Piz Linard - Normalweg Südflanke


Publiziert von Frangge Pro , 23. Juli 2017 um 19:24.

Region: Welt » Schweiz » Graubünden » Unterengadin
Tour Datum:15 Juli 2017
Wandern Schwierigkeit: T5 - anspruchsvolles Alpinwandern
Hochtouren Schwierigkeit: WS
Wegpunkte:
Geo-Tags: Piz Linard-Gruppe   CH-GR 
Zeitbedarf: 2 Tage
Aufstieg: 2100 m
Abstieg: 2100 m

Der Piz Linard stand schon länger auf meiner Wunschliste und nachdem ich dann den Bericht von Eberesche gelesen hatte und Andre mitkommen konnte, stand der Tour nichts mehr im Wege.

Hüttenzustieg: 920Hm, T3, 2h

Wir kommen gegen Mittag in Lavin an und folgen den Wegweisern zur Chamanna dal Linard. Die meiste Zeit geht es höhenmetereffizient durch den Wald. Der Weg ist einfach zu gehen und so stehen wir nach etwa einer Stunde schon an der Plan da Bürgl. Kurz vor der Hütte kommt noch die kurze drahtseilversicherte Stelle, die aber keinesfalls schwierig ist. Vermutlich soll das den Hüttenweg nur familientauglicher machen. Nach etwa zwei Stunden ab Lavin erreichen wir die wunderschöne Hütte und gönnen uns einen faulen Rest des Nachmittags: Da das Wetter eher mässig ist, verwerfen wir die Idee, dem Piz Glims noch einen Besuch abzustatten und verschieben das auf den folgenden Tag.

Wie schon in anderen Berichten erwähnt, kann man die Chamanna dal Linard sehr empfehlen, schön gemütlich und hervorragend ehrenamtlich bewartet. Vor der Hütte hat man sogar Natel-Empfang, in unserem Fall nicht nur ein Segen, so haben wir mitbekommen, dass die Meteoschweiz die Wetterbesserung immer weiter nach hinten verschoben hat...

Piz Linard: 1100Hm, T5/WS, 2h40min

Wir starten um sechs Uhr morgens, bei nur noch leichter Bewölkung - da war die Meteoschweiz wieder einmal zu konservativ. Uns soll es recht so sein! Wir folgen zunächst dem Wanderweg, oberhalb der Lai Glims zweigen die Wegspuren zum Piz Linard ab. Diese sind durchgehend und zumindest bei Tageslicht sehr gut erkennbar. Weiter oben zweigt dann der Pfad zum Einstieg in den Ostgrat ab, den wir dann rechts liegen lassen.

Nach etwa einer Stunde erreichen wir den Fuss der unteren Rinne. Helm hilft! Das Geläuf war glücklicherweise noch angefroren und wir waren die erste von zwei Gruppen, so dass die Gefahr von Steinschlag noch nicht übermässig war, einmal kam dann aber doch ein knapp faustgrosser Brocken...

In der Rinne aufsteigend hat es dann auf der rechten Seite Steinmänner, die den Ausstieg zum Geröllfeld markieren. Zwischen der Rinne und dem Geröllfeld gilt es dann noch eine kurze Kletterstelle zu überwinden, bevor der einfachste aber nicht minder steile Teil des Aufstiegs beginnt. Bis einschliesslich zum oberen Ende des Geröllfeld war die Route aper (abgesehen von einer ganz dünnen nicht durchgehenden Schicht Neuschnee).

Schnee hatte es dann noch in der oberen Rinne, der dann im Aufstieg noch sehr hart war. Spuren vorhanden und Pickel hilft... Am Schluss dann noch der Grat zum Gipfel, der ist dann auch recht breit, Gehgelände und Wegspuren hat es auch. Hier wurde es dann frisch und windig.

Am Gipfel hatten wir dann ein wunderschöne nur gegen Norden hin von Wolken unterbrochene Fernsicht und sind dann recht lange geblieben, bis uns dann doch zu kühl geworden ist. Da kam dann auch schon die erste Seilschaft über den Ostgrat, es sollten weitere folgen.

Der Abstieg ging zügig, der Schnee und das Geröll waren weicher und angetaut, weswegen wir noch ein wenig mehr auf den Steinschlag geachtet haben (selbst keinen zu verursachen), zumal wir nicht die Einzigen unterwegs waren. Am unteren Ende der unteren Rinne sind wir weglos zur Fuorcla da Glims gequert, auf den Piz Glims gegangen und haben dort unsere ausgiebige Mittagspause gemacht. War wärmer und angenehmer dort...

Ab der Fuorcla da Glims sind wir durch das Val Sagliains abgestiegen, allein dieses Stück des Weges war schon die Reise wert. Einfach, recht knieschonend und eine wunderschöne Landschaft, dabei wenig besucht, haben wir den Weg durch dieses Tal durchgehend genossen. Als wir bei Fop Tiamarsch in den Wald kommen, machen sich die Höhenmeter, vor allem die im Abstieg doch bemerkbar und wir sind nicht unglücklich, das Ziel bald zu erreichen.

Der Piz Linard wird meiner Meinung nach zu Recht als formschöner und interessanter Berg beschrieben, der für dieses Wochenende sicher nicht die falsche Wahl war. Wir haben uns auch die Frage gestellt, ob wir denn nun eine alpine Wanderung oder eine Hochtour gemacht haben - auch die hikr scheinen sich da nicht einig zu sein. Nicht, dass es tatsächlich einen Unterschied machen würde, es hat sehr viel Spass gemacht. Für Andre ist das definierende Element einer Hochtour das Seil, demzufolge also eine alpine Wanderung? Ich möchte es jedem selbst überlassen, dies einzuordnen, dewegen habe ich hier sowohl ein T5 als auch ein WS vergeben.

Tourengänger: Frangge


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