Großer Wilder (2379 m) Nordgrat - Endlich oben!


Publiziert von Nic , 13. September 2017 um 18:42. Fotos von den Tourengängern

Region: Welt » Deutschland » Alpen » Allgäuer Alpen
Tour Datum:23 August 2017
Wandern Schwierigkeit: T5+ - anspruchsvolles Alpinwandern
Klettern Schwierigkeit: II (UIAA-Skala)
Wegpunkte:
Geo-Tags: D   A 
Zeitbedarf: 8:00
Aufstieg: 1800 m
Abstieg: 1800 m
Zufahrt zum Ausgangspunkt:Oberstdorf - Parkmöglichkeiten rund um die Nebelhornbahn
Kartennummer:2/1 Allgäuer-Lechtaler Alpen West und AV 2/2 Allgäuer-Lechtaler Alpen Ost

Der Große Wilde ist ein Berg in den Allgäuer Alpen. Man unterscheidet bei ihm Südgipfel (auch Hinterer Wilder), Mittel- und Nordgipfel. Nach Westen fällt der Große Wilde als eindrucksvolle Felsmauer zum Wildenfeld hinab. Der Gipfel wurde schon früh durch Einheimische begangen und erfordert auch auf dem einfachsten Anstieg Klettergewandtheit und Erfahrung im weglosen Schrofengelände. Sehr beliebt ist dabei der Aufstieg vom Himmelecksattel über den Nordgrat zum Nordgipfel und die anschließende Überschreitung zum Südgipfel...Wikepedia


Vom Parkplatz der Nebelhornbahn Talstation geht´s mit den Rädern durchs malerische Oytal, zuletzt sehr steil, hinauf zur schön gelegenen Käseralpe. Für geübte Biker kein Problem, Leute wie ich müssen leider schieben. Die landschaftlichen Eindrücke sind überragend, vor allem das Himmelhorn mit seinem legendären Rädlergrat fesselt den Betrachter.

Der Weiterweg hinauf zum Himmelecksattel ist gut beschildert und nicht zu verfehlen. Während die meisten Wanderer den Schneck (Vorgipfel) ansteuern, halten wir uns am Sattel rechts und folgen den deutlichen Pfadspuren zu einem vorgelagerten Graskopf. An dieser Stelle bietet sich eine letzte kurze Rast an, da das Gelände infolge deutlich anspruchsvoller wird und von nun an volle Konzentration erfordert.

Ein erster Zacken wird rechts umgangen. Bereits hier ist Trittsicherheit notwendig. Der Wiederanstieg zum Grat bewegt sich dann trotz Spuren schon im gemäßigten T5-Bereich. Wer hier bereits Probleme hat, sollte besser umkehren. Einfacher wird es vorerst nicht mehr. Die klare Schlüsselstelle des Anstiegs bildet ein felsiger Steilaufschwung, der im ausgesetzten Schrofengelände der Ostflanke umgangen wird. Seltsamerweise ist von dieser Stelle in anderen Berichten nichts zu lesen!? Das Gelände verzeiht hier keinen Fehler. Tritte und Griffe sollten mit Bedacht gewählt werden, nicht alles ist so fest wie es zunächst scheint. Für einen "markierten" Anstieg schon ziemlich anspruchsvoll (T5+). Hat man die abenteuerliche Querung gemeistert, folgt man dem nun breiten Grat im Gehgelände unschwierig hinauf zu einem Gratkopf. Der Abstieg von diesem ist klettertechnische die Schlüsselstelle. Beherztes zupacken ist gefragt. Für kleinere Leute nicht ganz einfach (II+). Der Rest ist vergleichsweise einfach. Die vermeintlich schwierigen Platten erweisen sich als gut kletterbar und auch das darüberliegende Schrofengelände lässt sich ohne größere Schwierigkeiten durchsteigen. Der Nordgipfel (Kreuz, GB) bietet fantastische Ausblicke in alle Himmelsrichtungen und läd zu einer längeren Rast ein.

Der nun wieder etwas anspruchsvollere Übergang zum Hauptgipfel bietet zwei Möglichkeiten. Am besten hält man sich direkt am zunächst ausgesetzten Grat und folgt den anfangs schlecht zu erkennenden Markierungen hinab in die Scharte. Alternativ lässt sich die etwas luftige Kraxelei auch in der nicht weniger ausgesetzten und bröseligen Ostflanke umgehen.

Der höchste Punkt mit Kreuz ist aus der Scharte unschwierig zu erreichen und bietet keine neuen Eindrücke. Nach kurzer Pause nehme ich noch "schnell" den Südgipfel mit, bevor wir uns im Anschluss gemeinsam an den Abstieg durch die Gamswanne machen. Um dorthin zu gelangen, folgen wir den Wegspuren über den recht breiten Rücken nach Nordosten hinab bis zu einem grasigen Sattel. Ein Steinmann markiert den relativ einfachen Durchstieg. Das Gelände ist gut gangbar, deutliche Steigspuren erleichtern die Orientierung (T4 I).

Um uns zusätzliche Höhenmeter zu ersparen, halten wir uns im Geröll an eine schwache Gamsspur und traversieren etwas unterhalb der Felsen hinüber zum Beginn des Nordgrats, wo sich die Runde wieder schließt.

Schwierigkeiten:

Großer Wilder Nordgrat T5+ I-II (Stelle II+)
Übergang zum Hauptgipfel T5 I-II
Abstecher zum Südgipfel T4 I
Abstieg durch die Gamswanne T4 I


Fazit:


Der Nordgrat des großen Wilden bietet kurzweiligen Kraxelspaß und gehört mit Sicherheit zu den landschaftlich reizvollsten Gratwanderungen der Allgäuer Alpen. Trotz zahlreicher Markierungen handelt es sich keineswegs um eine Wandertour! Das durchweg alpine Gelände fordert den versierten und mit brüchigem Fels vertrauten Berggeher. Der Abstieg durch die sogenannte Gamswanne ist bei guten Verhältnissen vergleichsweise unschwierig und bietet daher eine weitere einfachere, wenn auch mühsame Aufstiegsvariante. Wer bis zur Käseralpe mit dem Fahrrad fährt, spart sich vor allem auf dem Rückweg viel Zeit!

Tourengänger: Nic, yuki

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Kommentare (1)


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Kauk0r hat gesagt: Wildenfeldscharte
Gesendet am 18. September 2017 um 12:34
Man kann vom Südgipfel auch teilweise auf Pfadspuren zur Wildenfeldscharte queren, indem man zunächst zum Ostrücken des Südgipfels steigt und dann südseitig meist nahe unterhalb der Felsen die Spuren findet. Der Abstieg übers Wildenfeld ist nicht unbedingt ein Traum (Schotter, Geröll, Steinschlag), dürfte sich aber mit der Gamswanne nichts schenken. Weiter unten dann die sehr seichten Pfadspuren vom Zustieg zum Kleinen Wilden.


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