In Chironico nächtigen, war mein Ziel, doch...


Publiziert von Henrik , 22. März 2009 um 20:07.

Region: Welt » Schweiz » Tessin » Bellinzonese
Tour Datum:20 März 2009
Wandern Schwierigkeit: T1 - Wandern
Schneeshuhtouren Schwierigkeit: WT1 - Leichte Schneeschuhwanderung
Zeitbedarf: 4:00
Strecke:Dalpe - Chironico
Zufahrt zum Ausgangspunkt:ÖV
Zufahrt zum Ankunftspunkt:ÖV
Unterkunftmöglichkeiten:Pizzo Forno in Chironico Osteria Ambrogini in Sobrio
Kartennummer:266

zuerst traf ich mich am Donnerstag mit Zaza an der Aare zum Lunch auf der Marzili-wiese! Und dabei fiel das Stichwort Tessin. Zaza, Omega3 und ich fuhren zusammen am Freitag in der Frühe nach Airolo, wo sich die Wege trennten...ins Bedretto die beiden, mein Bus nach Dalpe. Für einen Freitag und dem Traumwetter im Tessin erstaunlicherweise ein leerer Bus, dessen Chauffeur mir Mut machte, der Pfad via Gribbio sei mit den „Raquettes“ gut zu gehen– diese Aussage wiederholte ein Einheimischer, der sein Fahrzeug am Ende des Dorfes in einer Sackgasse wendete...und da stand ich dann unter der Starkstromleitung, die durch eine Waldschneise auf den Sasso Cristallina (1784 m) geführt wird – diese wollte ich nutzen, um nach Gribbio zu gelangen und scheiterte an der Steilheit und dem vielen Schnee sowie dem Eis, und dass war nur der Anfang! Die verschneite und nicht geräumte  Strasse von Dalpe nach Chironico war somit mein Trassée, auf dem ich mich bewegte und das reichte vollends....Sogar ein Schneetrac muss hier vorbeigekommen sein, die alten Spuren zeugten davon, auch Schneeschuhspuren. Der Wald war bedrückend still, das Rauschen der Autobahn war hier noch nicht zu hören – der einzigste Lärm, der dauernd zu hören war, war ich auf meinen „Raquettes“. Da sind Tourenläufer auf  ihren Fellen schon eine beachtliche Nuance stiller und Tiere mit Pfoten erst recht.
 
Oberhalb Segin, das etwas über Gribbio liegt, eröffnete sich ein phantastischer Blick nach Süden – und am ersten Haus, das ich gewahrte, entdeckte ich einen tief verschneiten Range Rover der ersten Serie mit verchromten Stossstangen – wie angewurzelt geriet ich in höchste Interessenswahrnehmung; das muss natürlich geklärt werden: ich sammle Range Rover Classics! Erneut wollte ich eine Abkürzung vornehmen und scheiterte: eine Schneebrücke hielt mein Gewicht nicht und ich wurde sprichwörtlich bachnass! Eine Stunde Pause war die Folge und ich dankte der Sonne um ihre Kraft – wäre die Kirche in Gribbio offen gewesen, ich hätte mich darin zurückgezogen....Danach gings nur noch bergab – in den Wald und in den Schatten. Ein paar Gämsen entzückten mich und bald fehlten auch weitere Spuren – doch die Strasse war nicht zu verfehlen, denn das Eisen-Geländer linksseitig lugte wie eine Führung dauernd begleitend  bis zur Kapelle della Salute, und das war hilfreich: kurz nach dem Weiler Raslumo (1076 m) sah es fast so aus, als sollte ich umkehren....der Schnee, der hier bis auf Geländerhöhe reichte, war pickelhart zu Eisbahnen gefroren und links fiel der Berg in die Tiefe! Ich hielt inne, zupfte mir die Schneeschuhe runter, verstaute sie aussen auf den Rucksack, zog mir die Fleecejacke an und legte mich auf den Bauch und kroch so die vier heikelsten Stellen des Weges übers Eis – mulmig wars und die Knie hinterher etwas weich. Kurz nach der Kapelle stand am Wegesrand ein Freelander Land Rover (...) mit laufendem Motor, danach wurden die Schneeschuhe endgültig am Rucksack befestigt. Wie ich mich nun freute, hier in Chironico ( 782 m) (Die Terrasse, auf welcher Chironico liegt, ist in prähistorischen Zeiten als Folge eines riesigen Erdrutsches auf der gegenüber liegenden Talseite entstanden. Dieser löste sich vom linken Hang der Leventina an der Stelle, wo heute Anzonico liegt, und versperrte so den Fluss Ticino, welcher sich einen neuen Weg suchen musste) anzukommen, zu bleiben und hier auf der Ebene die Sonne und die Berge zu geniessen: das Pizzo Forno hat noch Winterpause, doch für einen Tee und ein paar Naschereien reichte es! Schon einmal habe ich hier im Sommer hervorragend gespeist und der Internetauftritt ist vielsagend – der Sommer ist ja nicht weit.
 
Der Postbus um 16.05 brachte mich hinunter nach Lavorgo und eine Stunde später ein zweiter hinauf nach Sobrio – und das war seine Zeit, Geld und Genuss in jeder Hinsicht wert, sehr sogar. Hier endet ja auch die Strada Alta. Südlich im Alpenglühen die Cima di Biasca und der Pizzo Magn (stimmt das?), zum Gotthard hin kroch die Kälte die Leventina herunter.....
 
 
 
 
 

Tourengänger: Henrik

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