Radüner Rothorn (3022 m) + Flüela Schwarzhorn (3145 m) zwei 3000er auf dem Flüelapass


Publiziert von erico Pro , 18. Juli 2017 um 20:24.

Region: Welt » Schweiz » Graubünden » Davos
Tour Datum:13 Juli 2017
Wandern Schwierigkeit: T5 - anspruchsvolles Alpinwandern
Klettern Schwierigkeit: I (UIAA-Skala)
Wegpunkte:
Geo-Tags: CH-GR 
Zeitbedarf: 8:00
Aufstieg: 1103 m
Abstieg: 1104 m
Strecke:11.8 Kilometer
Zufahrt zum Ausgangspunkt:Rorschach (Schweiz) auf der Autobahn bis Landquart, nach der Autobahnausfahrt in Richtung Davos, über Küblis und Klosters, anfangs Davos Dorf nach links Richtung Flüelapass, zu oberst auf dem Flüelapass ca. 500 m weiterfahren in Richtung Susch bis zum "Schwarzhorn Parkplatz" /de.wikipedia.org/wiki/Fl%C3%BCelapass

Das Flüela Schwarzhorn war eigentlich schon eine weile auf meiner Liste, vor allem wegen seiner Höhe und der fabelhaften Aussicht auf 3146 Metern und dabei noch als Zugabe auf das Radüner Rothorn (3022 m) zu steigen habe ich mir vorbehalten.

 

Es ist der Freitag der 13. Juli 2017, wer abergläubisch ist sollte besser an einem solchen Tag keine Bergtouren unternehmen. Bei der Abfahrt in Rorschach war das Wetter sehr wolkig und trüb, ich freute mich deshalb auf das schöne Wetter, das im Bündner Land angesagt wurde, aber als ich auf dem Flüelapass ankam, war das Wetter noch schlechter als in Rorschach und sogar leichter Nieselregen tröpfelte durch die dicke Wolkendecke herunter. Am Anfang der Wanderung hatte ich nicht die beste Laune aber bald änderte sich meine Stimmung und ich freute mich auf das noch bevorstehende tolle Naturerlebnis in den Davoser Bergen.

 

Auf einem breite und gut markierten Wanderweg geht es zuerst durch grüne Wiesen und später über schiefersteinartige Geröllhänge in mäßiger Steigung bis zur Schwarzhornfurgga hinauf. Für kurze Zeit hatten sich die Nebelwolken ein wenig gelichtet und ich sah beinahe bis zum Gipfel hinauf, - aber eben nur für kurze Zeit. Der restliche Weg von der Schwarzhornfurgga bis zum Gipfel hinauf ist gut markiert und einsehbar, der Wanderer kann sich hier auch bei Nebel kaum verlaufen. Oben auf dem Gipfel vom Schwarzhorn angekommen war des Wetter leider immer noch Wolkenverhangen und neblig und die Aussicht gleich null, nur ab und zu lichteten sich die Nebelschwaden gegen den Flüelapass hinunter etwas auf, - es war also schon gar kein „Fotowetter“. Auf dem Gipfel waren mit mir zu diesem Zeitpunkt drei Wanderer und ein Hund, der Hund hatte die größte Freude von allen, er machte Luftsprünge von Stein zu Stein, dieser Hund war auch der beste "Bergsteiger" er hatte beim steilen Anstieg auf den Gipfel alle überholt. Und jetzt noch eine kleine Geschichte zum Schwarzhorn:

 

Das Schwarzhorn (3146 m) (auch: Flüela-Schwarzhorn) liegt etwa zwei Kilometer südlich des Flüelapasses in den Schweizer Alpen. Es ist die höchste Erhebung der Landschaft Davos und hat eine Höhe von 3146,2 m ü. M. Seinen Namen erhielt das Schwarzhorn auf Grund seines von der Davoser Seite aus gesehen sehr dunklen Gesteins Amphibolit, das wie ein dunkler Zacken weit herum zu sehen ist. Vom Gipfel aus hat man eine umfassende Aussicht. In einigen Quellen ist beschrieben, dass diese vom Mont Blanc bis zum Grossglockner reiche.

Über den vom Flüelapass her führenden Weg ist das Schwarzhorn leicht erreichbar, es gilt als einer der am leichtesten zugänglichen 3000er der Alpen. Im Sommer wird es sehr häufig besucht, im Frühling ist es ein beliebter Skiberg.


 

Weil das Wetter nicht einladend war und immer mehr Menschen zum Gipfel strömten machte ich nur eine kurze Pause und stieg nach ca. 20 Minuten wieder zur Schwarzhornfurgga ab. Von der Schwarzhornfurgga stieg ich direkt auf den Grat der zur Südseite vom Rothorn geht, nach etwas 50 Meter Gratwanderung stieg ich in einer sehr steilen Geröllhalde zum kleinen See vor dem Rothorn ab. Einen Weg oder Steinmännchen die den Weg weisen sieht man hier nur sehr selten, am besten wählt man sich den Weg hinauf zum Rothorn selbst aus. Vom See bin ich gemäß Bild 19 auf einem eher direkten Weg über die Westseite bis zum Grat hinauf geklettert und nachher auf diesem Nordwestgrat hinauf zum Gipfel, wobei auf dem letzten Teil vor dem Gipfel sich die Schwierigkeit an den Grad II annäherte. Waren zu dieser Zeit auf dem Schwarzhorngipfel ca. 30 Menschen so war ich auf dem Radüner Rothorn gänzlich alleine und ich konnte in aller Ruhe die Aussicht genießen und Fotos schießen, - einfach traumhaft. Weil immer wieder Nebelschwaden den Gipfel einnebelte ist die Pause etwas länger ausgefallen als normal, nach ca. einer halben Stunde war der Spuk vorbei und es wurde immer schöner und schöner.


