Piz Muragl, 3157m - bei eher winterlichen Verhältnissen


Publiziert von Linard03 Pro , 28. Juli 2017 um 08:37.

Region: Welt » Schweiz » Graubünden » Oberengadin
Tour Datum:25 Juli 2017
Wandern Schwierigkeit: T4 - Alpinwandern
Wegpunkte:
Geo-Tags: CH-GR 
Zeitbedarf: 4:30
Aufstieg: 770 m
Abstieg: 900 m
Strecke:Muottas Muragl - Piz Muragl - Alp Languard (11.6 km)
Zufahrt zum Ausgangspunkt:per Bahn von Punt Muragl nach Muottas Muragl
Zufahrt zum Ankunftspunkt:per Sessellift oder zu Fuss von Pontresina nach Alp Languard

Einmal mehr dürfen wir unsere Sommerferien im Engadin verbringen; dieses Mal sind wir in Pontresina stationiert. Obwohl – ist „Sommerferien“ überhaupt die richtige Bezeichnung? Zumindest in der ersten Woche ist das Wetter sehr bescheiden und eher winterlich. Das macht die Planung für grössere Unternehmungen schwierig bzw. selbige sind kaum zu realisieren. Es sind zwar vorwiegend Familien-Ferien, aber etwas Kleines muss halt zwischendurch schon drin liegen … ;-).
 
Die Region von Pontresina bietet zahlreiche Möglichkeiten und meine Wahl für eine nicht allzu grosse Tour fiel auf den Piz Muragl. Mit Bahnunterstützung schnell zu erreichen, die Abstiegsvarianten sind zahlreich und auch mit unterschiedlicher Bahnunterstützung zu verkürzen. Der Piz Muragl wird zwar vorwiegend im Winter besucht, eine Sommerbegehung ist jedoch ebenso attraktiv.
 
Mit dem Bus fuhr ich zur Talstation Punt Muragl. Der Anschluss war zwar nicht perfekt (30 Min. Wartezeit), ich war aber zeitlich überhaupt nicht unter Druck. Zusammen mit einer Wanderin aus Dubai fuhren wir zu zweit (!) mit der Standseilbahn bei schönstem Wetter nach Muottas Muragl hinauf. (Meteoblue hat sich da noch um 7 Uhr völlig vertan, von wegen „bis 8.00 Uhr stark bewölkt, Regen für den restlichen Tag“ …).
 
Es war sehr frisch heute Morgen (4 Grad in Pontresina …), dazu ging ein unangenehmer Wind. Nachdem ich der Dame aus Dubai ein paar Tips zu ihrer Wanderung gab, zog ich zügig los, um möglichst schnell warm zu haben. Schon bald überholte ich eine grössere Gruppe Japaner, welche offensichtlich mit der ersten Bahn hochfuhren und nun gemütlich zum Lej Muragl wanderten. Ansonsten habe ich bis zur Alp Languard niemanden angetroffen.
 
Genau dies war  ebenso mein erstes Ziel und ich erreichte den Lej Muragl nach ca. 50 Min. Leichter Schneefall (!) und gleichzeitiger Sonnenschein begleitete mich bis dahin. Währenddessen konnte ich beobachten, dass die Gipfel rundherum immer wieder mal von Nebel umhüllt wurden – die Sicht war aber insgesamt gut.
 
Vom See ging’s nun weglos über Geröll hinauf, geradewegs auf den Piz Clüx zu. Ich hielt mich dabei eher rechts (in Aufstiegsrichtung), um allfälligem Steinschlag von der anderen Seite her aus dem Weg zu gehen. Was nicht verkehrt war, denn immer wieder kamen Steine herunter …
 
Hat man den Felsriegel auf ca. 2950m erreicht, hat man auch gleichzeitig den (Rest-) Gletscher erreicht. Die Steigeisen hatte ich zwar dabei, aber für die 5-6 Schritte auf Eis ging’s auch ohne. Nun weiter über Geröll und Felsblöcke zum Sattel hinauf. Als ich mich schliesslich auf dem Gipfelgrat befand, zog es mehr und mehr zu.
 
Schliesslich stand ich nach ca. 2 ½ Std. Aufstieg auf dem Piz Muragl (3157m), bei Null Sicht, Schneefall und ungemütlichen Wind … Einige Minuten später hellte es wieder etwas auf; es war ein Kommen und Gehen der Wolken. Ich mochte jedoch nicht zu lange auf ein kurzes Schönwetter-Fenster warten und stieg wieder bis zum Sattel ab. Just in diesem Augenblick waren sämtliche Wolken verschwunden …
 
Aber nicht für lange, ein paar Minuten später war der Gipfel bereits wieder von Wolken umhüllt. Währenddessen stieg ich noch einige Meter zu den interessanten Türmen hinauf (in Richtung Piz Clüx), um ein paar Fotos zu schiessen. Dann stieg ich endgültig ab, gerade rechtzeitig. Während ich nordseitig die Geröllhalde hinunterrutschte, wurde ich von heftigem Schneefall und eisigem Wind überrascht, es war ziemlich garstig.
 
Kaum auf dem Wanderweg angelangt, schien wieder die Sonne … Nun auf altbekanntem Weg hinunter zur Alp Languard (2327m), von wo aus ich mich per Sessellift nach Pontresina hinuntergondeln liess. So war ich um 13.30 Uhr bereits wieder zu Hause ;-).
 
Fazit:
der Piz Muragl wird zu Unrecht (fast) nur im Winter besucht. Eine Sommerbegehung ist allerdings eher etwas für Geröll-Liebhaber  … Schade, war die Aussicht nicht besser, eine schöne Tour war’s trotzdem!

Tourengänger: Linard03


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Geodaten
 36248.gpx Piz Muragl

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