Piz Mäder 3001 m - Bergell vom Feinsten


Publiziert von Ivo66 Pro , 15. Juli 2017 um 19:08.

Region: Welt » Schweiz » Graubünden » Oberhalbstein
Tour Datum:15 Juli 2017
Wandern Schwierigkeit: T4 - Alpinwandern
Wegpunkte:
Geo-Tags: CH-GR 
Zeitbedarf: 6:30
Aufstieg: 1160 m
Abstieg: 1160 m
Strecke:Foppa - Septimerpass - Val Turba - P. 2870 m - Westflanke - Nordwestrinne - Piz Mäder P. 3001 m - Ostrinne - Val Turba - Septimerpass - Foppa
Zufahrt zum Ausgangspunkt:Unmittelbar nach der Dorfausfahrt in Bivio (Richtung Julierpass) kann man auf einem zunächst asphaltieren Strässchen - nach rechts abzweigend - bis ins Val Tgavretga hinauffahren. Vor einer Brücke bei P. 1953 m (ab dort Fahrverbot) befinden sich einige Parkplätze (kostenlos)
Kartennummer:1:25'000 Val Bregaglia

Wo könnte die Welt schöner als dort, wo das Oberhalbstein und das Bergell zusammentreffen? Eine Antwort darauf gibt es nicht und so peilten wir heute erstmals den Piz Mäder an, welcher auf Bergeller Gebiet liegt und durch eine Scharte mit dem nur wenig höheren aber vor allem viel bekannteren Piz Turba getrennt ist. Letzterer liegt bereits im Oberhalbstein und ist besonders im Winter für Skitouren beliebt. 

Der Piz Mäder wird hingegen selten bestiegen. Auf hikr.org. findet sich gerade mal ein Eintrag von roko, welcher die Tour als Winterbegehung aus dem benachbarten Avers beging. Die Zeit war also reif für eine hikr-Erstbeschreibung im Sommer. 

Nicht nur die tolle Aussicht vom Gipfel lohnt eine Besteigung des Piz Mäder, der zwar von allen Seiten nur mit viel Mühe erreicht werden kann, denn steile Schieferhalden verteidigen seinen Grat vor menschlichen Eindringlingen. Besonders lohnend ist die von uns begangene Aufstiegsroute aus dem Oberhalbstein, welche durch das einsame Val Turba führt; ein Tal, welches im oberen Teil unter den Gratfelsen von Piz Mäder, Piz Turba und Piz Forcellina in einem riesigen, hochebenartigen Trichter endet. Alleine schon der ziemlich bequeme Zustieg vom Septimerpass dort hinauf lohnt sich - die herrliche Kulisse der Bergeller Granitberge bäumt sich dort hinter einer weit offenen Alplandschaft auf.

Das Val Turba ist einfach erreichbar, obwohl weder Wanderwege noch Markierungen den Weg weisen. Es wird auch nicht mit Vieh bewirtschaftet, weshalb man nebst dem Berg selbst auch diese tolle Landschaft an seinem Fuss ganz ursprünglich erleben kann und mit grösster Wahrscheinlichkeit auch den ganzen Tag alleine unterwegs ist, hat man den hin und wieder begangenen Wanderweg über den Septimerpass einmal verlassen.

Kaum satt sehen kann man sich dann am Gipfelpanorama, wo zuerst automatisch der Blick auf die nahe gelegenen Pizzo Badile und Pizzo Cengalo fällt. Der Berg liegt recht isoliert, hoch über einem Seitental des malerischen Val Maroz, hinter welchem der Piz Duan thront. 

Der Sommer hat eine kurze Pause hinter sich. Der heutige Tag kann fast als Übergangstag bezeichnet werden: Zwar lösten sich die dunkelgrauen Wolken am frühen Morgen ziemlich rasch auf, wenn sie auch nicht ganz verschwanden. Die Temperaturen befanden sich aber den ganzen Tag über weiterhin im Keller und ein eiskalter Wind, der praktisch ununterbrochen blies, sorgte dafür, dass wir heute meistens mit Mütze, ab und zu auch mit Handschuhen unterwegs waren.

Routenbeschreibung:

Bivio (bzw. Foppa) - Septimerpass (T1)
Man folgt dem Fahrsträsschen ohne jede Orientierungsschwierigkeiten zum Pass. Man kann das Strässchen auch auf einem ausgeschilderten Bergwanderweg "abkürzen", was aber kaum Zeitersparnis bringt.

Septimerpass - Val Turba - P. 2870 m (T3)
Wir folgten noch etwas weiter dem Strässchen vorbei am markanten Haus. Nach einem unbedeutenden Gegenabstieg verliessen wir das Strässchen auf etwa 2240 m. ü. M. nach rechts und stiegen - vorbei an einem kleinen Hüttchen - auf der rechten Seite des Bachs das Val Turba hoch. Auf der gewaltigen Hochebene mit kleinem Seelein angekommen, ist die weitere Route hinauf zu P. 2870 m offensichtlich. Man steigt zunehmend über Schutt und Geröll zu dieser Einsenkung zwischen Piz Mäder und Piz Turba auf.

P. 2870 m - Piz Mäder (T4)
Von der Scharte quert man auf der Westseite die Schutthalde und umgeht so die weiter oben sichtbaren Felsriegel, die sich ziemlich weit in die Westseite hinunter ziehen. Wir stiegen in der Folge die zweite steile Schuttrinne hoch, meist unter Ausnutzung der Begrenzungsfelsen. Oft ist ein Forwärtskommen nur mit Mühe zu schaffen. Man arbeitet sich einfach im vielen losen Schieferschutt zum Grat hoch, wo man gleich die Rinne erblickt, durch welche wir in der Folge abstiegen. Der Schlussaufstieg zum höchsten Punkt ist dann ohne Probleme zu bewältigen.

Abstieg durch die Schuttrinne der Ostflanke (T4)
Der Schieferschutt eignet sich für den Abstieg sehr gut. Im unteren Teil peilten wir dann so früh wie möglich die grosse Ebene an, durch welche wir zuvor aufgestiegen waren. Man erreicht so zum Teil über Schrofen die Aufstiegsroute.

Tourengänger: Ivo66, Lena


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