 

Der Abstieg vom Rothorn nahm ich über den Südgrat in Angriff, nach kurzer Zeit verließ ich diesen Grat und bin einen steilen Geröllhang hinunter zum „Rothornsee“, - der linke See beim Rothorn - hinuntergestiegen. Von hier aus waren die Radüner Chöpfe und der Piz Radönt sehr schön anzusehen. Der Weg von diesem See aus hinunter zum Fusse des Rothorns war der schwierigste Teil meiner Tour, viel loses Gestein und ein Gelände mit teilweise kleinen Felswänden dazwischen, man ist praktisch immer auf der Suche nach dem besten Weg. Weil sich alles dauernd unter meinen Füssen bewegte hatte ich einige Bedenken wegen möglichem Steinschlag, es bewegten sich nicht nur kleinere Steine unter meinen Füssen, einmal kam sogar eine Steinplatte von der Größe von ca. 150x100 cm unter meinen Füssen ins Rutschen. Dieser Weg ist nicht zum empfehlen, besser ist es weiter links mit Steigeisen an den Schuhen über den Gletscher abzusteigen, - leider hatte ich die Steigeisen heute nicht dabei. Nach diesem abenteuerlichen Abstieg gehe ich auf dem markierten Wanderweg zurück in Richtung Schwarzhornfurgge, um dann auf dem normalen Wanderweg wieder zum Schwarzhorn-Parkplatz abzusteigen. Und jetzt noch eine kleine Geschichte zum Radüner Rothorn:


 

Das Radüner Rothorn (3022 m) wird meist im Rahmen einer Besteigung des Flüela Schwarzhorns als Zugabe erstiegen. Hierbei zweigt man in einer Mulde etwa 100 Meter unterhalb der Schwarzhornfurrga vom markierten Anstiegsweg zum Schwarzhorn ab. Von dort geht es weglos in südwestlicher Richtung, über grobblockiges Gelände und an zwei kleinen Seen vorbei an die Nordflanke des Rothorns heran. Nun kann man mehr oder weniger direkt über den Nordgrat des Rothorns den Gipfel erreichen. Alternativ richtet man sich zunächst nach Westen und umrundet in den tiefsten Senken bleibend den Gipfel, um von Westen und zuletzt von Süden zum Gipfel zu gelangen. Alternativ kann das Radüner Rothorn auch von der Grialetschhütte (Chamanna da Grialetsch, 2542 m ü. M.) über die Rothornfurgga und den Südgrat erreicht werden.


 

Das Schwarzhorn mit dem Radüner Rothorn in einer Tour zu erwandern ist meiner Meinung nach nur zu empfehlen, wobei zu bedenken ist, dass, das Rothorn schon um einiges schwieriger zu besteigen ist als das Schwarzhorn.


 

Schwierigkeit:

Flüelapass Schwarzhorn-Parkplatz bis zum Schwarzhorn: T2

Schwarzhornfurgga bis Radüner Rothorn: T4, KS (I)-(II) (es gibt verschieden Wege auf das Radüner Rothorn)

Radüner Rothorn über den Südgrat zum See und nordseitig neben dem Gletscher hinunter zum Fuße des Rothorns: T5 KS (I)

 

Viele Grüße

erico


Tourengänger: erico


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Kommentare (2)


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Bergbursche hat gesagt: Einen Tag später
Gesendet am 20. Juli 2017 um 16:29
hattest Du ähnliche Gedanken. Ich war am 12.07.17 dort und habe die Tour noch um das Chli Schwarzhorn verlängert, siehe hier http://www.hikr.org/tour/post122900.html

Oh, und die Tour im Madrisagebiet mit Madrisahorn, die haben wir auch fast gleich gemacht :)

Liebe Grüsse
Der Bergbursche

erico Pro hat gesagt:
Gesendet am 23. Juli 2017 um 07:40
Hallo Bergbursche
Das Schwarzhorn und das Radüner Rothorn standen schon lange auf meiner Liste. Der Versuch das Madrisahorn über den Westgrat zu besteigen, war schon ein wenig speziell und leider hat es wie bei Dir nicht klappen wollen, als Du und ich vor dieser Felswand standen: Bild35 Neu werde ich Morgen eine neue anspruchsvolle Tour auf Hikr stellen, eine spezielle recht aussergewöhnliche Tour auf den Säntis, das wäre auch etwas für Dich.
Es grüsst Dich aus der Schweiz,
erico


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