergen ihr Leben verloren haben. Eine weitere halbe Stunde später lichtet sich der Wald, der Talabschluss ist erreicht - und man sieht sie zum ersten mal, die 3 km breite und über 1 km hohe Wand. Leute, das ist ein Teil! Ich war vorfreudig und angespannt zugleich. Nun verliert sich auch der Weg langsam in dutzende Pfade, die in alle Richtungen steuern. Wir halten uns schräg links aufwärts, den vielen Pfaden des Pragwegs folgend. Der hat nichts mit der Stadt zu tun, Prag heißt auf slowenisch einfach nur Lücke - und durch eine steile Lücke im westlichen Kessel erklimmt dieser Weg das karstige Hochplateau des Triglav. Es folgen erste Kraxelstellen, die mit Eisenstufen und Stiften versehen sind - ein gutes Aufwärmprogramm. Wobei, aufwärmen ist nicht nötig - die Jacke haben wir längst abgelegt und der erste Schweiß rinnt bereits. Wie gut, dass wir an einem solchen Tag in eine Nordwand steigen, höhö. Nach wiederum ca. 20 min auf dem Pragweg zweigt unser Einstieg zur Norwand rechts ab. Der Einstieg ist nur daran zu erkennen, dass an dieser Stelle auf einem Fels in roter, verblichener Schrift "Prag" steht und nach links zeigt. Endlich, nach weiteren 15 min und gut 1 1/2 Stunden seit dem Parkplatz stehen wir am Wandfuß. Ganz oben, am Triglav-Gipfel ist gerade die Sonne aufgegangen, soviel sehen wir. Schnell was Essen, Gurt an und rein in die Wand!

Langer Deutscher Weg

Vorab gibt's noch ein paar Eckdaten:

  • Höhe Einstieg: 1400 HM
  • Höhe Ausstieg: 2500 HM
  • Kletterlänge: 1100 HM / ca. 1800 m
  • Schwierigkeit: Meist II - III, im oberen Wanddrittel an 3 Stellen IV
  • Zeitbedarf: 9:30 Stunden
  • Ausrüstung: 1 Set Klemmkeile, 1 komplettes Set Friends / Cams, 3 Schlaghaken + Hammer, 4 Langechsen, 4 Kurzechsen, div. 120 cm Bandschlingen, 50 m Seil

Der Lange Deutsche Weg verläuft im linken, hohen Teil der Nordwand. Er teilt sich die erste Seillänge gleich mit 2 anderen Routen: Dem Slowenischen Weg, den Matthias Pilz bereits *schön beschrieben hat, sowie dem Kurzen Deutschen Weg. Alle 3 beginnen an einer auffälligen Schlucht, deren erste Seillänge im II-er Bereich einen Art Mini-Überhang umgeht und auf einem breiten Absatz endet, und deren Einstieg bei ca. 1500 HM liegt. Der Slowenische Weg führt hier geradeaus in die Schlucht hinein, der Kurze und Lange Deutsche zweigen rechts heraus weg, über gutes Gehgelände des ersten Absatzes, bis der nächste Pfeiler erreicht wird.

Die nächsten 2 - 3 Seillängen (je nach Seillänge) sind leichtes und meist sogar festes II-er Gelände, immer ungefähr der Pfeilerkrone folgend. Dann folgt ein flacher, geräumiger Standplatz. Ab dem wird's das erste mal luftig unterm Po, und auch die Schwierigkeit erreicht das erste mal den III Grad. So wechseln sich nun die folgenden 3 - 4 Seillängen ebenfalls ab - mal leichter, mal schwerer, mal leicht luftig, mal eher botanisch. Dann, unter einem großen Felsblock rechterhand, und linkerhand einem steiler und spitzer zulaufenen Pfeiler, folgt in ca. 1700 HM eine Richtugnsänderung:

