Risco-Steig - Von Buenavista (119 m) nach Los Bailaderos (780 m) mit Abstecher zum Roque El Toscon


Publiziert von alpstein Pro , 16. März 2009 um 10:10.

Region: Welt » Spanien » Kanarische Inseln » Santa Cruz de Tenerife
Tour Datum:12 März 2009
Wandern Schwierigkeit: T3 - anspruchsvolles Bergwandern
Wegpunkte:
Geo-Tags: E 
Zeitbedarf: 4:00
Aufstieg: 800 m
Abstieg: 800 m
Strecke:Buenavista del Norte (Brücke TF-445, bei KM 2,5) - P. 652 m - Roque El Toscon - Los Bailaderos - P. 652 m - Buenavista
Zufahrt zum Ausgangspunkt:Puerto de la Cruz - TF-5 nach Icod de los Vinos - Garachico - Buenavista del Norte - TF 445 Richtung Punta Teno bis KM 2,5 (Parkmöglichkeit bei einem großen Wasserbehälter)
Kartennummer:Rother Wanderführer Teneriffa, Tour Nr. 21

„Teils sehr steiler, häufig auch etwas ausgesetzter Felsensteig“ beschreibt der Wanderführer den „Risco-Steig“, der im westlichen Zipfel von Teneriffa von der Küste auf die Hochfläche „Teno Alto“ führt.
 
Das bis auf 1300 m reichende, wildzerklüftete Teno-Gebirge haben wir bereits im Februar 2008 bei unserer Tour durch die Masca-Schlucht kennengelernt. Fällt es auf der Südwestseite bei Los Gigantes mit bis zu 500 m hohen Felswänden direkt ins Meer ab, verbleibt auf der Nordwestseite ein schmaler, fruchtbarer Küstensaum.
 
Ausgangspunkt unserer Tour war km 2,5 an der nach Punta Teno führenden TF-445 westlich von Buenavista del Norte. Die im Wanderführer beschriebenen Wasserbehälter, wo man das Auto abstellen kann, sind nicht zu übersehen. Links der Straße befindet sich dann auch ein Wegweiser „Teno Alto“.
 
Buenavista – Risco Steig – P. 652 m (alter Versammlungsplatz der Guanchen)
 
Der Beschreibung im Wanderführer folgend marschierten wir los. Links an einem großen Wasserbehälter vorbei trafen wir auf das Bachbett des Barranco de la Torre. Erst am und dann im –trockenen- Bachbett ging es ca. 15 Minuten aufwärts, bis  der Pfad rechts in einen Hang überleitete. Ab hier wurde es dann steiler und der felsige Pfad mit teils in den Fels gehauenen Stufen führte in einer interessanten Wegführung nach oben. Interresant war der Steig nicht nur wegen der Routenwahl, sondern auch wegen der Fauna und Flora sowie geologischen Gegebenheiten. Kakteen, verschiedene Blumen und Flechten waren zu bewundern und alle paar Meter huschten kleinere und größere Echsen über den Weg. Dazu kamen die Tiefblicke auf den Küstenstreifen. Von der Charakteristik der Route fiel mir spontan der Vergleich mit dem Weg Schwägalp – Tierwies ein. Leider war das Abenteuer nach ca. 1 ¼ Std. schon vorbei, als wir auf der Hochfläche an einem alten, mit Steinen eingefassten Versammlungsplatz der Guanchen ankamen.
 
Abstecher von der Kultstätte P. 652 m zum Roque El Toscon 612 m
 
Rechts von der Kultstätte führte ein schmaler Pfad über einen Hang zu einem Blockgipfel. Von da ging es abwärts zur beschriebenen beige-roten Erosionslandschaft. Über einen Felsgrat gelangten wir in leichter Kletterrei (kurz T4) zu einem Sattel und mit wenigen Schritten dann zum Roque El Toscon, einer Aussichtskanzel, die sich 600 m über die Küste des Atlantiks erhebt. Nach kurzer Pause gingen wir zur Kultstätte bei P. 652 m zurück.
 
Kultstätte P. 652 m – Los Bailaderos 780 m
 
Von hier ab führte die Route recht gemächlich durch satte Wiesen, eine Tuffsteinzone und mit blühendem Ginster bewachsene Gebüschzonen, zum Schluß auf einer schmalen Straße nach Los Bailaderos, einem „verschlafenen Nest”, in dem die Zeit stehen geblieben zu sein scheint.
 
In der Bar, die auf 20 m² Fläche zugleich der Lebensmittelversorger der wenigen Bewohner ist, haben wir uns gestärkt und sind dann auf direktem Weg in ca. 1 ½ Std. an den Ausgangspunkt der Wanderung abgestiegen.

Alternativ könnte man auch in 1 Std. 45 Min. nach Teno Bajo absteigen. Von dort geht es dann allerdings 1 Std. der Straße nach, davon 10 Min. durch einen unbeleuchteten Tunnel, nach Buenavista zurück.
 
Hinweis: Für den erfahrenen Tourengänger bietet der Steig überhaupt keine Probleme. Ausgesetztheit besteht nur auf einem kurzen Stück, wo ein Fehltritt sicher Folgen hätte. An den leichten Kletterstellen zum Roque El Toscon haben wir die Stöcke zurückgelassen. Bei unsicheren Wetteraussichten ist aber von der Tour abzuraten, da es für das kurze Wegstück im Bachbett wegen der dichten Vegetation kaum Ausweichmöglichkeit gibt, wenn ein Sturzbach runter rauschen sollte.

Ob man das Schild, dass der Weg vorläufig gesperrt ist, beachtet, muss jeder für sich selbst entscheiden. Wir hatten den Eindruck, dass es nur die völlig unerfahrenen Wanderer abhalten soll. Nachdem wir festgestellt haben, dass auch das am Parkplatz befindliche Warnschild für das letzte Straßenstück nach Punta Teno von niemanden beachtet wird, haben wir die Bergwanderung in Angriff genommen. Einige andere taten das ebenso.

Tourengänger: alpstein

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