Wolkentanz am Uri Rotstock


Publiziert von Bikyfi , 21. August 2017 um 10:52.

Region: Welt » Schweiz » Uri
Tour Datum:20 August 2017
Wandern Schwierigkeit: T4 - Alpinwandern
Wegpunkte:
Geo-Tags: CH-UR 
Zeitbedarf: 8:00
Aufstieg: 1485 m
Abstieg: 1485 m
Strecke:Musenalp - Chlitaler Firn - Sattel - URS und retour
Zufahrt zum Ausgangspunkt:Isenthal - Musenalp (Parkierungsbewilligung 5,-Fr/d) Bahnfahrt: 8,- Fr. einfach - 12,- Fr. retour

Der Gitschen war´s eigentlich, der uns nach Isenthal lockte. Nur wenige Wochen zuvor hatte ich diesen schon "erklommen", heute sollte es in Begleitung nochmal hinauf gehen. Auf der Fahrt hinauf Richtung Parkplatz Musenalp war allerdings recht schnell erkennbar: Das wird eher nichts. Denn in der Nacht zuvor hatte es offenbar ergiebig geregnet. Das nasse Gras und der ständig in Wolken verhangene Gitschen waren an den steileren Stufen sicher nass/feucht und es somit eher unnötig, sich in eine präkere Situation zu bringen.

Da wir aber schon hier waren bot sich die Alternative Uri Rotstock an. Meines Wissens eine T4-Tour mit etwa 5h Marsch aufwärts. Kurzentschlossen sprangen wir in den Lift zur Musenalp (1486m) hinauf von wo aus es direkt in den Wanderweg ging. Es war mittlerweile 10Uhr. Die umliegenden Gipfel wurden von den Wolken umspielt, es tolles Szenario. Bis zum Wegweiser, der den Wanderweg splittet zum Gitschen oder Rotstock, kannte ich die Verhältnisse bereits. Ab hier ging es dann in steiler und schuttiger werdendes Gelände. Markierungen wbw waren genügend vorhanden, sollten sich gen Chlitaler Firn aber noch deutlich verdichten. Auf dem übergang auf das Plateau bei 2280m rasteten wir. Es war 12 Uhr. Mehrere Berggänger waren unterwegs. Von unserem Rastplatz aus, der uns einen tollen Blick bis zum Urner See gewährte, gings weiter über Geröll in einer Schleife und mässiger Steigung auf den Chlitaler Firn. Ein stufiges Gelände mit griffigem Fels, welches mit harmlosen Kraxeleien überwunden wird. Viele Steinmänner und wbw Markierungen weisen den weg. Von hier aus zeigte sich aus erstmals in den Wolkenlücken unser Tagesziel. Nach dem Terrassen-artigen Felsgelände ging es auf mit Schutt und Geröll überschüttestes Eis. Der anstrengenste Part der Tour, viele Tritte mussten mehrmals gemacht werden um Höhe zu gewinnen. Viele rutschige Stellen. Kraftraubend.

Am Sattel (2798m) angekommen zeigte ein Wegweiser die letzten 20min bis zum Gipfel an. Im Schlussspurt trafen wir wieder auf einen Wanderer der zügig mit seinem Hund denselben Weg ging wie wir. Nach einem kurzen, sehr netten Gespräch und Hunde-Ohren-Kraulen gings bis zum Gipfelkreuz und einem herrlichen Ausblick. Der Weg vom Sattel weg war zwar etwas steil, aber dafür wieder sehr gut begehbar.

Am Gipfel des Uri Rotstock (14Uhr) selbst bot sich die erwartete schöne Aussicht mit einem sekündlichem Wechsel vom Wolkenformationen, die immer wieder den Blick vollständig verhüllten um dann wieder derart aufzureißen, dass Urner See oder der tolle Blümlisalpfirn zu sehen war. Ein tolles alpines Feeling.
Die Sonne tat gut, es war wie angekündigt kühl und windig. So entschlossen wir nach einer halben Stunde auf derselben, windgeschützteren Route abzusteigen.

Abwärts unseres ersten Rastplatzes auf 2280m gerieten wir links über eine alte Wegmarkierung in heikleres Gelände welches abschüssig, nass und damit rutschig war. Zwar war ein Drahtseil vorhanden, aber machte die Sache allerdings auch nicht einfacher. Bis wir uns zurück auf den eigentlich Weg rechter Hand gewühlt hatten, verging einige Zeit und Energie.

Ein Schweizer Pärchen trat über uns Steine los die ordentlich Fahrt aufnahmen, beschwichtigten aber: "die tun nix". Eine kurze Warnung vom spontanen Steinschlag über den Köpfen von anderen Berggängern: Fehlanzeige.
Im Vorbeigehen erhielten wir noch eine Belehrung, wir befänden uns im Alpingelände mit der Erläuterung, was denn die Weiss-Blau-Weissen Markierungen bedeuten. Ich denke die Botschaft dahinter hieß: Bleibt Alpin-Pfaden fern. Offenbar ein Vollprofi. Nachdem meine urplötzlich gewachsene dritte Halsschlagader über sein Verhalten wieder abgeklungen war, konzentrierten wir uns wieder auf uns.

Ein bisschen Schuttsurfen brachte schnell Tiefenmeter bis wir wieder den Wegweiser erreichten der zum Gitschen oder Musenalp wies. An der Musenalp angekommen genossen wir nochmals den abendlichen Rundumblick über das Bergpanorama was sich uns bot bevor wir den Heimweg antraten.

Tourengänger: Bikyfi


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Kommentare (2)


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Bombo hat gesagt:
Gesendet am 21. August 2017 um 15:58
Wir sind uns gestern sicher begegnet - ich leitete eine 11er Gruppe von der Musenalp zum URS und via Sassigrat zurück zur Musenalp. Von meinen Teilnehmern sollte es aber niemand gewesen sein, welche Euch "belehrt" haben :-)

Gruss
bombo

Bikyfi hat gesagt: RE:
Gesendet am 29. August 2017 um 08:33
Hallo Bombo,
da bin ich mir ganz sicher das es niemand aus deiner Gruppe war. Sehen viel zu nett aus die Leute auf deinen Bildern ;)
Ihr seid auch schon deutlich früher unterwegs gewesen und habt den Rückweg, im Gegensatz zu uns, via Sassigrat beschritten.

Grüsse,
Bikyfi


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