Olmenhorn


Publiziert von Zaza , 6. August 2017 um 09:56.

Region: Welt » Schweiz » Wallis » Oberwallis
Tour Datum: 5 August 2017
Wandern Schwierigkeit: T5+ - anspruchsvolles Alpinwandern
Hochtouren Schwierigkeit: WS
Klettern Schwierigkeit: II (UIAA-Skala)
Wegpunkte:
Geo-Tags: CH-VS 
Zeitbedarf: 8:30
Aufstieg: 1300 m
Abstieg: 1300 m
Kartennummer:1269

Das Olmenhorn ist ein prächtiger Gipfel, der als Hintergrund des Grossen Aletschgletschers oft fotografiert und dabei doch nur sehr selten bestiegen wird. Das typische Schicksal der Berge, in deren Nähe sich prestigeträchtige Gipfelziele befinden...

Heute ist der letzte Tag der üblen Hitzewelle - hoffentlich ist es die letzte in diesem Jahr! Da kommt der hoch gelegene Ausgangspunkt Fiescheralp wie gerufen. Von hier geht es zuerst auf dem Fahrweg und durch den Tunnel zur Gletscherstube Märjelen (bis hier könnte man auch sehr bequem mit dem Velo fahren). Nun den Seen und dem Bach entlang hinunter zum Aletschgletscher. Hier montiere ich die leichten Steigeisen (zur Not ginge es auch ohne) und quere den aperen Gletscher mit einem Bogen nach rechts, also parallel zu den Spalten am Rand. Wunderbar ist die kühle und erfrischende Luft auf diesem Gletschermarsch! 

Auf der anderen Seite visiere ich die auffällige Rinne an, die von P. 2726 hinunter zieht. Der erste Anstieg nach dem Gletscher ist im unstabilen Schutt natürlich mühsam, aber danach geht es auf magerem Gras angenehmer zu besagtem Punkt (hier auch ein kleiner Biwakplatz unter einem Felsen). Rechts davon erklimme ich eine tief eingeschnittene Felsrinne und komme so auf die Grasterrasse oben dran. Beim Rinnenausstieg baue ich einen kleinen Steinmann für den Rückweg - ansonsten gibt es auf der ganzen Route keine Markierungen. 

Nun folgt eine lange Querung auf Grasbändern Richtung Westen. Es ist so, dass es in der Südflanke des Gipfels zwei Schuttfelder gibt, von denen aus man Richtung Gipfelgrat steigen kann. Ich steige fälschlicherweise zuerst vom ersten auf und komme so zum SW-Grat auf etwa 3000 m. Von hier könnte man zwar den Vorgipfel (P. 3211) erreichen, aber der Weiterweg zum Hauptgipfel wäre dann happig. Also zurück und weiter queren bis zum grösseren Schuttfeld (mit P. 2863), das genau südlich des Gipfels liegt. Von hier ist der Anstieg im SAC-Führer recht präzis beschrieben, aber wenn man dann unter der Wand steht, ist es nicht einfach, sich in all den Rinnen und Rippen zurecht zu finden. Man kraxelt einfach irgendwie hinauf - ich habe einen Bogen über eine Rinne rechts gemacht und erst im Abstieg gemerkt, dass das nicht unbedingt nötig ist. 

Schliesslich ist der Westgrat kurz vor dem Gipfel erreicht und von dort bringt mich eine kurze Blockkraxelei von rechts zum höchsten Punkt. Gipfelbuch hat es leider keines, dafür die Reste eines kleinen Holzkreuzes, das wohl der Blitz erwischt hat. Die Aussicht inmitten dieser Gletscherwelt ist, wie erwartet, beeindruckend! 

Der Abstieg erfolgt auf der gleichen Route - vom westlichen Vorgipfel durch die markante Rinne hinab, eventuelle Hindernisse (Stufen) meist links umgehend, bis zurück zum Schuttfeld. 

Tourengänger: Zaza


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Kommentare (4)


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chmblum Pro hat gesagt: Es war einmal
Gesendet am 10. August 2017 um 18:41
Schön, hat das Olmenhorn wieder einmal einen Besuch erhalten hat. Schön auch, dass Du der Brüchigkeit nicht gross Erwähnung tust. Gute Erinnerungen geweckt!

Zaza hat gesagt: RE:Es war einmal
Gesendet am 11. August 2017 um 10:15
Lieber Christoph

Nach ein paar Touren im Bündnerland ist die Schmerzgrenze bezüglich Brüchigkeit und Schuttigkeit an einem ganz anderen Ort ;-)

Wahrlich eine schöne Tour auf einen schönen Gipfel, auf den du ja einst mit lucama eine schöne Route erstbegangen hast!

LG, Manuel


ciolly hat gesagt:
Gesendet am 10. August 2017 um 20:52
Bella cima...
... in che condizioni "pietose" è il ghiacciaio?
Adriano

Zaza hat gesagt: RE:
Gesendet am 11. August 2017 um 10:16
Ciao Adriano

Non troppo male...ovviamente senza neve, dunque anche fattibile in solitario. Fra 50 anni sarà forse l'ultimo ghiacciaio della Svizzera :-(

Ciao, Manuel


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