Slieve Donard (850 m) - höchster Berg Nordirlands


Publiziert von ju_wi , 23. März 2009 um 23:06.

Region: Welt » United Kindom » Northern Ireland
Tour Datum:13 März 2009
Wandern Schwierigkeit: T2 - Bergwandern
Wegpunkte:
Geo-Tags: GB 
Zeitbedarf: 4:00
Aufstieg: 850 m
Abstieg: 850 m
Strecke:9,6 km
Zufahrt zum Ausgangspunkt:Parkplatz Park Donard am südlichen Ortsende von Newcastle
Unterkunftmöglichkeiten:B&B in Kilkeen (20 km südlich von Newcastle) - 50 £ mit Frühstück
Kartennummer:OS 29

Die erste Nordirland-Bergtour auf hikr.org: Der Slieve Donard (850 m) in den schönen Mourne Mountains ist der höchste Gipfel dieser Berggruppe und überhaupt der höchste Punkt Nordirlands - oder der Province of Ulster, wie die Engländer sagen.

Im Anschluss an die spektakuläre Steilküste der Cliffs of Moher an der irischen W-Küste, fahren wir Donnerstag nachmittag quer durch die Insel nach Nordirland. Wir beziehen ein Quartier in einem einfachen B&B in Kilkeen. Leider haben wir trotz Suche nicht die Wanderkarte des Gebiets kaufen können - aber im B&B gibt es einen gemütlichen Leseraum, der auch Literatur über Wanderungen in den Mournes, der höchsten Hügelkette Nordirlands hergibt. Hier finden wir eine Aufstiegsroute mit Beschreibung und Skizze für den nächsten Tag - das sollte reichen. Zur Sicherheit machen wir ein Foto der Skizze für unterwegs.

Freitags morgens starten wir zum Slieve Donard. Leider herrscht Nieselregen vor. Was soll's - wir sind nun mal jetzt hier und können nicht auf schönes Wetter warten. Wir fahren nach Newcastle zum Parkplatz am Donard Park, der praktisch direkt an der Küste am südlichen Ortseingang liegt. Von hier starten wir durch den Park und entlang dem Glen River auf sehr steinigem, rauhen Track langsam empor. Da der Weg dem Verlauf des Glen Rivers - mit ein paar Bachüberquerungen auf Brücken - bis in den Oberlauf folgt, ist die Orientierung auf der nicht markierten, aber beliebten und breit ausgetretenen Trittspur eigentlich sehr einfach. Die ersten gut 200 Hm quert man im Donard Forest einen dichten Parkwald mit sehr sehenswertem, alten Baumbestand. Auch der Bachlauf ist auf dem sehr felsigen und steilen Untergrund mit vielen kleinen Wasserfällen und Stromschnellen sehr idyllisch. Interessant ist auch hier wieder das üppige Grün des Rhododendron-Wuchses, der - für uns ungewohnt und selten - in vielen Teilen Irlands schon zur Plage wird.

Wo sich der Wald ein wenig öffnet steht eine Informationstafel über ein historisches Eishaus - eine Grube, die frühere Adlige mit Speisen und Eis füllten und so als Kühlschrank verwendeten. Oben wurde diese Konstruktion mit einer Art Rundbau kuppelartig mit Steinen zugemauert. Ein paar Hm weiter oben finden wir dann auch tatsächlich auf der anderen Bachseite die beschriebene Sehenswürdigkeit. Das Wetter ist inzwischen besser geworden. Der Regen hat aufgehört und die Berge kommen allmählich aus dem Wolkennebel hervor. Gerade im Oberlauf ist es ein sehr schönes Bachtal, das man am Glen River hinaufwandert. Der mit verblühter Heide und Gras dicht bewachsene und jetzt vor dem Früling braune Boden geht nach oben allmählich in eine steile Stufe über, die in einem Sattel mündet. Der Slieve Commedagh (767 m), der zweithöchste Berg Nordirlands kommt komplett aus den Wolken hervor. Der Slieve Donard ist allerdings von hier oben durch eine vorgelagerte Schulter verdeckt.

Man überquert den Bach ein letztes Mal und steigt nun sehr steil auf steinig angelegter Pfadtrasse quer in den Hang der Steilstufe und zum Sattel zwischen den beiden Höchsten Nordirlands empor. Leider haben wir mit dem Wetter auch heute kein volles Glück. Noch bevor wir den Sattel erreichen, ist dieser wieder in den Wolken und soll es für die Dauer unserer Tour auch bleiben. Am Sattel bläst uns - wie wie eigentlich bei jeder unserer Irland-Touren - auch wieder ein stürmischer, kalter Wind entgegen.

