Weissmies - mein 1.4000er - Überschreitung (Südsüdostgrat)


Publiziert von AlexGlaub , 16. Juli 2017 um 18:38.

Region: Welt » Schweiz » Wallis » Oberwallis
Tour Datum: 1 Juli 2017
Hochtouren Schwierigkeit: WS
Klettern Schwierigkeit: II (UIAA-Skala)
Wegpunkte:
Geo-Tags: CH-VS 
Zeitbedarf: 2 Tage
Aufstieg: 2350 m
Abstieg: 800 m
Zufahrt zum Ausgangspunkt:Auto in Saas-Grund an der Bahnstation abgestellt - super Zufahrt.
Unterkunftmöglichkeiten:+ Übernachtung in Saas Almagell im HOtel Spycher (für dortige Verhältnisse super günstig & sehr angenehm) + Almagellerhütte

Für uns alle der 1.4000 in den Alpen
Bereits zu 3. sind wir am Tag vor 6 Stunden angereist in die Nacht hinein. 10 Uhr Treffpunkt mit dem  letzten 4.Mann in Sass Almagell. Unser 4.Mann ist auch der Erfahrene in der Gruppe, weil uns war allen klar, das dies eine wirkliche Herausforderung wird. Mein Dad & ich bisher nur am Elbrus mit Steigeisen & Pickel unterwegs gewesen. Mein Freund Marcel, bisher noch gar keine solche Erfahrungen gemacht. 
Mein 1., kurz zuvor gekauftes Seil, wird dieses Wochenende auch eingeweiht. 
Gabriel unser Erfahrener ist gut fit & vorbereitet für die Tour. 
Mein Freund Marcel sowie ein Energiebündel & top fit. 
Mein Dad etwas ausgelaugt & keine Vorbereitung die letzten Wochen.
Für mich auch die 1. Tour dieses Jahr. Sind alle gespannt, was unsere Kondition & Kraft angeht die nächsten 2 Tage. 
Kurz nach 10 starten wir gemeinsam von Sass Almagell auf 1.670m zu unserem heutigen Tagesziel der Almagellerhütte auf 2.894m.

Die ersten Meter sind vollbracht. Schöner Weg durch den Wald, mit einem schönen Ausblick Richtung Sass Grund & Saas Fee. Ich trage das Seil & merke, das das Gewicht mit allem drum & dran doch etwas viel ist. Da darf ich für das nächste mal noch weniger einpacken.  Nach dem schönen Aufstieg durch den Wald geht es durch das Wysstal langsam stetig bergauf. An der Almagelleralp machen wir einen kurzen Rast, wo mir dann jemand das Seil abnimmt. Gegen Ende des Wysstal geht es dann mit einem letzten steileren Aufstieg zur Almagellerhütte, wo wir das ganze Tal überblicken können. Wie auch schon einen gute Sicht auf die umliegenden Berge haben.
 
Gegen 15 Uhr kommen wir an der Almagellerhütte (2.894m) an. Mit uns, kommen auch 2 echte Kletterprofis an, die sehen, das unser Seil noch frisch verpackt ist. Sie sind sehr hilfsbereit & bieten uns gleich an, zu helfen unser Seil richtig aufzuwickeln & vorbereiten für den nächsten Tag, was wir dann auch später tun. 
Zuerst unser Quartier einrichten & dann etwas stärken. Danach üben wir noch etwas Knoten, Anseilen, Seilschaft zu 4 & überprüfen nochmal das die Steigeisen, Klettergurt alles für den nächsten Tag sitzt & vorbereitet ist. Seil hat dann auch noch mit den Jungs geklappt & wieder viel gelernt. 
Dann schön zu Abend gegessen. Die Speicher für den nächsten Tag aufgeladen & dann 21 Uhr ab in die Federn. 