Man klettert rechts um den Felsblock, auch wenn das nicht unbedingt als logischster Weg erscheint. In unschwerer, aber bereits luftiger Kletterei umgeht man rechterhand etliche Absätze, die einen Art Vorbau in der Wand bilden. Erst von weiter oben erkennt man, das man gerade einen großen Turmaufbau umklettert hat, den man sonst hätte "mitnehmen" müssen. Diese Querungsseilänge endet wieder an einem geräumigeren Absatz, direkt vorm nächsten Pfeiler, der eine Fortsetzung des vorherigen bildet. Die nächsten ca. 4 - 5 Seillängen folgen nun erneut mehr oder weniger der Krone, wieder in etwas einfacherem II-er Gelände, das nur sehr stellenweise den III. Grad erreicht.

Plötzlich, und für mich recht unerwartet, erreichen wir auf 1880 HM die vielleicht auffälligste Stelle der Route: Einen biwakartig ausgekleideten Standplatz, der wie ein kleiner Adlerhorst in der Wand thront. Und der zudem das "Gipfelbuch" der Route enthält - egal ob für den Kurzen oder Langen Deutschen Weg. Wer hier vorbeikommt, darf sich bereits schonmal eintragen. Dannach folgt eine weitere Überraschung für mich - das Seil kommt vorerst weg. Denn es geht nun vom Biwakplatz aus erst ein paar Meter waagrecht in eine kleine Schlucht hinein, der wir dann die nächsten ca. 100 HM nach oben folgen. Die Schlucht ist alles andere als Absturzgelände, fast eher gemütliches Geh-Terrain, nur an ihrem Ende muss ein Mini-Absatz überwunden werden. Oben sieht man dann, dass die Schlucht der Wand eher vorgelagert ist, da sie durch vorgezogene Pfeiler begrenzt wird, die beide nahezu höhengleich enden und so einen weiteren geräumigen Pausenplatz schaffen. Das nutzen wir dann für die erste Essenspause. Über uns liegt nun eine riesige, oben heraus senkrechte bis überhängende Schlucht mit einer auffälligen Höhle im oberen Teil.

Unser Weg führt uns zunächst noch links davon haltend über leichte II-er Bänderstrukturen nach oben, eine kurze III-er ist auch dabei. Hier "verlässt uns" der Kurze Deutsche Weg, der links in ein paar größere Risse abzweigt und bald aus der Wand herausführt, von deren linken Rand wir gerade nicht allzu weit entfernt sind.

Wir hingegen queren bei ca. 2100 HM einmal die auffällige Schlucht und suchen uns auf der rechten Seite ein gangbares Band auf den nächsten Pfeilerrücken. Offensichtlich sind wir nicht allzu ungeschickt dabei, denn wir kommen direkt an einem kleinen Steinmann heraus - der einzige, an den ich mich in der gesamten Wand überhaupt erinnern kann. An dieser Stelle den richtigen Übergang zu finden, ist auch nicht ganz einfach, schließlich geht die Querung noch weiter: Auf einem weiteren Band und unter 2 Überhängen hindurch weiter nach rechts, bis man um den ausladenden Pfeiler komplett herum ist. Auf dieser Seite ist er am einfachsten zu erklimmen. Der Höhengewinn in der Querung hält sich sehr in Grenzen, wir sind jetzt bei 2130 HM. Immerhin, es geht nun wieder in der Vertikalen weiter.

