Grenzwanderung Schweiz * Etappe 51 * Col de la Forclaz - Champex


Publiziert von laurentbor , 18. Juli 2017 um 17:58.

Region: Welt » Schweiz » Wallis » Unterwallis
Tour Datum:17 Juli 2017
Wandern Schwierigkeit: T3 - anspruchsvolles Bergwandern
Wegpunkte:
Geo-Tags: CH-VS 
Zeitbedarf: 6:15
Aufstieg: 1173 m
Abstieg: 1232 m
Strecke:14,3km
Zufahrt zum Ausgangspunkt:Zürich - Visp - Martigny - Col de la Forclaz
Zufahrt zum Ankunftspunkt:Champex - Orsieres - Sembrancher - Martigny - Visp - Bern -Zürich

Die Grenzwanderung folgt heute dem bekannten Rundwanderweg "Tour de Mont Blanc" - eine 7-10 tägige Rundwanderung um das gesamte Mont-Blanc Massiv. Ehrlich gesagt habe ich vor dieser heutigen Etappe nichts von dieser international sehr beliebten Rundtour gehört. Daher war ich auch ziemlich erstaunt wie voll der Wanderweg war.

Weil es von Martigny aus nur drei Buse pro Tag auf den Col de la Forclaz gibt, musste ich ein teures Taxi nehmen um zu meinem Ausgangspunkt zu gelangen. Zum Glück ist dies mit unserem dichten Transportnetz ansonsten fast nie notwendig. Auf dem Alpenpass startet die Wanderung gemütlich - fast eben verläuft die erste knappe Stunde zum Chalet du Glacier. Geschuldet ist dieser in den Alpen doch eher unüblich einfache Weg der Suone (frz: bisse) welche sich am Wegesrand entlangschlängelt. Suonen sind mittelalterliche Bewässerungssysteme welche die trockenen und sonnenbeschienen Felder des Wallis mit Quellwasser versorgten. Die sehr schön restaurierte bisse du Trient führt durch Tunnel und über Holzaquädukte um schliesslich die Felder von Martigny-Combe zu bewässern. Am Ende der bisse genehmige ich mir im Gasthaus Chalet du Glacier eine hausgemachte Aprikosenwähe.

Nun beginnt der anstrengende Teil der Wanderung, denn rund 1000 Höhenmeter müssen bewältigt werden. Ich bin hier ein erstes Mal überrascht von der Menge an Wanderern die an einem Montag hier anzutreffen sind. Bald merke ich an der Sprachen (Dänisch/Katalanisch/Japanisch) das hier wohl etwas spezielles passiert. Eine Wander-WM? Für das sind die Teilnehmer jedoch nicht wirklich fit genug. Anhand der Gespräche erfahre ich, dass hier im Sommer sehr viele die TdM (Tour de Mont Blanc) in Angriff nehmen und dies in vielen Ländern eine sehr berühmte Route ist. Als ich von meinem "kleinen" Projekt erzähle schauen mich die Leute ziemlich überrascht an. Der Weg führt meist an der Sonne - ein paar kleine Waldabschnitte werden jedoch passiert.

Der Blick ist - wenn nicht auf den Weg - immer auf den prächtigen Trientgletscher gerichtet. Dahinter die Landesgrenze mit der mächtigen Aguille du Tour. Bis zur verlassenen Alp von Vésevey ist der Weg ziemlich gut, danach wird er steiler und vorallem rutschiger. Die Tatsache, dass hunderte Wanderer hier durchmarschieren macht die Sache auch nicht gerade einfacher. Ganze Gruppen stauen sich vor heiklen Abschnitten und ich bin erstaunt wer sich alles an so einen schwierigen Hike traut. Ein wenig erinnert mich die Szenerie an den Inca Trail nach Machu Picchu. Auch dort waren viele auf der Tour welche noch nie etwas von Berwanderungen gehört haben.

Auf der Passhöhe, dem 2665 Meter hohen Fenetre d'Arpette entschädigt der grandiose Blick auf den Trientgletscher für das Rumgerutsche in Gruppen. Der Weg hinunter gestaltet sich natürlich nicht einfacher für die unerfahrenen Berggänger. Wo ich kann weiche ich den grössten Gruppen aus - jedoch muss auch ich mich manchmal in Schlangen einreihen. Trotz den vielen Menschen entdecke ich im Val d'Arpette ein Murmeltier auf einem sonnigen Felsen. Die 1000 Höhenmeter hinab gehen ganz schön in die Knie und ich bin daher froh um meine Stöcke.

Langsam kommt wieder mehr grün am Wegesrand auf und viele pinke Blumen (Alpenklee?) Auch einen Türkenbund kann ich an einem Bachlauf ausmachen. Herrlich! Durch einen lichten Lärchenwald schlängelt sich der Pfad bis er auf einer grossen freien Alpweide ankommt. Dahinter sieht man bereits die Relais d'Arpette wo ich mir ein Bier gönne zum Abschluss. Viele Gruppen haben hier bereits ihr Ziel erreicht und ziehen die dampfenden Socken aus.....Zeit um weiterzugehen.

Die letzte halbe Stunde führt romantisch an einem tosenden Bach entlang und hinunter nach Champex. Der Bergsee glitzert bereits in der Ferne und gerne wäre ich hineingesprungen - aber der Bus zurück hat bereits gewartet. Da wurde ich das erste Mal etwas neidisch auf die Gruppen welche hier übernachten. Aber trotzdem bin ich froh wenn ich bald wieder mit weniger Menschen den Weg teilen muss.

Hier geht es zur nächsten Etappe

Tourengänger: laurentbor


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