Sulzfluh 2817m


Publiziert von Bombo , 24. März 2009 um 21:15.

Region: Welt » Schweiz » Graubünden » Prättigau
Tour Datum:18 März 2009
Ski Schwierigkeit: ZS
Wegpunkte:
Geo-Tags: CH-GR   A 
Zeitbedarf: 5:00
Aufstieg: 1360 m
Abstieg: 1360 m
Strecke:Rüti (Parkplatz Nr. 5) - Partnun - Gemschtobel - Gipfel - gl. Weg zurück
Zufahrt zum Ausgangspunkt:Landquart - Küblis - St. Antönien - Rüti (Parkplatz Nr. 5)
Unterkunftmöglichkeiten:Berggasthaus Sulzfluh und Alpenrösli in Partnun, Hotel's in St.Antönien
Kartennummer:LK 1:50'000, Bl 238 S "Montafon"

"Zu Besuch bei Prinzessin von Prättigau"

Zugegeben, der Titel ist ein wenig sehr adelig gewählt, doch wer selbst schon im Skitourenparadies oberhalb von St. Antönien war, der weiss, wie majestätisch sich die Sulzfluh 2817m präsentiert und entsprechend nahe liegt die Begriffsbezeichnung.

Meine Begleitung führte auch heute das Snowboard und die Schneeschuhe mit sich, weshalb die Tour nicht nur einfach schön sondern eben auch praktisch sein sollte. Die Sulzfluh-Tour von Partnun bzw. von Rüti aus beinhaltet genau diese Faktoren, es gibt zwar ein paar wenige Traversen, doch können diese mit einer guten Routenwahl umfahren werden und so bleibt auch das Board bis zum Parkplatz bzw. bis zur Beiz bei Partnun an den Füssen.

Abmarsch beim Parkplatz Nr. 5 bei Rüti / Büel oberhalb St. Antönien ca. 07.45 Uhr. Wir folgen der verschneiten Alpstrasse entlang des Schanielabaches, welcher wie die Strasse nach Partnunstafel führt. Bei der Brücke bei P. 1607 verlassen wir die Strasse und wechseln die Bachseite. Wir folgen den Wanderwegweisern, welche uns auf einem romantischen Weg inmitten der Natur nach Partnun führt.

Entgegen der Führerliteratur lassen wir Partnunstafel rechts liegen und bleiben ständig auf der linken Bachseite. Bei der Brücke P. 1801, von welcher man käme, wenn man der Füherliteratur gefolgt wäre, steigen auch wir hoch über die Hänge der Meder, eigentlich immer mehr oder weniger auf dem Sommerwanderweg, welcher zur Sulzfluh führen würde. Bei Sulz bzw. P. 2099 folgt eine bei unsicheren Lawinenverhältnissen heikle Traverse, heuer war dies jedoch kein Problem. Die Traverse endet bei der "Schlüsselstelle" - der berüchtigten Felsstufe unterhalb des Gemschtobel, welche je nach Schneebedingungen einfach oder eben mit Zusatzaufwand (Steigeisen) zu bewältigen ist.

Aufgrund des vielen Schnees in letzter Zeit ist dieser Fussaufstieg nun hervorragend eingeschneit, dank unseren Vorspurern befinden sich auch bereits angenehme Tritte in diesem Mini-Couloir (auf 60 Hm 35 bis 40 Grad steil). Die Skis in der Hand, die Schneeschuhe um den Hals und nach wenigen schweisstreibenden Aufstiegsmetern gönnen wir uns eine erste Pause - wir nennen den Ort "Gemschtobel-Balkon", ein wenig westlich von P. 2248. Von diesem Balkon hat man eine prächtige Aussicht ins westliche und südliche Skitouren-Paradies, wie z.B. Wiss Platte 2628m, Schijenflue 2625m, Röbispitzen 2448m, Rotspitz 2517m und natürlich auch das Wahrzeichen von St. Antönien, der Schollberg 2570m.

