Fanellhorn 3124m


Publiziert von Bombo , 23. März 2009 um 19:57.

Region: Welt » Schweiz » Graubünden » Valsertal
Tour Datum:21 März 2009
Ski Schwierigkeit: ZS-
Wegpunkte:
Geo-Tags: CH-GR 
Zeitbedarf: 5:30
Aufstieg: 1300 m
Abstieg: 1300 m
Strecke:Berggasthaus Zevreila - Querung Wissgrätli - Gipfel - Abfahrt via Guraletschsee zum Berggasthaus Zevreila
Zufahrt zum Ausgangspunkt:Chur - Ilanz - Vals - Berggasthaus Zervreila
Unterkunftmöglichkeiten:Berggasthaus Zervreila
Kartennummer:LK 1:50'000, Bl 257 S & Bl 267 S

"Vom Winde verweht und vom Pulver verwöhnt"

Nicht zu zweit sondern gleich zu sechst besammelten wir uns in Weesen beim Bahnhofparking und liessen die Hälfte unserer Fahrzeuge stehen. Umpacken und umsteigen war die Devise und so reisten wir mit 2 Autos komprimiert aber nicht deprimiert zu unserem Startpunkt beim Berggasthaus Zervreila 1840m, in der Nähe der grossen Zervreila-Staumauer oberhalb von Vals.

Die Südhänge bereits im goldigen und wärmenden Sonnenlicht, wir hingegen auf der schattigen und kühlen Nordseite auf der zugeschneiten Strasse richtung Gedenkkappelle 1984m. Kurz vor der Kappelle biegt die gut angelegte Aufstiegsspur links hinauf und schon wenige Minuten später nach einer weiten Rechtskurve auf Höhe Bodma bei P. 2365 durften wir ein erstes Mal unsere vom Kuhnagel geplagten Finger in der Sonne wärmen lassen. Wäre da nur nicht diese von den Wetterfröschen prognostizierte Bise gewesen nicht der Gegenwind war das Problem, sondern einmal mehr der gefühlte Wind, welcher einem Windchill-Faktor einer Antarktiskälte nahe kam :-)

 

Zuerst nochmals flach, dann steiler hoch über die NW-Hänge des Bleschaturra 2733m in den Sattel bei P. 2705, von wo aus man jetzt auch das Tagesziel, das Fanellhorn 3124m, in voller Pracht sieht. Es folgt nun die Traverse der Ostflanke des Wissgrätli 2866m, welche aber nur bei sicheren Lawinenverhältnissen begangen werden sollte. Die Traverse endet bei P. 2794 und wenige Aufstiegsminuten später steht man bei den zugeschneiten Seelein 2874m. Wir befinden uns nun am Fuss des Fanellhorns 3124m. Die genannte Traverse ist für Skibenützer technisch unschwierig, kann jedoch für Schneeschuhgänger mühsam werden, da die schmale Skiaufstiegsspur fast nicht reicht, um die Schuhe mehr oder weniger gerade in die Spur zu drücken. Schneeschuhbeginner sei geraten, in Begleitung eines Skibenützers zu traversieren.

 

Von P. 2874 gehts nun steiler, technisch jedoch unschwierig, die über rund 200Hm 35 Grad steile Westflanke zum Gipfel hoch. Anfänglich noch von dritter Hand äh drittem Fuss gespurt, übernahm schon bald unser Vorspurer Cornel die Führung und wenige Spitzkehren später staden alle auf dem mit verschiedenen Gipfelsteinmänner verzierten Fanellhorn 3124m. Die prächtige Aussicht durften schlumpf und ich erst kürzlich schon betrachten, wo wir das Chilchalp- und Lorenzhorn besuchten, doch reichte dazumals die Zeit für einen weiteren Aufstieg auf das Fanellhorn nicht mehr. Im Nachhinein eigentlich besser so, denn so hätten wir die traumhafte Nordabfahrt verpasst, für welche es sich wirklich lohnt, das Fanellhorn im Valsertal aufzusuchen.

 

Der Wind mässigte sich zwar ein wenig, doch ungemütlich und kühl blieb es dennoch. Also nichts wie runter, rein ins Vergnügen. Schon die steile Gipfelwestflanke verspricht Adrenalin pur und bei solch traumhaften Verhältnissen wie wir sie angetroffen haben einen unvergesslichen Abfahrtsspass. Wieder bei der zugeschneiten Pfütze (P. 2874) angekommen, gibt es die Möglichkeit der Aufstiegsspur entlang zurückzufahren oder aber die Abfahrt östlich der Bleschaturra richtung Guraletschsee zu geniessen. Wir wählten letztere Variante und entsprechend pulvrig stiebend hatte jeder von uns genügend Platz, seine eigene Spur in die jungfräulichen Hänge zu zaubern. Das Lachen in den Gesichtern reichte bald schon über beide Ohren hinaus.

Oberhalb des Guraletschsee traversierten wir dann wieder westwärts Richtung Bodma und genossen noch einmal die unbefahrenen Hänge bis zur Strasse, auf welcher wir dann "wie dä Blitz" bis direkt vor das parkierte Auto düsten – so haben wirs gerne :-) Selbstverständlich begossen wir unsere erfolgreiche Tour mit allerlei gesunden und weniger gesunden Tropfen im Bergasthaus Zervreila.

 

Fazit: eine in der Führerliteratur unscheinbar aufgeführte Tour, welche nebst einer fantastischen Gipfelaussicht vorallem auch eine stiebende rassige Nordabfahrt bietet. Je nach Spurlage sowie Schneebedingungen sollten Schneeschuhgänger bei der Querung des Wissgrätli sowie in der Gipfelflanke sicheren Fusses sein.
F
ür mich eine der Touren, welche ich bei entsprechenden Schneebedingungen sogar nochmals machen würde.


Bericht von Schlumpf

SLF: mässig


Tour mit Conny, Roger, Jörg, Cornel und Stefan - besten Dank Euch allen für die super Stimmung - "das hät gfäggt!"




Route Nr. 701 - Die schönsten Skitouren der Schweiz - Scanavino / Gansser / Auf der Maur
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Tourengänger: Schlumpf, joerg, Bombo, Alpinist, Bubu

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ZS
21 Mär 09
Fanellhorn 3124m · Schlumpf

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