Die Wegfindung ist nun allerdings doch etwas schwieriger, im Gegensatz zum Kurzen Deutschen Weg sind weder Schlaghaken noch echte Wegspuren zu sehen. Wir arbeiten uns dementsprechend nun etwas langsamer vorwärts und suchen Seillänge um Seillänge den richtigen Weg, denn irgendwo über uns kommt wohl nochmals schweres Gelände, in das man wohl bei falscher Route nur allzu unbedarft hineingelangt. Beim Blick nach oben in die sich immer mehr aufsteilende Wand fällt die Vorstellung, dass das passieren kann, nicht allzu schwer. Ab dem Querungsband geht es nun für ca. 3 Seillängen auf dem rechtsseitgen Rücken des Pfeilers nach oben, bevor eine kurze Querung von ca. 10 m nach links folgt. Dann nochmals auf einem leiterartigen Grat für 20 m nach oben, wieder rechts heraus und rechtsseitig um ein Eck herum - und das Gelände flacht ein letztes Mal bei ca 2300 HM leicht ab. All das bewegt sich kontinuierlich im II. bis III. Grad, nur der flache obere Teil wird erneut zum I. bzw. Gehgelände. Dann türmt sich der oberste Teil der Wand um einiges steiler als zuvor vor einem auf, und ein Pfeilerrücken zum "hochschlawinern" ist auch keiner mehr da.

Wir queren eine Seillänge nach schräg rechts oben, bevor die erste Schlüssellänge der Tour (IV bis IV+) kommt. Das macht im Übrigen auch einen Großteil des Routencharakters aus - das Schwierige kommt fast in Gänze erst am Schluss. Die IV-er Stelle ist eine plattenartige Wand mit nur noch wenigen, kleineren Rissen und trittarmen, teils wuchtigen Zwischenzügen. Dannach folgt eine III+ mit ähnlichem Charakter, aber ausgeprägteren Griffen und Tritten.

Dann noch eine; und es folgt Schlüsselstelle Nr. 2 im IV. Grad - eine Schuppe, die von unten erstmal kaum als solche zu erkennen ist. Diese wird "angeklettert" und dann versenkt man sich erstmal im hüftbreiten Spalt zwischen Schuppe und eigentlicher Wand, arbeitet sich langsam hoch - und staunt über diese gewagte Konstruktion der Natur: Die ca. 20 - 30 m lange Schuppe ist löchrig wie ein Schweizer Käse und scheint nur noch widerwillig am hier fast aalglatten Fels zu hängen, das ganze hier wohlgemerkt doch schon recht luftig und mit ziemlich genau 1000 m Luft unterm Allerwertesten. Nichts desto trotz geht die Route genau hier durch - und dann noch raus aus dem Spalt und hoch auf die eigentliche Schuppe. Denn - wie gesagt - die Wand selbst bietet hier eigentlich nichts mehr, was auch nur annäherend im IV. oder V. Grad kletterbar wäre. Und dann steht man da auf der vielleicht 1 m breiten "Spitze", hinter einem 1000 m Nichts, vor einem 10 m dunkler Abgrund - und man muss einen sehr breiten Spreizschritt auf die andere Seite machen, wo ein Mini-Podest und zum Glück 2 gute Griffe warten. Für mich war das die "Kopfschlüsselstelle" der gesamten Tour. Dann eine kurze Querung links heraus, und plötzlich ist da wieder einer dieser unerwarteten, weil geräumigen Standplätze. Ich musste mich kurz beruhigen, denn zum ersten Mal heute war ich doch nervös gewesen.

Dannach folgt direkt Schlüsselstelle Nr. 3, die vielleicht technisch anspruchsvollste Stelle mit IV+. Es geht wieder vertikal, leicht nach rechts und über glatte, wenig strukturierte Platten nach oben. Die Stelle hat mir komischerweise nicht viel ausgemacht, allerdings merkte ich langsam doch die bisherige Länge der Tour - wir waren seit bereits 8 h in der Wand, hatten über 1000 HM gemacht und nahezu pausenlos unterwegs. Meine Unterschenkel wollten dementsprechend nicht immer unbedingt dort stehen bleiben, wo ich sie platzierte, aber letztendlich hab ich dann doch gewonnen. Geist über Körper und so, tschakka! Nach dieser IV+ folgte dann noch eine weitere III+ in ähnlichem Gelände, und wir gelangten endlich mal wieder auf ein ausgeprägtes Band bei ca. 2450 HM.