Der weitere Aufstieg beinhaltet keine technischen Schwierigkeiten mehr, einzig für Schneeschuhe sind die einzelnen steilen und abschüssigen Hang-Traversen mühsam, vorallem wenn die Trittsicherheit noch nicht voll und ganz gegeben ist. Der Aufstieg führt durch das Gemschtobel westwärts hoch an der Nordost-Wand der Sulzfluh vorbei, bis man den Gipfelkopf mit dem imposanten Gipfelkreuz mit den Skis bzw. mit den Schneeschuhen von Westen her einfach erreichen kann. Wir erreichen die Sulzfluh 2817m übrigens um 11.50 Uhr, gute 4 Stunden nach dem Start - Pausen eingerechnet.

Das gewaltige 360 Grad-Panorama lässt den einen oder anderen Schweisstropfen schnell vergessen, einziger Wehrmutstropfen, wie so oft in den Schweizer Bergen, der rege Besuch unserer nördlichen Nachbarn - Schweizer, wo seid Ihr nur?  Wobei ich ja prinzipiell nichts dagegen habe, doch hin und wieder ein urchiges "Grüezi" statt ein "Bergheil" nicht schaden würde...

Die Abfahrt folgt mehr oder weniger der Aufstiegsspur, einzig unterhalb der Sulzfluh-Nordostwand, zu Beginn des Gemschtobels (von oben gesehen), kann man das rechte Couloir als Abfahrt wählen - dieses ist steiler und spannender und verspricht Pulver pur. Eigentlich hofften wir auf Traumsulz schon für das Gemschtobel, doch infolge fehlender Tageserwärmung auf dieser Höhe blieb der Mittelteil des Gemschtobels hartnäckig deckelig, was den Fahrspass ein wenig eintrübte. Zum Glück aber wechselten dann die Verhältnisse oberhalb der Schneerinne und der Felsstufe zu leichtem Sulz, was erneut einige Freudenjauchzer auslöste. Ueber die Felsstufe rutschten wir mit den Skis bzw. Snowboard einfach und unschwierig herunter und schon flitzt man über die lawinengefährdete Traverse bei Sulz oberhalb P. 2099, welche den Beginn einer traumhaften Sulzschnee-Abfahrt über die Hänge der Meder einleitet. Wer die Augen schon beim Aufstieg ein wenig offen hat, der wird auch bei der Abfahrt noch den einen oder andern Hang finden, welcher noch nicht befahren ist. Und wer jetzt noch nicht durstig ist, der hat definitiv die falsche Spur erwischt, wir hätten auf jeden Fall den halben Schanielabach austrinken können, doch infolge Gefrierung des Bachlaufs zogen wir die Einkehr im Berghaus Alpenrösli 1775m vor. Um dieses zu erreichen, muss nach den Meder-Hängen die Brücke bei P. 1801 angepeilt werden, sonst heisst es dann dem Bier aus der Ferne zuwinken :-)

Für die letzte Etappe zum Parkplatz lässt man am besten vom Berghaus die Bretter sausen und kommt so mit hoffentlich viel Schuss auf die Alpstrasse, welche in leichter aber gerade genügender Neigung zum Parkplatz führt. An dieser Stelle übrigens ein grosses Dankeschön an den Finder meiner geliebten Wollmütze, welche einsam auf einem Holzpfosten flatternd auf mich gewartet hat :-)

Fazit:
eine wunderschöne Ski- / Snowboardtour, welche in einem Skitouren-Palmares nicht fehlen sollte. Für den Felsstufen-Aufstieg unterhalb des Gemschtobels können bei "schlechten" Bedingungen Steigeisen angebracht sein, ein Anruf im Berghaus Alpenrösli klärt evtl. die Frage. Abfahrtstechnisch bleiben keine Wünsche offen, wer die nötige Kondition und Zeit mitbringt, kann auch vom Gipfel der Sulzfluh über den "Rachen" (östlich der Kleinen Sulzfluh 2710m) zur Lindauer Hütte 1744m runter sausen (Nordabfahrt!) und von dort via Drusator 2342m zurück nach Partnunstafel 1763m fahren.


SLF: mässig, im Tagesverlauf erheblich


Tour mit Bubu.




Route Nr. 707 - Die schönsten Skitouren der Schweiz - Scanavino / Gansser / Auf der Maur
Route Nr. 113a - Skitouren Nordbünden, Prättigau, Surselva, Rheinwald - Vital Eggenberger



Tourengänger: Bombo, Bubu

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