Aber dann erreichen wir die ca. 1,5 m hohe Mourne-Wall, eine Steinmauer, die vor ca. 100 Jahren auf einer Länge von 22 Meilen in den Mournes erbaut wurde und die fast bei jedem Hügel zu, Gipfel hinaufführt. Sie ist für uns in zweierlei Hinsicht hilfreich. Erstens schützt sie gut gegen den von der anderen Seite blasenden Sturm und zweitens führt sie uns im dichten Nebel direkt hinauf zu unserem Gipfel. Fast 300 Hm werden auf diese Art in sehr steilem Gelände (1km Horizontaldistanz !) erklommen. Oben auf dem Gipfel des Slieve Donard (850 m) biegt die Mauer in stumpfem Winkel ab und wird an der höchsten Stelle durch einen 4m hohen, breiten Mauerturm dekoriert. Neben ihm ist ein riesiger Steinhaufen auf dem höchsten Punkt errichtet, auf dem eine Bronzetafel an einen jungen Mann erinnert, der im April 2008 hier oben tödlich vom Blitz getroffen wurde.

Etwas aus dem Schutz der Mauer ist es hier sehr ungemütlich und wir trennen uns endgültig von der Idee die Tour zu einer etwas längeren Rundwanderung auszudehnen (gemäß unserer Skizze). Stattdessen wandern wir im Schutz der Mauer unsere Aufstiegsroute wieder hinab. Kurz hinter dem Sattel ist das Wetter - ähnlich wie im Aufstieg - wieder etwas besser. Sogar die Wolken gehen beim Weiterweg durchs Glen River Tal etwas auf und wir genießen den schönen Blick auf die irische See und das vor uns liegende Nordirland. Nach Durchquerung des Donard Forest treffen wir wieder am Auto ein und fahren los Richtung nordirischer Hauptstadt Belfast.

Auf der Fahrt kehren wir in einem Örtchen in ein schönes Pub ein und unterhalten uns mit ein paar sehr netten jungen Nordiren, die uns mit Tipps über Unterkunft und Ausgehen in Belfast überhäufen. Unschätzbar solche Insider-Tipps. Nicht zuletzt dadurch finden wir schnell ein günstiges Hotelzimmer (49 £) und verbringen einen schönen Nachmittag und Abend in der inzwischen sehenswerten Stadt Belfast. Eine Attraktion ist die Fahrt mit dem 60m hohen Riesenrad Belfast-Wheel, das mitten in der City mit Kommentar das Panorama der Stadt erläutert. Einige sehr urige "historical pubs" sollten nicht verpasst werden - v.a. das Crown's Pub. Abends gönnen wir uns eine Sushi-Bar.

Samstag morgen fahren wir nach einem Frühstück in einem Cafe von Belfast weiter nach Dublin - unserer letzten Station der Irland-Reise. Über die Touristeninformation finden wir in der sehr teuren Hauptstadt Irlands ein 4 km außerhalb gelegenes B&B für 80 €, wo wir unseren Wagen stehenlassen können und kehren mit dem Bus in die City zurück. Ein Stadtbummel am Nachmittag führt uns zum River Liffe, dem Temple Bar Bezirk sowie einigen schönen Kirchen wie der St Patrick's und der Christ Church Cathedral. Spät abends nach Dinner und Pub-Absacker hören wir noch lange einem Straßen-Livekonzert der Independent Band Mutefish zu und erstehen auch eine CD. Die Stadt ist sehr voll, da es das Wochenende vor dem St Patrick's Day am 17.Mai, einem irischen Nationalfeiertag ist. Entsprechend bunt - typisch sind gründe Haare und Klamotten - ist das Erscheinungsbild vieler Leute.

Sonntag morgen besichtigen wir als letzte Attraktion unseres 8-tägigen Irlandurlaubs die Brauerei Guinness - in Zentrumsnähe von Dublin. Die Self-Guide Tour ist sehr sehenswert aber mit 15€ Eintritt pro Person auch nicht gerade billig - und die kostenlose Pint ist für Samstag morgens auch nicht das Wahre. Danach brechen wir zum Airport auf, geben unseren Leihwagen ab und fliegen heim.

Irland - wir kommen bestimmt mal zurück !

Tourengänger: ju_wi

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Geodaten
 441.gpx Slieve Donard via Glen River

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