Dieses steigt sehr langsam nach rechts hin an, und genau das taten wir auch - wir folgten ihm in einfachem Klettergelände, zwischenzeitlich sogar Gehgelände. Das Band scheint dann unvermittelt zu Enden, allerdings setzt es sich um eine Ecke herum über eine kleine Schuppe fort. Also über diese drüber, hinter der Ecke dem wieder auftauchenden Band folgen, das nun langsam steiler wird, bis es schließlich an einem kleinen Überhäng zum nächsten großen Standplatz mündet.

Nach 5 weiteren Metern ist es dann doch mal zu Ende, aber hier wird das Gelände nach oben hin deutlich einfacher, um man klettert durch Risse, kleinste Kamine und Absätze weiter rechts nach oben haltend weiter. Von oben her wird es immer heller, zudem leuchten die ersten Felszacken über uns bereits in der Sonne - das Wandende kann nicht mehr weit sein. Und tatsächlich, nach 2 weiteren einfachen Seillängen durch Risse und über Absätze ist der letzte Zug erreicht und man steht unvermittelt auf dem Kugy-Band. Das ist das Schotterband, dass die eigentliche Nordwand vom etwas zurückversetzten Gipfelaufbau des Triglav trennt.

Bamberger Klettersteig

Hauptsächlich wegen der fortgeschrittenen Uhrzeit (es war bereits 15:30 Uhr), und auch weil ich bereits die Länge der Kletterei in Knochen und Muskeln spürte, entschieden wir uns gegen den ursprünglichen Plan, auch noch den obersten Wandteil des Gipfelaufbaus oberhalb des Kugy-Bandes (den sog. Bayrischen Weg) zu erklettern. Die Alternative von dieser Seite, um dann doch noch auf den Gipfel zu kommen, ist der Bamberger Klettersteig auf der S-Seite des Gipfelaufbaus. Wir legten also das ganze Kletterzeugs ab und stopften die Rucksäcke voll, holten erstmal die Sonnencreme raus - war ja schließlich die ersten Sonnenberührung des Tages für uns, und gingen los.

Das Ziel war der Einstieg des Bamberger Klettersteigs auf der SO-Seite des Gipfelaufbaus. Über Pfade im Geröll erreichten wir den schnell und stiegen ohne weitere Pause ein. Ein Vergleich mit der Nordwand verbietet sich eigentlich - dennoch kam der Gedanke natürlich auf "Man, ist das alles glatt poliert und ausgeräumt hier!" Aber dafür wunderschöne, einfach Kraxelei. Zunächst folgt der Klettersteig einem kaminartigen Riss nach rechts oben, dann quert er weiter nach rechts, und steigt dann in eine Scharte zu einem kleine Nebengipfel an. Hier kommt er zum ersten mal "ums Eck herum" auf die SO-Seite des Gipfels - und folgt dann der SO-Flanke bis zum Gipfel.

Den erreichen wir um ca. 16:30 Uhr, und wir staunen: Was hier noch für ein Betrieb ist! Wie an schönen Tagen auf der Zugspitze, nur dass hier überhaupt keine Bahn hochführt, und auch kein Biergarten wartet. Des Rätsels Lösung sind die 2 großen Hütten auf dem Hochplateau im Westen des Gipfels - von ihnen aus Strömen auch um die Zeit noch die Massen auf dem Normalweg hier hoch. Auch der Normalweg ist ein Klettersteig, wenn auch kein allzu schwerer.

