Il Nes 2951 m - Corn Chamuotsch 3017 m - Corn Suvretta 3072 m - Corn Margun 3034 m


Publiziert von Ivo66 Pro , 22. Juli 2017 um 20:04.

Region: Welt » Schweiz » Graubünden » Oberengadin
Tour Datum:22 Juli 2017
Wandern Schwierigkeit: T5 - anspruchsvolles Alpinwandern
Wegpunkte:
Geo-Tags: CH-GR 
Zeitbedarf: 6:15
Aufstieg: 1100 m
Abstieg: 1100 m
Strecke:Alp Güglia - Valletta dal Güglia - Il Nes - Corn Chamuotsch - Fuorcla Chamuotsch - Corn Suvretta - P. 2972 m - Corn Margun - Fuorcla Margun - Valletta dal Güglia - Alp Güglia
Kartennummer:1:25'000 Bivio

Die Gratüberschreitung vom Corn Suvretta zum Corn Margun auf der Engadiner Seite des Julierpasses ist ein nicht oft begangenes Unternehmen, welches aber viel Abwechslung, tolle Ausblicke über eine unberührte Berglandschaft und Einsamkeit bietet. Man kann sie beliebig ausbauen in beide Richtungen; wir hängten heute vor dem Corn Suvretta, dem höchsten Punkt der heutigen Tour, noch die beiden Gipfel Il Nes und Corn Chamuotsch an. Auch die Fortsetzung des Grats über die beiden Surgonda-Gipfel  ist sehr zu empfehlen. 

Nach der hübschen Kletterei am Il Nes und der Fortsetzung zum Corn Chamuotsch staunten wir auf dem Corn Suvretta nicht schlecht, als wie aus dem grossen Steinmann eine Gamelle hindurch schimmern sahen. Schon vor dem Öffnen des Behälters war mir klar, wer der freundliche Stifter des Gipfelbuchs sein muss: Marco aus Tigignas bei Savognin - und so war es dann auch. Noch grösser war dann aber die Überraschung als wir dem Buch entnehmen konnten, dass das Gipfelbuch erst am heutigen Tag deponiert wurde. Von Marco war aber weit und breit keine Spur... Also trugen wir uns als erste ins neue Buch ein und bedanken uns auch an dieser Stelle nochmals für die Stiftung des Gipfelbuchs. Toll dass nun auch der Corn Suvretta ein solches besitzt; es dürfte sogar im Winter zugänglich sein, da es klugerweise nicht unten im Steinmann seinen Platz gefunden hat.

Als wir die Gratüberschreitung Richtung Corn Margun fortsetzten, bemerkten wir im Schutt frische Bergschuhspuren, welche uns schon im Aufstieg zum Corn Suvretta aufgefallen waren. Marco hat also diesen Abschnitt ebenfalls begangen; ein Blick ins Gipfelbuch auf dem Corn Margun bestätigte dies dann. Jenes Buch stammt von uns - im Sommer 2013 hatten wir es im Gipfelsteinmann deponiert und in diesen 4 Jahren sind ganze 19 Einträge zustande gekommen - 10 davon von uns alleine. Dass dieser Grat am heutigen Tag gleich zweimal überstiegen wurde, grenzt schon fast an eine Sensation. 

Das Wetter: Lange musste man heute ja mit Gewittern rechnen. Diese verschoben sich in den Wetterprognosen immer weiter nach hinten. Die heute Tour hatten wir bewusst danach gerichtet, denn immer bestand eine Möglichkeit vom Grat in sichereres Gelände abzusteigen. Nach der Restbewölkung am früheren Morgen erlebten wir jedoch immer mehr einen zunehmend freundlichen Tag. Die vielen Wolken liessen das phantastische Gebiet über dem Julierpass in einem schönen Licht erleuchten.

Routenbeschreibung:

Alp dal Güglia - Il Nes (Südwand) T5, Stellen II
Von der Alp Güglia (Parkplatz an der Julierstrasse) wandert man rechts des Bachs talaufwärts, wo man früher oder später auf eine Wegspur trifft, welche immer noch rechts des Bachs die erste Steilstufe überwältigt. Gleich anschliessend überquert man den Bach über eine Holzbrücke und geht über eine Hochebene weiter taleinwärts.

Kurz vor dem Fusse des Il Nes überquert man den Bach nach rechts und steigt über Schutt und Geröll in östlicher Richtung etwas hoch. Beliebig kann man dann Richtung Südwand aufsteigen unter Benützung von Grasbändern und einfachen Felsstufen. Man hält sich am besten stets linkshaltend aufwärts. 

Man erblickt im felsigen Bereich zwei markante, nicht besonders steile Couloirs und wendet sich dem linken zu, welches man auch durchsteigt. Unter der Felswand im oberen Bereich geht man ganz nach links zum Abgrund, wo sich der Einstieg in den kurzen felsigen Bereich befindet.

In sehr gutem Fels steigt man nun hoch, man hält sich mit Vorteil auch hier nach links. Je nach Variante sind zwei bis drei Stufen im 2. Klettergrad zu meistern. Man erreicht danach bald flaches Gelände und begibt sich in Gehgelände zum höchsten Punkt.

Weiter zum Corn Chamuotsch (T4)
Wir umgingen den direkten Verbindungsgrat grossräumig, indem wir gut 50 Meter vom Gipfel abstiegen, zuletzt durch eine schmale, schuttige Rinne und entlang der Gratfelsen durch Geröll weiter gingen. In der Folge erreicht man wieder den Grat und steigt ohne besondere Schwierigkeiten weiter zum Gipfel (Schlussaufstieg T3).

Corn Chamuotsch - Corn Suvretta (T4)
Vom Gipfel steigt man am einfachsten durch Geröll zur Fuorcla Chamuotsch ab und steigt dort über den Südostgrat zum Gipfel. Es ist im Aufstieg einige Male der Gebrauch der Hände erforderlich; am besten hält man sich auf der Grathöhe und kann gegebenenfalls einige Aufschwünge beliebig umgehen.

Heute versperrte im Abstieg vom Corn Chamuotsch ein sehr steiles Schneefeld die günstigste Route, weshalb wir in etwas abenteuerlicher Manier zunächst in die abschüssige Ostflanke auswichen und später zum Grat zurückkehrten und nach Umgehung des Schneefelds in die Geröllhalde zurückkehrten (T5).

Corn Suvretta - Corn Margun (T5)
Zunächst wandert man über den langen, im oberen Teil gut begehbaren Grat weiter in westlicher Richtung. Nach einigen Kletterstellen, wobei man sowohl in die Nord- als auch Südflanke ausweicht, erreicht man bei P. 2972 m den tiefsten Punkt im Verbindungsgrat zwischen den beiden Gipfeln.

Der Aufstieg von P. 2972 m über den Ostgrat zum Corn Margun erfordert dann nochmals beherztes Zupacken in oft ausgesetztem Gelände. Einige Zacken umgeht man in der abschüssigen, schuttigen Südflanke, kehrt aber baldmöglichst wieder zum Grat zurück. In Gipfelnähe wird das Gelände wieder gemütlicher.

Corn Margun - Fuorcla Margun (T5)
Durch die Südflanke, immer nahe der Gratfelsen, stiegen wir zur Fuorcla Margun ab.

Fuorcla Margun - Alp Güglia (T3)
Im weiteren Abstieg ist man in der Routenwahl ziemlich frei. In meist gutmütigem Gelände hält man auf das Valletta dal Güglia zu, wo man auf die zuvor begangene Aufstiegsroute trifft.

Tourengänger: Ivo66, Lena


Galerie


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