3:50 Uhr wurden wir vom Hüttenwirt geweckt. 4.00 Uhr haben wir gemütlich gefrühstückt und uns anschließend startklar gemacht, so das wir Punkt 5:00 gestartet sind. 
Unser erstes Ziel der Zwischbergenpass (3.268m) haben wir dann 1 Stunden später um 6:00 erreicht. Stirnlampen hatten wir alle auf, doch nach 5 Minuten bereits konnten wir schon ohne gut laufen. 
Am Zwischenbergenpass dann der 1.Schönausblick Richtung Italien & einen kurzen Break gemacht. 
Die nächsten Meter am Grat entlang haben schon einen tollen Ausblick auf den weitern Grat gewährt. Nach ein paar weiteren Metern kommen wir dann am Firnfeld (3.350m) an, wo wir unsere Steigeisen anschnallen, sowie unseren Pickel in die Hand nehmen. 

Die nächsten 300 - 350m geht es größtenteils über Firnfeld nach oben, mit ein paar Felsblücken dazwischen die wir überwinden.
Meinem Dad geht es leider nicht so gut, hat Durchfall & etwas ausgelaugt von zu viel körperlicher Arbeit der letzten Wochen. Daher kommen wir ab hier sehr schleppend voran. 

Nach dem Firnfeld wechseln wir bei ca. 3.650m zum Grat. Ab hier geht es die nächsten 300m in Felskletterei im I & II. Grad nach oben. Mir fängt es an richtig Spaß zu machen mit den Steigeisen und diese Kletterei. 3 Stellen dürfen wir alle etwas reingreifen & sind herausfordernd, doch macht sehr viel Spaß. Ich merke schon das es genau hier weiter gehen darf in Zukunft weiter gehen darf. II. - III: Grad und mich dann langsam steigern. 
Da mein Dad am Limit ist, zieht sich dieser Teil sehr lange & strengt dann auch für alle andere an. Stehen - aufstehen - sitzen kostet halt doch mehr Kraft, wie wenn wir zügig in einem Stück durchklettern können. Am Ende der Felskletterei auf ca. 3.950m angekommen. die letzten 50m habe ich persönlich etwas die dünner werdende Luft gemerkt. Ab jetzt dann zum Gipfel ist es dann wieder easy. Noch schnell ein Bild gemacht, bevor der Nebel voll komplett einzieht.
Ab hier haben wir dann uns angeseilt - 4er Seilschaft (60m) im Abstand 10m zu jedem.

Die letzten Meter zum Gipfel über den dünnen Schneegrat sind nochmal spannend & abenteuerreich. recht Schnee & Sonne. Links vom Grat Wolken & Nebel. Nach einer halben Stunden sind wir dann am Gipfel. Genau ab dem Moment nur noch Nebel & wir sind uns zuerst gar nicht sicher, ob dies der Gipfel ist. Die Gruppe die 1 Minute später von der Normalroute aufsteigt gibt uns Sicherheit das dies der Gipfel ist & sind nach 7h stolz, oben zu sein. 
Wir sind alle etwas enttäuscht, weil es kein Gipfelkreuz gibt. Doch die Weissmies macht ihrem Namen alle Ehre. Es ist komplett Weiss und mies. Da der Nebel ab hier komplett reingezogen ist & es auch gut windet, haben wir uns schnell auf den Rückweg über die Normalroute über den Triftgletscher begeben. 

Die letzten 3 Stunden abwärts über die Gletscher waren nochmal sehr anspruchsvoll. Zum einen haben wir fast nichts gesehen. Kaum 20m und wenige Spuren im Schnee haben es uns schwer gemacht, schnell voran zukommen. Jeder Tritt im Gletschergelände durfte gut bedacht sein. Dazu noch das 1x in der Seilschaft laufen. Ich als vorletzter, habe gemerkt, ist wenn vor unter hinter dir das Siel zieht gar nicht so leicht. 
 
Doch nach 3 Stunden sind wir sicher unten am Gletscher angekommen & durften nach 7 Stunden die Steigeisen ausziehen. Die letzten Meter zur Hochsaas Gondel (3.200m) ging es dann mit normalem Schuhwerk. Etwas wackelig hat es sich schon angefühlt nach 7 Stunden Steigeisen. 

Unser 1. 4000er ist geschafft & wir sind alle wieder gut im Tal angekommen. Nach 11 Stunden auf den Beinen, sind wir nun gut platt. Machen noch ein paar schöne Bilder & machen uns auf dem Heimweg. 
 
Die 6 stündige Fahrt nach Hause haben wir auch gemeistert.
 
Youtube Video folgt.

Tourengänger: AlexGlaub


Galerie


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