Abstieg Teil 1 zur Triglav-Hütte

Nach ca. 15 min Rast, ein paar Fotos und was zu futtern gehen wir den Normalanstieg runter zur Triglav-Hütte. Und immer noch kommen uns Horden von Leuten entgegen. Da der Grat hier doch einigermaßen schmal, aber durchgehend mit einem Stahlseil gesichtert ist, können wir uns recht unproblematisch an den auf- und auch absteigenden Gehern vorbeischieben. Das ist auch bitter nötig - würden wir hier warten, hätten wir enorm viel Zeit verloren - und wir müssen ja noch ganz runter, und nicht nur zur Hütte. Es folgt ein Mini-Gegenanstieg auf den Kleinen Triglav ("Mali Triglav"), bevor sich der Weg aufzweigt in den (von oben) rechten zur Planika-Hütte und den linken zur Triglav-Hütte. Wir halten uns links. Der Steig wird wieder etwas steiler, und wir müssen vor allem auf den blank polierten Stufen und Tritten aufpassen nicht auszurutschen. Immerhin - es geht jetzt schnell vorwärts, denn nun kommt niemand mehr entgegen. Nach ca. 3/4 h erreichen wir die Triglav-Hütte. Wir hätten sie auch links (eigentlich eher rechts) liegen lassen können, aber unsere Wasservorräte waren bald alle und ein bisschen Energie tanken konnte auch nicht schaden. Dumm nur, dass wir dafür eigentlich keine Zeit mehr hatten. Der Kompromiss war dann - Wasser kaufen und einstecken, und schnell eine Cola trinken.

Abstieg Teil 2 Pragweg

Nach nicht einmal 10 min Pause machten wir uns auf zur letzten, langen Etappe dieses Tages. Gut 1500 HM müssen auf dem Pragweg noch bis zur Hütte Aljazev Dom unter die Füße gebracht werden. Hinter der Triglav-Hütte fällt der Weg bis auf eine kurze Klettersteigstelle kontinuierlich ab, und überquert dabei das extrem karge, aber wie ich finde wunderschöne Karstplateau des Triglav, die Richtung bewegt sich immer grob Richtung NW. Ansich sind genug Markierungen vorhanden, die vielen rotweißen Punkte und roten Streifen sind jedoch fast immer verwaschen, und kleine Richtungsänderungen kommen ständig, sodass die Wegfindung nicht von selbst funktioniert. Nach ca. 1 h verlässt man das Karstplateau an der "Prag", also jener Lücke im Wandkessel, die dem Weg den Namen gibt. Ab jetzt wird's wieder steiler nach unten hin, und man sieht gut 1000 HM unter einem wieder den Talkessel des Vratatals. Der Weg wechselt ständig zwischen rutschigen Schotterpassagen, leichten und schwereren Kraxelstellen und weiter unten dann auch Querungen von links nach rechts und umgekehrt, um die dortigen Wandstufen zu Umgehen. Hier, weit unten bereits, ist auch wieder etwas Orientierung gefragt, denn die roten Markierungen sind nur spärlich vorhanden, die Anzahl an möglichen Pfaden allerdings nicht - man verhaut sich dann gerne mal im Latschen- und Geröllgewirr. Nach ca. 2 1/4 h ab der Triglav-Hütte schließt sich unsere Runde - wir kommen an der Stelle vorbei, an der wir früh morgens in die Nordwand abgebogen waren. Der weitere Weg ist daher nichts unbekanntes mehr - und selbst die Helligkeit ist irgendwie gewohnt, es wird bereits leicht dämmrig. Um 20:45 Uhr sind wir dann endlich und tatsächlich wieder am Parkplatz an der Aljazev Dom.

Fazit:

Eine wunderschöne Route - extrem lang und bis auf wenige Ausnahmen immer fordernd! Vor allem sollte nicht unterschätzt werden, dass die Schlüsselstellen im IV. Grad nach ca. 2/3 der Wand überhaupt erst beginnen. Die Absicherung ist in der ersten Hälfte einigermaßen gut, es gibt an den entscheidenden Stellen Schlaghaken, allerdings nie Standplatzhaken. Ab dem Abzweig des Kurzen Deutschen Weges ist die Absicherung deutlich dürftiger, was auch die Wegfindung zuweilen erschwert. Gerade für diesen Part ist ein volles Klemmkeil- und Friend-Set unerlässlich, auch ein paar eigene Schlaghaken schaden nicht.

Tourengänger: Sarmiento

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